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Amerikanische Verhältnisse. Die falsche Angst der Deutschen vor dem Cowboy-Kapitalismus
 
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Amerikanische Verhältnisse. Die falsche Angst der Deutschen vor dem Cowboy-Kapitalismus [Gebundene Ausgabe]

Olaf Gersemann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: FinanzBuch Verlag; Auflage: 2. A. (1. April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898790789
  • ISBN-13: 978-3898790789
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 325.676 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

13,4 Prozent Arbeitslose (2002), ohne staatlich verordnete Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wäre das die reale Zahl in Deutschland; Grenzabgabenlast eines Arbeitnehmers an den deutschen Staat pro erarbeitetem Euro: 65,6 Prozent; durchschnittliche Gründungskosten für ein Unternehmen hier zu Lande bezogen auf das Pro-Kopf-Einkommen: 32,5 Prozent. Gersemann spießt in seinem Werk genüsslich (allzuoft schöngefärbte) Wirtschaftsfakten über Deutschland auf und präsentiert sie im Vergleich zu Daten aus den USA. Das Ziel: aufdecken, einsortieren und auch Ängste nehmen, wenn es um Reformen geht. Und eines der gängigen Killerargumente von Reformgegnern entkräften, das da lautet: "Amerikanische Verhältnisse mit Billigjobs, ohne Krankenversicherung und "working poor" in Deutschland nie und nimmer!" Für einen Vergleichszeitraum von 25 Jahren hat Gersemann vielfältiges Material zusammengetragen und in einen neuen Beziehungshorizont gestellt. Dabei wird deutlich: Die deutsche Misere ist ein selbst gewähltes Schicksal -- und: So schlimm wie vielfach dargestellt ist das amerikanische System auch wieder nicht. Bleibt nicht aus: Beim Auseinanderpflücken einiger Vorurteile zur Situation jenseits des Atlantiks schießt Gersemann auch treffsicher Breitseiten gen deutscher Denke ab, etwa zur restriktiven Einwanderungspolitik oder zur Unterbewertung des Dienstleistungssektors in öffentlicher Meinung. Einer 1:1-Transformation der US-Gegebenheiten will Gersemann nicht das Wort reden, aber kritische Analyse und Adaption in Teilbereichen sollten in die Zukunftsdiskussion einfließen. Sonst macht womöglich in realiter im Jahre 2039 "der letzte Beschäftigte in der letzten deutschen Fabrik... das Licht aus." Das Werk räumt mit Schönfärberei hier und Vorurteilen da kräftig auf und ist vorzügliche Lektüre für Leser, die des Einlullens durch öffentliche Verantwortungs- und professionelle Bedenkenträger überdrüssig sind. Das Buch macht Spaß zu lesen, nordet ein, weckt auf, birgt Zündstoff für die heiße Diskussion und sollte bei so manchem als (Pflicht-)Lektüre unterm Weihnachtsbaume landen. --Horst-Joachim Hoffmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Der Preis, den Deutschland für sein Wirtschaftsmodell in Form mageren Wirtschaftswachstums und skandalös hoher Unterbeschäftigung zahlt, ist mittlerweile gewaltig
Amerikanische Verhältnisse. Ein wünschenswertes Bild der Zukunft? Die Meinungen in Wirtschaft und Politik differieren wie kaum bei einem anderen Thema. Von Schröder bis Stoiber, über die gesamte politische Bandbreite wird derzeit gewarnt; gewarnt vor den sogenannten "amerikanischen Verhältnissen ".Die USA kann für uns kein Vorbild sein. Nun gut, ein paar Jobs wurden geschaffen, ein bisschen Wirtschaftswachstum, doch zu welchem Preis? Unakzeptabel für eine führende europäische Industrienation - das ist der Konsens, auf den man sich hierzulande geeinigt hat.
Doch stimmt das auch? Olaf Gersemann - Wirtschaftskorrespondent der Wirtschaftswoche für die USA - greift nun endlich die gängigen Vorurteile auf und macht reinen Tisch. Viele der sogenannten Tatsachen sind nur Mythen, andere Halbwahrheiten. Ein eingehender Leistungsvergle ich offenbart vielmehr: Nur bei wohlwollender Auslegung
kann überhaupt davon die Rede sein, dass Deutschland im Vergleich zu Amerika mehr soziale Gerechtigkeit und mehr soziale Sicherheit schafft. Sicher ist dagegen: Den Preis, den Deutschland für sein Modell in Form von magerem Wirtschaftswachstum und skandalös hoher Unterbeschäftigung zahlt, ist gewaltig.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer hat Angst vor dem Cowboy-Kapitalismus? Bestimmt nicht Olaf Gersemann: Der Korrespondent der "Wirtschaftswoche" in Washington outet sich gleich zu Beginn des Buches als Fan der Industrienation Amerika, die wie keine andere "so viel Wachstum, so viele neue Jobs erzeugt" habe.
Einverstanden sein muß man mit den Schlußfolgerungen des offenbar recht meinungsstarken Autoren nicht: Ist der amerikanische "Wohlstand" mit seinem relativ hohen Sozialprodukt im Kopf wirklich so beneidenswert, wenn zugleich arm und reich so weit auseinanderklaffen? Haben die Zuwächse am amerikanischen Arbeitsmarkt wirklich solchen Vorbildcharakter, obwohl manche Jobs ihren Mann/ihre Frau nicht mal ernähren? Und muss man - wenn Gersemann einen seiner zahlreichen Vergleiche mit der deutschen Wirtschaftsordnung zieht - eine Sozialabgabe immer gleich als "Abgabenbelastung" titulieren?
Das ist aber alles zweitrangig, denn Gersemann gibt seinen Lesern unabhängig von der politischen Couleur genug Material an die Hand, damit sie sich ihre eigene Meinung bilden können. Der ökonomisch hervorragend informierte Text und die Fülle an Daten, Literaturverweisen und Grafiken ist die eigentliche Stärke des Buches.
Am Spannendsten fand ich die zweite Hälfte, in der Gersemann weit verbreitete Mythen über die "amerikanischen" Verhältnisse entkleidet, oder es zumindest versucht: die Horrorgeschichten von Macjobs und Dauerverschuldung zum Beispiel, von den arbeitslosen Massen hinter Gittern und der mangelnden Gesundheitsversorgung. Wertvolle Debattenbeiträge und zudem amüsant zu lesen.
Fazit? Spannend, aktuell und voller interessanter Einsichten. Sicher kein ungefärbter Blick auf Amerika ... gottseidank !
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Gersemann hebt sich wohltuend von zahlreichen anderen Fachbüchern zu diesem Gebiet ab. Zwar könnte der Buchtitel darauf hindeuten, dass hier amerikanischen Verhältnissen das Wort geredet wird. Doch dem ist nicht so. Gersemann geht recht differenziert auf die Vor- UND Nachteile des amerikanischen Arbeitsmarktes ein. So sieht er nicht nur eine erhöhte Flexibilität seitens der Unternehmen, auf dem Arbeitsmarkt zu agieren und Arbeitskräfte nach Marktlage einzustellen und wieder zu entlassen, sowie eine hohe regionale Mobilität seitens der Arbeitssuchenden. Er betrachtet auch die Probleme, die es in den USA zweifellos gibt: Fehlende flächendeckende Sozialversicherungen, eine große Schere zwischen Arm und Reich, die überdimensionale Auslastung von Gefängnissen.

Dennoch sieht Gersemann vor allem die Vorteile des US-Arbeitsmarktes und ist der Auffassung, dass sich diese auch in der Bundesrepublik verwirklichen ließen, wenn man an den entscheidenden Stellen Korrekturen vornähme. Ihm zufolge besteht in zahlreichen Fällen lediglich die Alternative zwischen unsicher beschäftigt und arbeitslos sein. An die Produktivkraft einer Dauerbeschäftigung und die aus einer Wirtschaftsethik abgeleiteten Pflicht des Unternehmers oder Managers, genügend Aufträge zu an Land zu ziehen, neue Märkte zu erschließen - eine Position, die beispielsweise Trigema-Chef Wolfgang Grupp immer wieder vertritt - denkt Gersemann leider nicht. Und auch als Nicht-Gewerkschaftler sollte man wissen, dass Mitbestimmung eine wesentliche Bedeutung für den produktiven Aufbau von innerbetrieblicher Kooperation und Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern haben kann. Dies erkennen selbst einige liberale Arbeitsmarkttheoretiker an.

Gersemanns positive Analyse ist also wesentlich höher einzuschätzen als seine normative. Allerdings gelangt er zu dieser normativen Schlussfolgerung, weil seine positive Analyse nicht ganz vollständig ist: Er vermeidet jegliche Untersuchung der Wirtschaftsethik des rheinischen Kapitalismus, des Einflusses der Wettbewerbspolitik (z.B. Verbot sämtlicher Fusionen und Übernahmen, weil dies aus dynamischer Sicht mit dem Rückgang innovativer Kompetenzen seitens der Unternehmen einhergeht) sowie des Zusammenhangs zwischen Mitbestimmung und Arbeitsproduktivität. Gerade diese Faktoren waren es, die die Bundesrepublik in der Vergangenheit einen hohen Wohlstand für sehr viele Bevölkerungsgruppen ermöglicht haben. Zu fragen ist also, wie das "Modell Deutschland" so reformiert werden kann, dass einerseits wieder Arbeitsplätze geschaffen werden und andererseits nicht die negativen sozialen Probleme enstehen, die beispielsweise in den USA bekannt sind. Mit anderen Worten: Es ist vor allem die Interdependenz der Ordnungen zu berücksichtigen. Es geht um den sozial produktiven Ausgleich zwischen volkswirtschaftlicher Effizienz, Verbrauchersouveränität und sozialen Zielen wie die Möglichkeit, als Mensch in Würde zu leben. Dies haben die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft wie Eucken und vor allem Müller-Armack klar erkannt, ebenso wie das Problem, dass auf solch komplexe Fragen keine einfachen Antworten zu erreichen sind.

Der Leser dieses Buches sollte sich also diesen Hintergründen bewusst sein. Dann liest man dieses Buch zweifellos mit großem Gewinn.

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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hanz97
Format:Gebundene Ausgabe
Ja, hier haben wir endlich mal ein Buch, das die USA nicht über dutzende von per Flüstertelefon weitergereichte Vorurteile darstellt. Und es ist in Deutschland erschienen - das ist schon eine kleine Sensation!

Der Titel dagegen lässt zunächst ein Buch völlig anderen Inhalts vermuten - nämlich eines das den deutschen Gewerkschaftern nach dem Mund redet. Erst bei näherer Betrachtung erfährt man, dass der Titel extrem zynisch gemeint ist, da der Autor die "ach so schlimmen amerikanischen Verhältnisse" einmal mit richtigen Fakten anstatt mit dummem Nachgeplapper untersucht, und damit zu dem Ergebnis kommt, dass in den USA wahrhaft vieles richtig gelaufen ist, das in Deutschland aufgrund des Klammerns an veralteten Gegebenheiten kategorisch falsch gemacht wurde. Während der guten Zeiten liessen sich diese Fehler noch gut vertuschen, aber heute kommen sie an's Tageslicht. Reformen wie "Hartz IV" gehen erstens gar nicht weit genung, und kommen zweitens viel zu spät. Den Amerikanern geht es deshalb heute besser als den Deutschen.

Es sei gesagt, dass der Autor eine in Deutschland unübliche harte Linie gegen die übermächtigen Gewerkschaften und für die Dienstleistungsgesellschaft in den USA fährt - aber dafür hat er SEHR gute Gründe, und deshalb ist seine Position berechtigt. Derartige Worte erwarte ich eigentlich auch von einem tatenlosen Bundeskanzler, der den Gewerkschaften nicht zu widersprechen traut und sich sogar für nur halbherzige Reformen noch schämt.

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