Dieses ultraharte Solo-Debüt legte Ice Cube hin, nach dem er clever genug war NWA den Rücken zu kehren, um sich besseren Dingen zuzuwenden.
Publice Enemy's Chuck D und Flavor Flav helfen auf dieser Scheibe aus. Produziert hat die Bomb Squad, das Team, das damals hinter dem Sound von Public Enemy stand zusammen mit der noch jungen Lenchmob. Der Sound den man hier zu hören bekommt ist dem entsprechend noch näher am Eastcoast-Hardcore und weniger am Westcoast Sound, den insbesondere Dre bereits zu dieser Zeit zu prägen begann. Wer bisher nur die Sachen von Dre und NWA's Niggaz 4 Life kennen sollte, wird diese Scheibe nicht zwangsläufig mögen.
Ice Cube versucht zwar sich als gefährlicher Gangsta zu vermarkten (was auch gut funktioniert hat - das Album war ein kommerzieller Erfolg), gibt hier aber, im Gegensatz zu seinen Ex-Kollegen von NWA, auch politische Inhalte zum besten.
Mit "A Gangsta's Fairytale" und dem völlig überspitzten "It's a Man's World" zeigt der Finsterling das er eigentlich doch eine ganze Menge Humor hat (letzteres ist eine Antwort auf die Kritik durch die Medien und Politiker an seinen frauenfeindlichen Texten aus NWA-Zeiten). Auch bemerkenswert seine Oreo Cookie Äußerung (außen schwarz und innen weiß): Diese wurde von seinen NWA-Kollegen als Diss empfunden und auf Niggaz vor Life ("Message to Benedict Arnold") beantwortet (auch auf der 100 miles and runnin EP finden sich bereits etliche Verse gegen Ice Cube).
Diese Scheibe ist nicht wirklich fundamental, wenn man kein Cube Fan ist. Wenn man Hiphop aus der Zeit (insbesondere den damaligen Eastcost Sound) mag, sollte man zumindest mal reinhören. Gute Englischkenntnisse sind empfehlenswert, da einige Tracks wirklich absolut von den Texten leben.
Die Scheibe war damals beachtlich, ist aber längst nicht Ice Cubes Beste und verliert sich insgesamt teilweise in (gutem) Mittelmaß. Als erste Anspielstation für Cube-Neulinge sind sowohl "Death Certificate", als auch "The Predator" besser geeignet.