Das Leben der Inuit ist hart, entbehrungsreich und archaisch organisiert. Eine Frau hat, außer als lebende Heizung, Gebärmaschine und Putzfrau, keinerlei größere Rechte. Sie ist auf Gedeih und Verderb Ihrem Mann und der Dorfgemeinschaft ausgeliefert.
Ein alter Brauch besagt, dass während einer Hungersnot geborene Mädchen sofort ausgesetzt und somit dem Tod preisgegeben werden.
Als Anana geboren wird, weigert sich die Mutter jedoch, ihr Kind herzugeben und bricht damit ein Tabu Ihrer Sippe. Ab diesem Zeitpunkt ist sie im Dorf eine Geächtete, wird vom sozialen Leben ausgeschlossen und von Ihrem Mann verachtet.
Ihr Kind gibt es nicht. Keiner spricht von ihm, keiner spricht mit ihm. Immer besteht die Gefahr, dass einer der anderen Dorfbewohner ihr Kind in einer unbeobachteten Sekunde tötet, um die Schande auszumerzen.
Doch die Mutter paßt auf und so wächst Anana, genannt "die Schweigerin" oder "Das Tabu-der-Mutter" in fast abgeschlossener Zweisamkeit mit ihrer Mutter auf, die Ihre einzige Bezugsperson ist.
Als Anana heranwächst, übertrifft sie alle anderen Kinder im Dorf in Bezug auf Intelligenz, Verständnis, Geschicklichkeit und Schnelligkeit und macht sich dadurch noch weniger Freunde, als sie ohnehin schon hat.
Ina Vandewijer, deren Buch "Nanuk der Bär" mehrfach preisgekrönt wurde, ist von Alaska, Grönland und ihren Menschen fasziniert. Dies schlägt sich deutlich in diesem Buch nieder, dass mit einer außerordentlichen Prägnanz den Alltag, der pures Überleben darstellt, eines archaischen Dorfes in Alaska schildert.
Im weiteren Lebenslauf Ananas stellt sich heraus, dass sie seherische Fähigkeiten besitzt und fast so etwas wie ein "Glücksbringer" für das Dorf ist. Erst ab diesem Zeitpunkt kann sie etwas Achtung im Dorf erringen. Doch das Glück wärt nur kurz als Sie sich in einen weißen Pelzjäger verliebt...
Das Hörbuch wird von Barbara Heller gelesen, die es versteht, durch Ihren Vortrag alle Nuancen der Schilderungen pointiert herauszustellen.