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Amok, Kinder der Kälte
 
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Amok, Kinder der Kälte [Taschenbuch]

Götz Eisenberg , Reimer Gronemeyer
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349922738X
  • ISBN-13: 978-3499227387
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 742.122 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Götz Eisenberg
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Aus der Amazon.de-Redaktion

In Köln besucht ein Mann seine alte Schule -- mit einem Flammenwerfer. Er verbrennt acht Kinder. Weitere 20 verletzt er schwer. Dann durchsticht er zwei Lehrerinnen mit einer Lanze. Das war 1964. Heute wird das Thema "Amoklauf" wieder heiß diskutiert -- doch hat sich seither etwas geändert? "Es gibt keine Verbrechen, so groß sie auch sein mögen, die zu begehen ich mich an gewissen Tagen nicht fähig gefühlt habe", sagte schon Goethe.

Gibt es mehr Amokläufer als früher? Sind sie geisteskrank? Solche Fragen beantwortet dieses Buch nicht. Ohne ordentlich zu definieren, was ein Amoklauf ist -- gibt es z.B. ein Motiv? -- schreitet der Autor sofort zur Ursachenansicht. Wer verschweigt, worüber er eigentlich spricht, kann beliebig argumentieren. Der Standpunkt des Autors ist überraschend einseitig: Der globale Kapitalismus sei schuld an Amokläufen. Entfremdung führe zum Amok. Eisenberg wiederholt das gebetsmühlenartig. Doch bleibt die Erklärung schuldig, warum dann ausgerechnet die Ureinwohner von Malaysia bevorzugt "Amuk" laufen (das gab dem Phänomen seinen Namen). Die tribalistische Gesellschaft kennt bekanntlich kaum "Entfremdung".

Diese Tatsache bringt den Autor nicht aus dem Konzept. Er kritisiert die allgemeine "Vergleichgültigung", lässt Ernst Blochs "Kälteströme" wieder fließen und holt Marx aus dem Keller. Manchmal werden Zeitungsartikel aus einem "privaten Zettelkasten" abgedruckt, seitenlang. Quantitative Belege aber fehlen. Eisenbergs Prognose: Wenn der Kapitalismus stärker wird, werden auch Amokläufe zunehmen: "Der Amoklauf des hochproduktiven oder fiktiven Kapitals droht uns alle in einem finalen Crash mit in den Abgrund der Selbstzerstörung zu reißen." Deshalb brauche es einen neuen Sozialismus. Seine Vision skizziert Eisenberg in großen Worthülsen. Nicht aber gegenwärtige Methoden gegen die Gewalt. Nur zwei Absätze schenkt er z.B. der Nulltoleranz-Strategie, der erfolgreichsten seit Jahrzehnten.

Littleton & Co. amtieren nur als aktuelle Anreißer dieser Kampfschrift. Hier wurde ein profitables Thema hastig aufgegriffen und lauwarme Texte hinter einem reißerischen Umschlag versteckt. Ganz schön kapitalistisch! Und sehr schade. --Frank Rosenbauer

Kurzbeschreibung

Eine neue Dimension der Gewalt hat Deutschland erschüttert - unbegreifliche Ereignisse, die bislang vorwiegend aus Amerika bekannt waren: Amokläufe. Deren schreckliche Häufung in der jüngsten Vergangenheit ist leider kein Zufall. Ungerichteter Haß und ungebundene Wut, die sich in scheinbar motivlosen Taten entäußern, haben benennbare Ursachen. Der Autor legt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wurzeln dieser Gewalt frei.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Keine Panik auf der Titanic !" war das Motto der meisten Politiker oder Experten, als das Littleton -Syndrom nach Deutschland kam. Mit reichlich hilflosen oder banalen Aussagen wurden die scheinbar unbegreiflichen Amokläufe von Jugendlichen kommentiert. Götz Eisenbergs Buch geht den Wurzeln von kaltem Hass und extremen Gewaltausbrüchen nach und dies keineswegs nur mit dem "überholten" Instrumentarium (neo)marxistioscher Analyse, wie kritisiert wurde. Auch neue Erkenntnisse aus der Narzissmus-Forschung (Frühstörungen) werden u.a. herangezogen. Meines Wissens wurden noch nirgendwo die Verwüstungen in der psychischen Verfassung einer ganzen Generation so differenziert dargestellt. Die Kombination von emotionalen Mangelerfahrungen, materieller Verwöhnung und angstgetriebener Flucht in "virtuelle" Welten mit ihren gewalttätigen, ja mörderischen Botschaften sind der Hintergrund für jugendliche Gewalt. Man kann froh sein, dass es in einer Zeit oberflächlicher Talk-Show-Diskurse noch Bücher gibt, die tiefer bohren - auch wenn dies den Apologeten der "Modernisierung" peinlich ist.
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13 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch hat mich leider Enttäuscht. Statt den Ursachen für Amokläufe auf den Grund zu gehen, entwickelt der Author seine eigenen Theorien. Schuld hat die Globalisierung und Kapitalisierung und Karl Marx hatte das alles vorausgesehen. Die Computerspiele verrohen die Kinder und machen sie zu Killermaschienen; seiner Meinung nach werden wir in einigen Jahren noch unser "blaues Wunder" erleben. Der Author widmet sich kaum der Psychologie der einzelnen Fälle, sondern sucht die Ursachen nur in der Gesellschaft und selbst dort an Punkten die absolut nicht passen. Das jeder Amokläufer seine eigene Geschichte (Probleme) hatte, darauf geht er nicht ein. Grundsätzlich hat nur der Kapitalismus schuld. Vater Alkoholiker, zu viel Fernsehen'und Computerspiele und man wird laut Götz Eisenberg ein potentieller Amokläufer. Es wird auf allen Klitschés rumgeritten, selbst auf die vor Waffennarren strotzdenden Schützenvereinen. Sorry aber so gehts nicht. Dieses Buch ist zwar sehr Wortgewandt geschrtieben, aber inhaltlich inkompetent. Ich empfehle da eher Bücher von Lothar Adler.
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