Ich weiß, das hört sich jetzt kitschig an, aber jedesmal wenn ich dieses Album so nach ein bis zwei Jahren wieder mal höre, kommt mir dieser Gedanke.
Mit 14 hab' ich dieses Teil zum ersten mal genossen, zu einer Zeit als ich gerade dabei war meine erste Beatles Phase hinter mir zu lassen, und auch etwas in den Jazz, Fusion und Jazz-Rock hineinschnupperte und dieses Album war ideal dazu, um mir diese Stilrichtungen auch schmackhaft zu machen. Das hier war damals moderner, und sehr eingängiger Jazzrock, vorwiegend in Dur und dadurch gefährlich nahe an der sog. ,Fahrstuhlmusik' gebaut, aber trotzdem erkannte man sofort, daß die Improvisationsfähigkeiten, die Perfektion und auch die Dynamik dieser Kompositionen weit mehr als triviales Gedudel war.
Die Melodiosität mit der die PMG hier zu Werke geht sucht ihresgleichen und auch der sound - PM war noch nicht in seiner ,synclavier Phase' - verleiht diesem Album eine Wärme und Heimeligkeit in der man sich sofort geborgen fühlt. Das Laut-Leise Spiel und der Druck den drummer Danny Gotlieb hier stellenweise erzeugt sorgt für die nötige Dynamik um die Kompositionen zu voller Pracht erblühen zu lassen. Und wenn das Titelstück dann mit einem stakkatoartigen Rockbeat eröffnet wird, spätestens dann wird klar: ja das ist auch JazzROCK. ,American Garage' gehört sowieso zu den ausgefeiltesten und dichtesten 4 Minuten die dieses Genre je hervorgebracht hat und wie Metheny dann ganz nebenbei noch bekannte Rock licks in sein Spiel verwebt und sich diese wie von selbst in den song einfügen, das hat ganz große Klasse.
,Heartland', ,Airstream' und ,The Search' sind einfach traumhaft schöne songs, bei denen es oft schwer fällt die Improvisationsstellen von den durchkomponierten Passagen auseinanderzuhalten, aber das soll man auch gar nicht, man soll einfach geniessen. ,The Epic' hat seinen Titel wahrlich verdient, denn hier werden alle Tugenden die Jazz und (Prog)rock je hervorgebracht haben auf wunderbare Weise vereint; Tempi Wechsel, Rhythmus Wechsel, amtosphärische Passagen und tolle Solis, die aber nie einem Selbstzweck dienen sondern immer dem Song.
Ein Tipp noch: man sollte dieses Album möglichst laut hören, denn nur dann entfaltet es seine ganze Kraft und Faszination.