Lord Mansfield und das Ministerium für koloniale Angelegenheiten haben den Wunsch, für Ruhe in den zunehmend aufständischeren amerikanischen Kolonien zu sorgen. Ein Hochverratsprozeß gegen führende Repräsentanten wäre in ihren Augen das richtige. Als im Haus des Ministers ein Einbruch verübt wird, bei dem ein Diener zu Tode kommt, und wichtige Papiere gestohlen werden, deren Inhalt wenige Wochen später (schneller ist ein Schiff nicht) in einer Bostoner Tageszeitung abgedruckt wird, sehen die Herren ihre Stunde gekommen...
Band 9 der Serie (in Deutscher Sprache nie erschienen) wird politisch. Wie das Kernland die Unabhängigkeitsbestrebungen der amerikanischen Noch-Kolonien aufnimmt, ist ein Punkt, der in der Literatur nur selten erwähnt wird. Das Thema ist interessant ausgewählt. Und Benjamin Franklin, der eine Hauptrolle in dem Drama sich einzunehmen gezwungen sieht, macht kaum eine gute Figur...
Gleichzeitig hiermit (und fast spiegelbildlich) einige Veränderungen im Fieldingschen Haushalt: Molly Seton hat ein "Einverständnis" mit Dr. Donnelly, Sir John wird müde und krank und damit zunehmend auch unduldsamer, als könne er die bevorstehenden Umbrüche in der Welt nicht so richtig verstehen, Lady Fielding macht einen unglücklichen Eindruck, der sich nicht allein mit der Krankheit ihrer Mutter erklären lässt, Tom Durham kommt auf Landurlaub und stiftet nur Unfrieden. John Bilbo und Jimmy B. - es hat sich abgezeichnet - verabschiedet sich mit einem bewegenden Abschiedsbrief "als Freund" und dennoch auf der Flucht: die Welt ändert sich.
Jeremy schließlich, noch immer frühreif, altklug und sparsam im Ausdrücken von Gefühlen, schafft es immerhin bis zu einem "Einverständnis" mit Clarissa Roundtree...
Die Verlagspolitik, was die Serie um Sir John Fielding angeht, ist undurchschaubar. Ausnahmsweise gilt das sowohl für das amerikanische Original als auch für die deutsche Übersetzung. Vielleicht entspricht es amerikanischer Geschäftspolitik, eine inhaltlich fundierte und spannende Krimiserie nach nur wenigen Jahren vom Markt zu nehmen; daß von der Serie aber nur sechs von elf Bänden ins Deutsche übersetzt wurden und von diesen schon jetzt keines mehr erhältlich ist, finde ich schwach. Die Serie hätte mehr Beachtung verdient!