Und zum erneuten Male werfen Radiohead Perlen vor die Säue. Gemeint sind jene, die es immer noch nicht begriffen haben wollen, dass hier etwas bislang einzigartiges vor sich geht, dass hier Musikgeschichte geschrieben wird, dass hier überirdische Kräfte an einem Werk waren, das seine Umsetzung fand durch eine Handvoll zum Understatement neigender Musiker, allen voran der hinter den Reihen wandelnde Thom Yorke, der mit der naiven Sicherheit eines Blinden den freien Fall in die Tiefen der Seele zelebriert. Gemeint sind jene Kritiker, die spätestens seit `OK Computer` hinter jedem neuen musikalischen Aufschrei dieser Band lediglich einen weiteren Aufruf zum Depressiven zu entdecken glauben und sich in gewohnt sachlicher Gelassenheit hinter undurchlässigen Mauern (vorläufig?) schützender Ignoranz in Sicherheit wähnen. Sollen sie dort zu Stein erstarren, diese ewigen Langweiler, vermissen werde ich sie hier bestimmt nicht in diesem wundervollen Haus aus Glas, das, einer Amnesie gleichend, jedes Flirren althergebrachter Geborgenheiten abschirmt, bis hin zur einstweiligen Läuterung einer Weltreise. Platten wirbeln herum, erzeugen Geräusche vergangener Zeitalter, vereinigen sich zu einem neuen Ganzen, dem Yorke mit seiner sich dem tiefsten aller Gefühle verbeugenden Stimme neues Leben einhaucht. Selbstverloren im absoluten Gedächtnisschwund ist zu vermuten, daß die Tränen der Ergriffenheit dann sogar Steine zum Schmelzen bringen könnten.