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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 01.11.2003
Ein klarer Fall von "Etikettenschwindel". Damit meint die Rezensentin Renee Zucker allerdings nicht V. S. Naipaul oder seine Essays, sondern die vorliegende deutsche Ausgabe, deren Titel "Amerika. Lektionen einer neuen Welt" sich nicht nur sehr vom Original-Titel "The Writer and the World" unterscheidet, sondern beim Leser die Hoffnung weckt, es handele sich um neue, zur aktuellen Lage geschriebene Texte. Nichtsdestotrotz, so die Rezensentin, verliert man mit Naipaul nie seine Zeit. Sein doch sehr "westlicher" Blick erlaubt ihm, Amerika zu verstehen, gleichzeitig bleibe er jedoch so europäisch geprägt, dass sich keine "Naivität" in sein Amerika-Bild einschleiche, argumentiert die Rezensentin auf ein wenig selbstgefällige (sprich europa-gefällige) Art. Ganz besonderes gefallen hat ihr eine Reportage über einen "Parteitag der Republikaner in Dallas der Achtizger-Ronald-Reagan-Jahre", in der Naipaul sich spürbar von der ambienten "Leichtigkeit" und "Siegerlaune" anstecken lässt. Was er dagegen über Borges zu sagen hat, findet Zucker ein wenig banal.
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Pressestimmen
"Große Reportagen, die wichtige Denkanstöße für das Zeitalter der Globalisierung liefern." (Die Welt)