Die Erwartung in ein ungewöhliches und interessantes Spiel sind arg enttäuscht worden.
Erscheinungsbild:
Das Spiel ist extrem lieblos gestaltet. Man findet keinerlei Zusammenhang auf dem Spielbrett und den Spielkarten zum Hauptthema des Spieles, die Küche. Lediglich ein paar Nudelhölzer, Kochtöpfe und das stilisierte Konterfei von Marquard auf den Spielsteinen deutet auf das Thema hin (Letztes stellt nicht unbedingt eine Verbesserung des Layouts dar).
Die Fragekarten:
- Sehr ärgerlich und völlig unnötig sind die Jokerkarten. Zumal diese sehr einfach gehalten sind. Die kann sogar der 48-jährige Junggeselle beantworten, der gerade in seine erste eigene Wohnung gezogen ist und die Nummer des Pizzadienstes auf Kurzwahl-Taste 1 gespeichert hat.
- Die Schwierigkeit der Fragen ist unausgewogen. Neben den Jokerfragen gibt es ähnlich einfache Fragen. Dann wiederum kommen Fragen, die man nur beantworten kann, wenn man Fremdsprachenkenntnisse hat und das eine oder andere ableiten kann (z.B Küchengeräte mit französischen Bezeichnungen, die man in normalen Haushalten schlichtweg nicht braucht), bis hin zu Begriffserklärungen aus der indonesischen Küche, bei denen einen europäische Fremdsprachenkenntnisse im Stich lassen. Last but not Least die Fragen, deren Antwort Anlass zu Diskussionen gibt.
- Die Verfasser der Fragekarten waren sich zudem nicht immer einig, in welcher Reihenfolge die ersten 4 Buchstaben des Alphabetes stehen. Es kommt erstaunlich oft vor, dass man das C auch mal an zweiter oder vierter Stelle findet.
Der Spielverlauf:
Zunächst habe ich noch nie ein Spiel erlebt, bei dem man mit zwei Würfeln würfelt, sich aber aussuchen kann, wie man seinen Spielstein zieht. Nach den Augen von Würfel A oder lieber Würfel B oder beiden? Somit kommt auch nicht auf das bitterböse Gurkenfeld (und warum überhaupt eine Gurke?), sofern man sich einigermaßen geschickt anstellt. Man kann sich auch einfach eine Zahl ausdenken oder Spielstein auf das Feld ziehen, dessen Farbe man für die Vervollständigung seines Menüs braucht. Wenn man dazu noch einigermaßen Glück hat und eben nicht ständig Fragen nach Gerichten von der anderen Seite des Globus erwischt, kann man recht schnell Menüs zusammenstellen und Punkte sammeln. Daher eignet sich das Spiel für unbeherrschte Einzelkinder, deren Elten sie immer gewinnen lassen, ganz hervorragend. Wirkliche Spannung kommt aber nur bedingt auf.
Es ist überflüssig eine Taktik zu entwickeln, da man recht schnell feststellt: es lohnt nicht kleine 1 Punkt Menüs zu sammeln, weil man ohnehin nicht auf ein Gurkenfeld kommt (und Karten abgeben muß). Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Spielpartner auf das Löffelfeld kommt, auf dem er mir die Karten abnehmen darf, ist auch verschwindend gering. Und selbst wenn doch, kann ich mir eine Zahl ausdenken und mir die verlorene Karte schnell wieder holen. Man stellt ebenfalls früh fest, dass sich das Ziehen mit beiden Würfeln für das Zusammenstellen größerer Menüs nur bedingt eignet. In der ersten Euphorie und während der Phase der Hoffnung vielleicht doch noch interessante Fragen zu erwischen, zieht man nur mit einem Würfel. So ab dem letzten Drittel, wenn die Hoffnung hinreichend enttäuscht ist, zieht man mit beiden Würfeln, damit es schnell vorbei geht.
Einzig die Möglichkeit eine Nudelholzkarte schneller als die anderen Mitspieler zu werfen, wenn die Frage von dem Spielpartner falsch beantwortet wurde, um seinerseits bei der richigen Antwort die Spielkarte einzusacken, bringt ein wenig Pepp ins Spiel. Das macht auch die eine Hälfte eines Sternes beim Spaßfaktor aus. Die zweite Hälfte des Sternes kommt durch die 3 Fragen zustande, die tatsächlich für einen AHA Effekt gesorgt haben (Bsp. Wieviel Fleisch der Strauß liefert).
Den zweiten Stern gibt es für das nette Beisammensein mit meinen Freunden. Somit war das nicht die völlige Zeitverschwendung.
Hier hat mal wieder ein Fernsehkoch seine Prominenz für ein unnötiges Produkt gegeben, es wäre zu prüfen ob sich noch der eine oder andere künstliche Geschmacksverstärker in dem Spielbrett findet.