Für Charles Hythloday ist die Welt im Großen und Ganzen in Ordnung. Solange er in Amaurot, dem Herrenhaus der Familie, sorglos in den Tag hinein leben kann, wozu sollte er sich anstrengen? Sein Studium hat er abgebrochen, Geld muss er nicht verdienen, er ist 24 und schaut sich lieber Videos an - vor allem die Schwarzweißfilme, in denen die wunderschöne Gene Tierney mitspielt.
Seine Aufgabe sieht er darin, den Lebensstil des Landedelmannes wieder zu beleben - kontemplative Spaziergänge, dann und wann ein Drink und zum Nachmittagstee die Canapés, die niemand besser zubereitet als die bosnische Haushälterin Mrs. P.
Leider wird Charles' beschauliche Existenz schwer erschüttert, als seine hoffnungslos romantische Schwester Bel ihren neuen Freund Frank mitbringt - in Charles Augen ein völliger Fehlgriff. Er sieht aus wie einer dieser Ikea-Kleiderschränke zum Selberaufbauen, riesig und auf eine irgendwie unpassende Art klobig, redet ununterbrochen von Hunderennen, Pubs und Prügeleien, und das alles in einem so gemeinen Slang, dass es Charles die Tränen in die Augen treibt. Aber Frank ist das geringste Problem, wie sich schnell herausstellt. Denn Charles und Bel sind schlicht nicht so vermögend, wie sie immer dachten.
So bleibt Charles nichts anderes übrig, als sich einen Job zu suchen. Er landet in Dublins Armenviertel, in Franks Wohnung. Auf diese Verhältnisse, auf die harte Realität, ist er nicht vorbereitet. Andererseits ist das wirkliche Leben auch nicht vorbereitet auf einen wie Charles Hythloday ...
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Fazit:
- Ein bemerkenswerter Gesellschaftsroman
- beste irische Tradition
- sehr, sehr witzig
& bewegend !!
Ich jedenfalls habe diesen Roman wahrlich genossen --
-- Reinhard Busse --