Zum Film:
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Meine Lieblingsszene in dem Film ist ganz klar, wie Drew seinen Mitschülern beim Latrinen ausheben einen Rock-and-Roll-Song beibringt, bei dem aus „Summertime blues" ganz schnell „Shaolin temple blues" wird. Die Szene ist nicht nur urkomisch, sondern auch unheimlich schwungvoll und das Lied gefällt mir auch sehr gut, weshalb ich hier öfter mal zurückspringe... Doch nicht nur an dieser Stelle ist für die Lachmuskeln gesorgt, denn auch das Aufeinanderprallen zweier so unterschiedlicher Kulturen wie der asiatischen und der amerikanischen sorgt immer wieder für Heiterkeit, da Drew nicht nur sich sondern auch seine Mitschüler mit den Auflockerungsversuchen immer wieder in Schwierigkeiten. So bringt er ihnen zwar einerseits das Tanzen bei, aber andererseits auch, wie man dem Ausbilder Streiche spielt.
Die Musik ist während des ganzen Films immer sehr gut auf die verschiedenen Situationen eingestellt, so läuft zum Beispiel beim Arbeiten und Trainieren oft Rock and Roll, während die Prüfungen mit chinesischer Musik und der Endkampf mit Triumphmusik verbunden wird. Dies sorgt immer für die entsprechende Stimmung. Neben der Musik ist auch die Kameraführung sehr gelungen, die immer genau das einfängt, was wichtig ist und auch einige schöne Landschafts- und Städteaufnahmen zeigt, darunter die chinesische Mauer. Als weiteren Pluspunkt möchte ich die glücklicherweise nicht zu häufig eingesetzten Effekte bezeichnen, wobei ich die Blitze im Finale zu Beginn des Films hervorheben möchte, da sie einerseits für Dramatik sorgen, aber andererseits so übertrieben sind, dass man schon wieder darüber lachen kann.
Weniger gut ist die Regie gelungen, da mir während des Films einige Fehler aufgefallen sind, die durchs Schneiden entstanden sind. So hat Drew zum Beispiel im einen Moment nur ein T-Shirt an und keine Mütze auf und in der nächsten Sekunde ein Hemd über dem T-Shirt und seine Mütze wieder auf, obwohl er garantiert keine Gelegenheit hatte sich umzuziehen. Solche Patzer treten in dem Film gleich zwei bis dreimal auf. Sehr gut hat mir dagegen gefallen, dass der größte Teil des Films sich wirklich mit den Shaolin, ihrem teilweise mystisch anmutenden Tempel und ihren Bräuchen beschäftigt, während die obligatorische Lovestory sich nur ganz am Rande befindet und auch mehr Mittel zum Zweck ist, da durch sie einige weitere Ärgernisse entstehen, die praktischerweise in Lektionen umgewandelt werden.
Überhaupt finde ich es faszinierend, wie spielend und regelrecht unauffällig die Lektionen Demut, Gehorsam, Freundschaft, Gruppensinn, Geduld, Bescheidenheit, eiserner Wille sowie Selbstvertrauen und Selbstständigkeit erteilt werden und wie der Meister immer genau im richtigen Moment das richtige sagt oder tut. Tief beeindruckt haben mich weiter nicht nur die synchronen Kampfübungen, sonder auch Drews Beharrlichkeit, ohne die er nie in den Tempel aufgenommen wurde, und dass diese Beharrlichkeit auf einer Geschichte beruht, von der er erst zum Ende des Films erfährt, ob sie nun wahr ist oder nicht. Dagegen ist das Ende, bei dem er seinem Angstgegner noch mal gegenüber treten muss, natürlich durchaus voraussehbar. Auch, dass er einen Gegner im Tempel haben musste, war irgendwie klar, aber dass diese Feindschaft ausgerechnet auf Fremdenfeindlichkeit beruht, ist für den dargestellten Kulturkreis - zumindest von meinem Gefühl her - doch eher ungewöhnlich. So hat es mich auch überrascht, dass diese Fremdenfeindlichkeit auch von außenstehenden Beamten weitergeführt wird. Warum der Film allerdings erst ab 16 Jahren freigegeben ist, verstehe ich nicht so recht.
Die Besetzung habe ich übrigens als ausgesprochen passend empfunden, auch wenn man Reese Madigan anmerkt, dass er nicht der erfahrenste Schauspieler ist. Trent Bushey dagegen verkörpert den Fiesling, der er im Prinzip nur durch das entsprechende Training und seinen Manager geworden ist, ausgezeichnet, da er sowohl am Anfang wie auch ganz am Ende auch ein bisschen Sympathie aufkommen lässt - davon mal ganz abgesehen sieht er natürlich auch ziemlich gut aus. Weiter sehr gut besetzt sind auch die Nebenrollen, so bringt Alice Zhang Hung genau die richtige Mischung aus Schüchternheit und Selbstbewusstsein rüber, während Daniel Dae Kim sowohl anfangs als ernstzunehmender Gegner wie auch später als guter Freund sehr überzeugend ist. Aber auch Kim Chanals weiser Meister, Cliff Lendermann als scheinbar harter Ausbilder und Billy Chang als guter Kumpel sind sehr überzeugend. Die Synchronisation dagegen ist zwar nicht gerade perfekt, aber trotzdem okay.
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Zur DVD:
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Da der Film ja leider nicht der neueste ist, wurde an Extras mal wieder total gespart, aber immerhin ist das Menü nicht nur originell sondern auch leicht zu bedienen, wobei mir besonders die Szenenanwahl gut gefällt, da sie alles beinhaltet (bewegte Bilder, Titel etc)., was eine gute Szenenanwahl meiner Meinung nach braucht. Vermisst habe ich dagegen die Möglichkeit, verschiedene Sprachen und natürlich Untertitel auszuwählen. Außerdem hätte ich mir auf dieser DVD so etwas wie „Verpatzte Szenen" gewünscht, da das bestimmt lustig gewesen wäre. Dafür sind aber Ton und Bild für so einen verhältnismäßig alten Film durchaus in Ordnung. Nur der Ton der Trailer ist nicht in allen Fällen wirklich gut, da er zum Teil irgendwie stumpf klingt, aber ansonsten sind die Trailer - wie eigentlich immer - überwiegend sehr interessant. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass vier der Trailer über ein Filmplakat anwählbar waren. Außerdem fand ich auch die Slideshow mal eine interessante Idee, zumal sie ja auch mit wirklich guter Musik hinterlegt ist... :-)