Im Zuge einer Hausarbeit zum Thema 'School Shootings', habe ich mich mit diesem Buch befasst und war nicht gerade begeistert.
Das erste Manko sind die so gut wie gar nicht vorhandenen Quellenangaben. Oft fangen Sätz sinngemäß an wie "Einer der Täter ..." oder "Viele Amokläufer weisen das Merkmal auf, dass sie ...". Doch woher die Autorin ihr Wissen hat, wird nicht ersichtlich. Eigene Beobachtungen? Herangezogene Studien? Belege fehlen dazu.
Ist das nicht ärgerlich genug, findet man auf vielen Seiten oft unklare Sätze wie "Zwar gibt es nach wie vor zu viele Schulen, an denen offiziell Probleme [...] und das Risiko einer Amoktat geleugnet werden. (S. 94)" Womit zeichnen sich diese Schulen aus, bei denen das Risiko eines School Shootings besteht? Durch einzelne verhaltensauffällige Schüler, durch das soziales Einzugsgebiet, durch ein vergiftetes Schulklima, durch die Schulform oder alles zusammen? Eine Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Vor allem woher weiß die von diesen Schulen mit ihren offiziellen Problemen. Hat sie eine verläßliche aber ungenannte Quelle benutzt oder ist das halt doch mehr so ein Gefühl was sie hat.
Zum einen wimmelt es an Fehlern wie z.B. dass ein School Shooter ein Video gefertigt hat, dass mit "harte[r] Rockmusik (S. 103)" unterlegt wurde: Nämlich mit Runaway Train von R.E.M. Man kann sich darüber streiten, ob das Lied harte Rockmusik ist (Eigentlich nicht, denn die Antwort heißt nein), was aber unbestritten ist, ist dass das Lied von Soul Asylum ist. Gerade diese Stelle ist für mich exemplarisch wie schlampig das Buch ist.
Weiterer Kritikpunkt ist der Aufbau des Buches. Die ersten 60 Seiten wirken planlos zusammengestellt & geschrieben. Erst später kristallisiert sich so etwas wie ein roter Faden heraus. Insgesamt fehlt ein spezifischer, themenbasierter Fokus, der von der ersten bis zur letzten Seite alles zusammenhält.
Eine Verbindung bzw. Abgrenzung zwischen äußeren Faktoren (Mediennutzung) & Tätermotivation (psychische Auffälligkeiten) wird nicht hergestellt oder ist durch den Aufbau des Buchs nicht ersichtlich. Dadurch das die School Shooter manchmal benannt werden und manchmal nicht, entsteht beim Leser ein diffuses Täterbild.
Insgesamt kann ich nur von der Lektüre abraten. Wer sich für das Thema interessiert soll da lieber auf die Bücher von Robert Brumme, Herbert Scheithauer / Rebecca Bondü oder Peter Langman zurückgreifen.
Fazit: Ein oberflächliches, schlampiges Buch zum Thema, welches fast konsequent ohne Quellenangaben auskommt.