Durch den Song - Don't Answer Me - wurde ich 1984 auf das Alan Parsons Project aufmerksam, ohne zu wissen, dass ich noch viel mehr Titel dieses, was Konzeptalben betrifft, fast unschlagbaren Duos Parsons/Woolfson kannte. Auf Ammonia Avenue setzen sich die beiden Soundtüftler thematisch mit dem Thema Umweltschutz sehr kritisch auseinander, und arrangieren dazu neun überwiegend sehr popangehauchte Songs, von denen sich vor allem das hymnische - Don't Answer Me - sehr hoch in den Singlecharts platzieren konnte.
Da sich das Project mittlerweile musikalisch sehr weit von ihren Anfängen entfernt hatte, bezeichneten die Musikkritiker aber vor allem die Klatschpresse das Album damals als kreativen Nullpunkt, bzw. als kommerziellen Billigpop.
Unbeeindruck von den Musikkritikern, habe ich mir dieses Album gekauft, und bin da wieder einmal ganz anderer Meinung, als diejenigen, die das Project ständig mit dem sagenumwobenen Debüt - Tales of Mystery and Imagination - vergleichen, oder vergeblich auf einen zweiten Teil warten.
Schon der Opener - Prime Time - lässt den Hörer mit bekannten Soundstrukturen sehr angenehm in dieses Werk einsteigen. "Es ist das erste Mal. Vielleicht stehen die Sterne ja günstig. Ich habe die Eingebung, dass diese Nacht meine große Chance werden wird." So der Wunsch in dem Refrain des Liedes. Der große Traum vom Glück, platzt dann allerdings sofort im nächsten Lied - Let Me Go Home - und zieht sich fortan textlich durch das gesamte Album.
"Lass' mich nach Hause gehen, denn es war wieder einmal eine schlechte Nacht."
"Lass' mich einfach in Ruhe. Gib' mir einen guten Grund, warum ich dir zuhören soll?"
"Frag mich nicht, und brich' auch nicht die Stille. Lass' mich nicht gewinnen, weil wir auf dem Hochseil tanzen, und es keine Lebenslinie mehr gibt."
"Aber wenn ich in deine Augen sehe, dann stelle ich fest, dass du mir nicht glaubst."
"Gibt es kein Lichtzeichen mehr, wenn wir in der Dunkelheit stehen? Dann sehen wir die Sonne versinken. Und der Strahl der Hoffnung, ist nur das schimmernde Licht der Ammoniak Straße."
Die remasterte Version von - Ammonia Avenue - enthält noch acht Bonus-Tracks, die nicht unbedingt zwingend sind, aber einen interessanten Einblick in den damaligen Arbeitsprozess bieten.