Als ich 'Anam Cara' 5 mal bei unserer Buchhandlung bestellte, wollten die Buchhändlerinnen mehr über das Buch wissen und ich konnte nur sagen: 'ich habe noch nie in einem solchen Meer von Zärtlichkeit gebadet, wie in John O'Donohues Sprache'. Es ist so wundervoll, vieles was ich in meinem Leben - auch an Schmerz und Leid - erfahren darf, in einer solchen tief die Seele anrührenden, in Resonanz bringenden Sprache ausgedrückt zu finden. Es läßt mich vermuten, dass auch Johns Leben von tiefen Tälern des Leids und hohen Bergen der Freude 'gemustert' war, denn was ich bei vielen lebenden sogenannten 'Philosophen' zu hören und lesen bekomme ist allermeist heiße Luft - oder um es derber auszudrücken: mind masturbation statt Liebe zur Weisheit und zum Menschen. Tief bewegt hat mich seine Darstellung der unterschiedlichen Art des Blicks bewegt: u.a. der neidische Blick, der minderwertige Blick (dem ich tagtäglich in meinem Büro bei arbeitslosen Jugendlichen begegne: "Ich bin es nicht wert...") und dann der liebevolle Blick, der alles verändert. Die Welt ist von der Art, wie wir die Welt und vor allem uns selbst anblicken.
Ich hätte diesen Menschen gern kennengelernt. Leider ist er im Januar 2008 im Alter von 53 Jahren aus dieser Welt gegangen. Aber er hinterläßt uns mit "Anam Cara", "Vom Reichtum des Lebens" und "Echo der Seele" Werke, die die Seele zum Singen bringen - und davon gibt es noch nicht sehr viele.