American Vampire
Stephen King ist nicht nur im Romanbereich ein Garant für gute Verkaufszahlen. Neben seinen Filmen verkaufen sich mittlerweile auch Comics mit dem Namen des Mannes aus Maine ausgezeichnet, wie man an den Reihen 'The Dark Tower' und 'The Stand' sehen kann, die bei Marvel Comics erscheinen.
Mittlerweile hat auch die Konkurrenz bei Vertigo gemerkt, daß King verkaufsfördernd ist; auch 'American Vampire' verkauft sich in den USA wie geschnitten Brot.
Dabei ist 'American Vampire' nicht ausschließlich von Stephen King. Die Grundidee stammt von Scott Snyder, der auch schon Geschichten in den Serie Iron Man und Batman geschrieben hat. Eigentlich hatte Snyder King um einen kleinen Kommentar für das Cover gebeten, aber dieser war so begeistert, daß er gleich seine Mitarbeit anbot.
So ist jedes Kapitel der Geschichte unterteilt in 2 Handlungsebenen. Stephen King beschreibt die Zeit zwischen 1880 und 1925, also die Entstehungsgeschichte des Vampirs Skinner Sweet. Dieser ist, noch in menschlicher Form, eine Art Outlaw, und legt sich im Wilden Westen mit den Reichen und nicht ganz so schönen an. Diese sind alter europäischer Vampiradel. In einem Kampf wird Skinner Sweet zufällig mit Vampirblut infiziert. Doch bei ihm wirkt das Blut anders. Statt sich in einen klassischen Vampir zu verwandeln, wird er zu einer neuen Form der Vampirfamilie. Sonnenlicht ist kein Problem für ihn, aber in mondlosen Nächten ist er geschwächt und verwundbar.
Natürlich sinnt er auf Rache...
Szenenwechsel und Bereich von Snyder: Hollywood, 1925.
Pearl Jones ist ein kleines Filmsternchen, daß vom Film nicht leben kann, sondern sich mit vielen Nebenjobs durchbringen muß. Als sie zu einem Produzenten nach hause eingeladen wird, wittert sie ihre große Chance. Doch auch bei den Machthabern von Hollywood handelt es sich um Blutsauger, die Pearl als Snack betrachten, und ihre Leiche in der Wüste entsorgen. Doch sie lebt noch, und Skinner Sweet schenkt ihr seinen Fluch: Er macht sie zu einer Vampirin seiner Art...
Fazit:
Junge Damen mit Hang zu den sog. 'Biss-Büchern' werden hier wenig Freude haben, den hier sind Vampire nicht als edle, feinfühlige Wesen dargestellt, sondern als brutale Killer und Monster ' ganz, wie es meiner Meinung nach sein sollte. Fraglich ist, wieviel Einfluß Stephen King wirklich auf den Band hatte, schließlich ist sein Werk 'Brennen muß Salem' selbst schon ein Klassiker des Genres.
Skinner Sweet als Figur ist beinhart dargestellt, brutal und rachsüchtig. Seine Fähigkeiten sind nichts neues, kommt er als Mischung von Wolverine (sogar mit Krallen) und Blade (Daywalker-Fähigkeit) daher. Man hat das Gefühl, daß er seine neuen Fähigkeiten eher genießt. Das Gegenteil davon ist Pearl, die sich nur langsam mit der neuen Rolle abfindet - dann aber richtig. Leitmotiv bei beiden: Rache!
Die Serie hat definitiv Potential. So wurden z.B. die jeweiligen geschichtlichen Epochen sehr schön dargestellt, was natürlich auch an den Zeichnungen von Rafael Albuquerque liegt. Autor Scott Snyder macht keine Hehl daraus, daß er seine Figuren noch weiter in unterschiedliche Epochen eintauchen lassen wird. Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht.