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Moviemans Kommentar zur DVD: Sehr solides Bild, feinsinniger Sound, sinnvolle Extras.
Bild: Die Schärfe liefert in Montagesequenzen, die mit Comic-Bildern hantieren, Bestnoten (00.25.55, Fahrt über Comic-Cover). Im Realfilm-Part ist die Detailzeichnung und Konturierung ein wenig schwächer, aber immer noch deutlich im Gut-Bereich. So werden auch in Totalen noch Personen akzentuiert abgebildet (00.03.29). Kamerabewegungen können unter minimalen Schärfeverlusten leiden (00.06.08, Fassade). Die Rauschwerte bleiben zurückhaltend, so dass auch die Abbildung von Kacheln (üblicherweise ein Problem) problemlos bleibt. Der Kontrast ist hoch und schafft saubere Helligkeitsabstufungen. Leichte Konturenschatten können Gesichter umspielen (00.08.27), fallen aber kaum ins Gewicht. Die Farben sind gesund in Formtreue und Sättigung.
Ton: Das Klangbild ist detailvoll und feinsinnig angelegt. Es fällt aber auf, dass es insgesamt zu leise abgemischt ist, was die Dynamik und den Rauschfaktor ungünstig beeinflussen kann. Die Kulisse ist vital (00.20.59, Disc 2, Restaurant) und liefert ein hohes Maß an Authentizität (00.07.28, Hall einer zuschlagenden Tür). Die jazzige Musik ist weiträumig und klar angelegt (00.07.43, Vibraphon und Saxophon). Die deutschen Stimmen neigen zuweilen zu einem leichten Übermaß an Hall (00.32.13, Disc 2, im Bücherladen). Insgesamt erfreulich.
Extras: Ein spannender, Figurenbezogener Kommentar, der deutsche und der englische Trailer (die sich auch im Schnitt unterscheiden) und allerlei Infos und Hintergründe: sehr nett. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Nicht zuletzt deshalb, weil die Regisseure, die zuvor Dokumentarfilme gedreht haben, das Genre des Biopics dekonstruieren, indem sie das Leben ihres Helden nicht in eine klassische narrative Form bringen, sondern ihr 'Rohmaterial' zu einem originellen Konstrukt aus dramatischen Szenen mit Paul Giamatti in der Rolle von Harvey Pekar, dokumentarischen Interviews mit dem echten Pekar und animierten Fetzen aus den Comics von Harvey Pekar zusammenpuzzeln. Das Ergebnis ist eine jazzige Collage, die in keine Kategorie passen will und sich damit genialerweise genau dem nähert, dem sie Respekt erweist. Wie Terry Zwigoffs 'Ghost World' oder Todd Solondzs 'Storytelling' macht sich 'American Splendor' Gedanken über eine Sorte Mensch, die im üblichen Sinne als 'Nerds' im gesellschaftlichen Niemandsland oder in komischen Nebenrollen ihr Dasein fristet: die Einsamen, schlecht Angezogenen, ewigen Nörgler, die in Wahrheit die besten Chronisten ihrer Zeit und Umwelt sind und selbst unendlich unterhaltsamen Stoff für Beobachtungen liefen, denn - um es mit Harvey Pekars Worten auszudrücken: 'Das normale Leben ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit.'
In seinem Fall ist es zunächst das tödlich langweilige Dasein als Aktenschieber in einem Krankenhaus. Frei von Sentimentalität und mit erschütternd trockenem Humor kommentiert die heisere Erzählerstimme des echten Harvey seine ersten Bemühungen als Comic-Autor, seinen jahrelangen Kampf mit Krebs, den nicht weniger permanenten Trouble mit der Einsamkeit und der höchst komplizierten Beziehung zu seiner (von einer kaum erkennbaren hornbebrillten Hope Davis gespielten) Frau Joyce. Die gespielten Szenen mit dem versierten 'Nerd'-Darsteller Paul Giamatti, der mit einer Brillanz und Komik durch die Szenen schlurft, dass er nicht nur seiner Rolle, sondern auch sich selbst ein Denkmal setzt, gleiten zwischendurch immer wieder hinüber in die Handlung hinter der Kamera: Da sitzen dann der echte Harvey und sein sonderbarer Freund 'Nerd' im Studio und schauen sich selbst zu. Und wenn der Film am Ende Pekar bei seinen Auftritten bei US-Talker David Letterman im Wechsel mit Giamatti zeigt, sind beide auf wunderbare Weise kaum mehr zu unterscheiden.
Nach 100 Minuten schüttelt der Zuschauer Harvey Pekar zum Abschied die Hand, als hätte er mit ihm in irgendeinem Diner gesessen und er ihm bei einem Burger seine Lebensgeschichte erzählt. Genauso eigenwillig ist 'American Splendor' und wie sein Protagonist und dessen Comics voll von schüchternen Beobachtungen hässlicher und allgemeiner Enttäuschungen. Eine surreale Mischung aus Komödie, Drama und Dokumentation, ein trauriger, lustiger, kluger und sehr schöner Film zugleich. cm.