Mittlerweile gehe ich recht rigoros mit Büchern um, die meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Meist ist nach Seite 50 dann Schluss. Die Lebenszeit ist zu kurz, es gibt zu viele Bücher, wozu mit solchen aufhalten, die nicht gefallen?!
Diesem Buch gab ich noch 50 weitere Seiten, weil es bis 50 immer noch nicht in Schwung gekommen war und ich immer noch (wieso eigentlich?) Hoffnungen hatte. Leider umsonst.
Ullstein hat nun bereits mehrere Bücher mit ähnlichen Themen (Auswanderung, Korrespondentenberichte etc.) im Programm. Die Meisten davon gefielen mir gut bis sogar sehr gut.
Hier hatte ich mir eine amüsante Geschichte erwartet über eine Halbitalienerin, die nach Italien zurück kehrt und das Land eben nur mit halb-italienischem Blick sieht. Tatsächlich wird einem hier eine unglaublich langatmige und langweilige Schreibe geboten, die eigentlich gar keine wirkliche Geschichte (oder kleine Geschichten) abhandelt. Vielmehr lesen wir immer wieder von ihrem Onkel und ihrer Tante sowie einem möglichen Verehrer, der möglicherweise Verbindungen zur Mafia hat, vielleicht aber auch nicht. Letztlich geschieht aber eigentlich nichts. Bitte nicht falsch verstehen, ich erwarte keine sich überstürzenden Ereignisse wie in einem Roman, wenn ich eine eher biographische Geschichte lesen, aber ich erwarte doch irgendeine Handlung, die es wert ist, das man sie für Leser aufbereitet.
Nein, tut mir leid. Das Buch erfüllt keine meiner Wartungen. Weder erfahre ich wie sich die junge Frau in dem Land fühlte, dem sie so lange fern war, wie sie dort Fuß fasst, noch wird Italien in irgendeiner Weise hier nett oder auch kritisch behandelt.
Ich habe nicht zu Ende gelesen. Nach etwas mehr als 100 Seiten war Schluss. Bis dahin gabs übrigens auch noch keine Liebesgeschichte, falls jemand das bei dem Titel erwarten würde.