Ein vielleicht nicht ganz typischer "Thomas Bernhard", die tragikkomischen Monologe, die sonst die Prosa Bernhards prägen, fehlen hier. Es handelt sich bei "Amras" um einen Text, der an Texte der Romantik erinnert, um eine Flucht zweier Brüder in einen Turm, weg von der Welt und um ihr Verhältnis zur unheimlich anmutenden Natur um sie herum. Das Wechselspiel zwischen äußerer und innerer Natur, zwischen der Turmumgebung und den psychischen Konflikten der Brüder prägt dieses Buch.
Das von Hassliebe geprägte Verhältnis der Protagonisten zueinander und ihr kontinuierlicher Verfall (typisch Bernhard) wird mit schön-schaurigen Naturbildern kontrastiert. Auf jeden Fall ein "Naturroman", der vollkommen anders ist als die meisten anderen Naturschilderungen und insoferne ein spannendes Leseexperiment.