Der Glücksfaktor bei "Atlantis" ist relativ gering. Er bezieht sich ausschließlich auf die Karten, die man zieht. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, seine Wegeplättchen gegen zusätzliche Karten einzutauschen, was das Glück noch weiter schmälert. Es kommt darauf an, die Möglichkeiten der einzelnen Figuren zu durchdenken und die Schritte, die einem die Handkarten ermöglichen, im Blick zu haben, um so den lukrativsten Spielzug zu machen. Dabei gibt es natürlich unterschiedliche Strategien und Möglichkeiten, und was sich am meisten lohnt, lässt sich oft gar nicht so genau absehen, denn man kann kaum einen Zug vorausplanen, da man seine Handkarten für den nächsten Zug noch nicht kennt. Richtig schlechte Züge gibt es aber kaum.
Je mehr Spieler an "Atlantis" beteiligt sind, desto schwieriger wird es, "preiswerte" Wege zu gehen. Es entstehen sehr schnell Wasserstellen, die es zu überwinden gilt. Und es wird auch immer schwieriger, zu planen (was bei zwei Spielern zu einem kleinen Teil möglich ist), da man nie weiß, wo die Figuren der Gegner stehen werden, wenn man selbst am Zug ist.
Die Qualität des Spielmaterials ist sehr gut, die Wegeplättchen sind aus stabiler Pappe, die Handkarten in einer angenehmen Größe und die Figuren aus Holz und in der Form echter, kleiner Männchen. Das alles befindet sich in einer Schachtel, die nicht zu groß ist, aber genügend Raum bietet, alles gut sortiert unterzubringen.
Dieses Brettspiel hat zwei große Vorteile. Der eine ist, dass man es sehr schnell erlernen kann und die Spielregeln extrem unkompliziert sind, der andere, dass es mit circa dreißig Minuten eine kurze Spieldauer hat. Man kann also ganz unproblematisch mehrere Runden hintereinander spielen. Diese beiden Faktoren machen einen großen Teil des Spielspaßes aus. Aber auch das System an sich ist sehr gut ausgeklügelt worden, so dass man "Atlantis" immer wieder gerne zur Hand nimmt, um erneut zu versuchen, besonders viele Schätze aus der versunkenen Stadt zu retten.