.. die ab 1967 in der gerade entstehenden "Neuen Generation" ein kreatives Mitglied war. Sie betreute Jahrelang die Amon Düül, seinerzeit die exotischste und ausgeflippteste Band-Kommune, die es vielleicht jemals in Europa gab, von der Presse und den Veranstaltern zeitweilig regelrecht hoffiert. Selbst Frank Zappa hört sich im Vergleich zu den seltsam ernst- teutonisch-rituellen KLängen der der Gruppe um 1969-72 vergleichsweise wie etwa Heino an.
- 1969 muß ein berauschendes Jahr für die junge deutsche progressive Beat-Musik gewesen sein. Die europäische Presse des Auslandes schrieb in den "Kraut-Rock"-Tagen geradezu hymnisch über die neuen Klänge aus Deutschland, die es in einer derartigen Experimentierfreudigkeit scheinbar in keinem anderen Land gab. Amon Düül waren die Allerersten, dann Can, Tangerine Dream, Kraftwerk, Guru Guru, Popuhl Vuh, Atlantis, ...
- Der Großteil des Buches konzentriert sich auf jene optimistisch-stürmischen Jahre 1967-72, als man noch glaubte, die Welt in kurzer Zeit verändern zu können.
- Im Jahre 1973 sieht Ingeborg Schober einen Wendepunkt, den sie nostalgisch nicht begrüßt und den alten Zeiten hinterhertrauert. Irgendwie typisch deutsch, die Gegenwart zu Gunsten einer besseren legendären Vergangenheit zu verklären.
- Doch auch ab dann: zu David Bowie, Glamour, Roxy Music, Udo Lindenberg, Genesis oder den Fleetwood Mac der Rumours-Zeit hatte die - damals bekannte - Journalistin und Rundfunkmoderatorin (Bayern 2,3) von Jugendsendungen persönlichen Kontakt.
- Sehr detailliert werden die sozialen und politischen Ereignisse jener Jahre miterlebt, d.h. das Buch ist auch interessant für Leser, denen Amon Düül egal sind, sondern z.B.: Woodstock, Abbie Hoffmann, Che Guevara, den Vietman Krieg, Rudi Dutschke, Fritz Teufel, Kommune 1, Andreas Baader, Angela Davis, Grateful Dead, Carnaby Street, Beatles, antiautoritäre Erziehung, Studentenrevolution in London und Berlin, ... Ingeborg Schober war dabei, kannte viele damalige Prominenz persönlich und hielt sich hauptsächlich in München auf, reiste permanent durch Europa. Es gibt auch traurige Zeilen, z.B. über Janis Joplin oder den verstorbenen Sensenmann auf dem Yeti-Cover.
- Ein éxotischer Nostalgietrip, manchmal etwas arg Szenejargon- geschrieben. Amon Düül ist heute Kult, die Gruppe tritt heute wieder auf Festivals auf, mit etlichen Originalmitgliedern wie Renate Knaup. Wer zur Düül-Urformation gehörte, darüber streiten sie sich posthum selbst. Angeblich taucht heute auf jeder Fete in München irgendein ca. 50-jähriger auf, der behauptet ein Gründungsmitglied der sagenumwobenen Kommune gewesen zu sein.