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American youth Roman
  
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American youth Roman [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München : Kunstmann, (2007)
  • ASIN: B002CD5XDC
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Phil LaMarche
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein "hässlicher" Amerikaner 7. September 2007
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Lüge, Schuld und Verschweigen, das Herausarbeiten menschlicher Wertvorstellungen, aber vor allem Einsamkeit sind die Kernthemen in Phil LaMarches Debütroman "American Youth", in einer soliden und guten Übersetzung von Malte Krutzsch.

LaMarche Debüt-Roman ist in einer kleinen Stadt im Bundesstaat New Hampshire angesiedelt, mitten in einer Wirtschaftsflaute. Die Väter verlassen ihre Familien und fahren der Arbeit hinterher, die Mütter sitzen allein zu Haus, in einheitlichen, aus dem Boden gestampften Vorstadtsiedlungen, überfordert mit der neuen Situation. Sie fristen fortan ihr Dasein vor dem Fernseher. Die Kinder und vor allem die Jugendlichen sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Sie vertreiben sich ihre Langeweile, indem sie - wie hier im Roman - Molotowcocktails in ein aufgegebenes Wohnungsbauprojekt werfen oder mit den Waffen des Vaters "herumspielen".

LaMarche setzt in "American Youth" diese allgemeinen Verfremdungen ganz spezifisch in der Geschichte eines Jungen um, der am Ende "wie ein heimwehkranker Felsen fällt".
"Der Junge", wie er permanent im Roman genannt wird, hat auch einen Namen, "Ted" Theodore LeClare. Dieser wird jedoch während der weiteren Erzählung nur äußerst selten genannt. Bereits vor dem Unfall - durch eine unglückliche, leichtsinnig herbeigeführte Situation, wird ein Freund vom ihm erschossen - emotional zurückgezogen, beginnt für den Jungen nun eine Spirale nach unten.

LaMarche hat seinen Schreibstil stark an Cormac McCarthy angelehnt, an dessen äußerst minimalistische, geradlinige, schlichte und schmucklose Erzählweise. "Der Junge" erinnert stark an dessen Roman "Die Straße". In äußerst knappen, kurzen, teils lakonischen Sätzen und Dialogen ohne Schnörkel und Metapher erzeugt der Autor ein bewusstes Ausgegrenztsein des Jungen, aber auch des Lesers, ein geradezu verstörtes Gefühl von Hilflosigkeit und Leere. Hier wäre mehr auf jeden Fall zu viel gewesen. Gerade diese Knappheit gibt das zerrissene Innenleben von Ted sehr gut wieder.

Zuweilen jedoch neigt LaMarche zur Übertreibung und überzeichnet Dinge, flüchtet sich teilweise in oberflächliche Stereotype. Diese Art zu schreiben lenkt von den feinfühligeren Bestandteilen des Romans ab. Der Leser wandelt immer zwischen den Polen, findet keinen richtigen Zugang zum Geschehen und zu den Gefühlen des Jungen.
Vieles bleibt vage unter der Oberfläche, wird nur angedeutet, ohne klar ins Bild gerückt zu werden.
Das ist das größte Problem des Romans. Es ist kein schlechtes Buch - es ist flüssig und recht spannend zu lesen - aber die Entfremdung und der Mangel an Überraschungen lassen nur einen profanen Eindruck zu.

Fazit:
Wie Ted, ist auch der Leser nie näher, als wenn er "irgendwo innerhalb [seines] Schädels, das Zimmer durch die Fenster [seiner] Augen beobachtet."
Das ist zwar recht nah, aber es war niemals nah genug.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Anja Thieme (Media-Mania) TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieser Roman macht betroffen, auch wenn er den Leser immer auf Distanz hält. Ted wird fast durchgehend nur "der Junge" genannt, seine Gefühle bleiben versteckt hinter seinem Gesicht. Nur ganz selten gelingt es dem Leser, einen Einblick zu erhaschen. Dieser Spalt wird aber schnell wieder dicht gemacht und wieder fragt man sich, was in diesem Protagonisten vorgeht. Das ist zum einen spannend, da man so hin und wieder überrascht wird, allerdings hält es einen auch auf Distanz, man erhält keinen Zugang und kann gar nicht versuchen, die Handlungen nachzuvollziehen.

In der Geschichte geht es um eine Menge: Arbeitslosigkeit, die schlechte Wirtschaftslage, zerrüttete und gescheiterte Ehen, kaputte Familien, Lügen, Schuld, Schweigen, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit - viel Bedrückendes kommt zusammen, es ist klar, dass aus dieser Situation heraus nur Katastrophen entstehen können. Da überrascht das fast versöhnliche Ende ein wenig, auch wenn es ein langer Prozess bis dahin ist.

Leider sind die Charaktere sehr schwarz-weiß gezeichnet. Phil LaMarche hält sich nicht viel mit Grautönen auf, auch wenn zumindest Ted hin und wieder die Farbe wechselt. Alle anderen sind seltsam leer, handeln so, wie man es von Stereotypen erwartet und bieten so keine Überraschungen. Auch die "American Youth" ist wenig überraschend: Rechte Jugendbewegungen, die zum größten Teil von ihrem Hass auf sich selbst angetrieben werden, der sich irgendwo niederschlagen muss, kennt man bereits.
Das Einzige, was der Leser nicht bereits in anderer Form gelesen hat, ist vielleicht das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Beklemmung, das einen Jungen befällt, der Schuld am Tod eines anderen wird, diese Schuld aber nirgendwo zugeben und so sein Gewissen etwas erleichtern darf. Zu viel würden sonst die Eltern erleiden müssen, zu stark wäre der Bruch innerhalb der Familie, zwischen Sohn und Eltern.

Die Geschichte lohnt sich durchaus zu lesen. Allerdings wird es wohl beim einmaligen Überfliegen bleiben. Die Charaktere bieten einfach nicht genug Anhaltspunkte, um tiefer einzusteigen und mitzufühlen. So liest man hier einen Bericht der Ereignisse, bleibt aber selbst unbeteiligt und weit weg. Für eine Geschichte, die in einer durchschnittlichen Gegend mit durchschnittlichen Menschen spielt, ist das schade. Hier wäre sehr viel mehr Potenzial gewesen, die Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit in jedem Einzelnen aufzuzeigen.
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Format:Gebundene Ausgabe
Wie lange muss ein Moment dauern, um ein ganzes Leben zu beeinflussen? Sekunden, Minuten. Länger oder kürzer. Ted lässt seine Freunde einen kurzen Augenblick allein. Mit einem geladenen Gewehr. Mit einem Gewehr, dass er geladen hat. Dann hört er einen Schuss, dann sieht er einen seiner Freunde am Boden liegen, tot. Danach ist für Ted nichts mehr, wie es einmal war. Doch wie kann man mit so etwas umgehen? Erwachsene können es in den meisten Fällen nicht, wie soll es dann ein sechzehn Jahre alter Jungen können.

An dieser Frage verscuht sich Phil LaMarche in seinem Erstlingswerk American Youth. Streckenweise gelingt es ihm auch. Gefühlvoll tastet er sich in die Perosn des Jungen hinein, lässt seine Träume und Ängste sein Handeln bestimmen. Man merkt, dass der Autor mit seiner Hauptperson leidet. Einfache Sätze lassen einen Kontrast zu dieser schrecklichen Tat entstehen. Und gleichzeitig sind diese einfachen Sätze auch das große Manko dieses Buches. Ob das jetzt an den Schreibkünsten des Autors liegt oder an einer schlechten Übersetzung, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist jedoch, das der Roman teilweise dilletantisch wirkt. Aber vielleicht ist das ja auch beabsichtigt.

Zum Abschluss kann man sagen, dass American Youth wohl eher etwas für jüngere Leser ist. Bei Älteren ist die Gefahr, sich zu langweilen, zu groß.

American Youth
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