Aus der Amazon.de-Redaktion
Irgendwo zwischen Welt- und Dancemusik liegt ein musikalisches Segment, das jenseits von Sound gewordenen Räucherstäbchenklischees Elektronisches und Esoterisches auf höchstem Niveau zusammenbringt: Diese von der Buddha Bar präsentierte Compilation ist erneut der Beweis für seine Existenz. Zuallererst: Diese Compilation mag nicht ganz billig sein. Aber das hat bei allen unter dem Buddha-Bar-Signet erschienenen CDs gute Tradition. Denn mit Compilation im herkömmlichen Sinne hat man es hier nicht zu tun.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Amnesty International hat DJ Rakin auf CD eins eine überaus stimmige Abfolge klassischer Weltmusik-Tracks geschaffen: Produziert und remixed nach den Standards moderner Dance-Kultur, versteht sich. Zugrunde liegen Songs aus Ländern, in denen -- so die Grundidee des gesamten Albums -- Menschenrechte immer noch verletzt werden. Alleine drei Songs aus Indien -- das spricht eine deutliche Sprache, auch wenn die Macher darauf hinweisen, dass aus dieser Tatsache nicht "Indien als Zentrum von Menschrechtsverletzungen" abzuleiten sei. Nitin Sawhney finden wir da, mit dem atmosphärisch-transparenten "Breathing Light" und neben der hoch gelobten norwegischen Sami-Protagonistin Mari Boine auch Plattenmillionärin Sarah Brightman -- mutig!
Wie gesagt: Eine Entdeckungsreise der besonderen musikalischen Art tut sich da auf, und die ist nach dem ersten Mal Hören weiß Gott nicht beendet. CD zwei, kompiliert und gemixt von Frank Nigel, kommt mit echten Remixes von europäischen und amerikanischen Top-DJs und Produzenten etwas Groove betonter daher. Mal DJ Shadow-ish wie auf Imande Supatras "Thien Mi Ti Ai" (im Remix von Dzihan & Kamien), mal jazzy-ambient wie auf P. Manzos "Molilendo Café" im Remix der großartigen Shooting Stars Grand Tourism -- hier wurde nicht an Innovation gespart. Vergessen Sie, was Sie bisher unter Weltmusik verstanden. Kommen Sie in die wunderbare Welt der Buddha Bar. Eine göttliche Chill-Out-Zone, fürwahr. --Richard Goerlich