Ich war überrascht zu sehen, daß die Kartenspielserie von 6nimmt und Hornochsen einen Nachfolger gefunden hat: 11nimmt heißt das neueste Werk der Reihe, welches ich mir auch direkt bestellt habe. Ausser vom Namen und dem verwendeten Kartenblatt (die Ochsen sind wieder da) ist das Prinzip aber nicht mit den anderen beiden Spielen vom Ablauf vergleichbar.
Der Einstieg bzw. die Regel ist für jederman (wie schon bei den Vorgängern) denkbar einfach und man hat nach einer Runde das Spielprinzip raus, so daß sich das Spiel für jung und alt gleichermaßen anbietet.
Die Regeln:
- das Deck enthält 110 Karten (durchnummeriert von 1-100) + 10 Bullenkarten wovon jeder Spieler 10 Karten erhält und eine kommt auf den Spielstapel
- man muß nun versuchen seine Karten auf dem Stapel in der Spielmitte abzulegen, pro Runde eine Karte - als einzige Ablegeregel gilt zu beachten: die Differenz der abzulegenden Karte und der Karte auf dem Stapel darf aber 10 nicht überschreiten.
- kann oder will man keine Karte ablegen, muß man einen Stapel vom Tisch nehmen.
- an seiner Stelle werden vom Stapel 2 Karten nachgezogen, die nun 2 neue Stapel bilden
- wer zuerst keine Karten mehr auf der Hand hat, hat das Spiel gewonnen
Das Ganze klingt einfach und das ist es auch. Allerdings erhält das Spiel durch das "Stapel nehmen" eine taktische Finesse: nimmt man einen Stapel mit 3 oder mehr Karten auf, so bekommt man zusätzlich einen "Bullen". Mit einem Bullen darf man in seinem Zug mehr als eine Karte ablegen - sofern alle Karten in die "10er Differenz reinpassen" (Bsp: 62 liegt auf dem Stapel, so darf man Karten von 63-72 aus der Hand auf einmal ablegen). Bei einem zweiten Bullen bekommt man noch mehr Ablegepower: man darf 2 Karten/Kartenreihen ablegen, wenn man das denn möchte (alternativ kann man auch einmal ablegen und einmal einen Stapel nehmen). So wird der auf den ersten Augenblick als Nachteil aufgenommen Kartenstapel schnell zum Vorteil.
Das Spiel ist mit 2-7 Spielern spielbar (Anzahl Spieler = Anzahl der Spielrunde pro Spiel) und es macht sowohl mit wenigen, als auch mit vielen Spielern Spaß: bei zwei Leuten kann man taktischer spielen, mit sieben ist es einfach kommunikativer und - wie auch die Vorgängerspiele - unberechenbarer. Dies ist dann auch wieder der große Vorteil der Hornochsen-6nimmt-11nimmt Spiele ist zum einen die Leichtigkeit, mit der wirklich jeder die Spiele schnell begreifen kann, zum anderen ist die Unberechenbarkeit des Spiels ein toller Spaßfaktor, der verlorengeglaubte Spiele noch dreht und so eine Menge Spaß mit sich bringt.
Aus diesen Gründen eine klare Empfehlung von mir!