Ich habe das Buch als mein erstes über Pitbulls aufgrund der guten Rezensionen gekauft, war allerdings mehr als enttäuscht, als ich es gelesen habe. Gibt es denn im deutschsprachigen Raum keine guten Bücher über diese Hunderasse? Am Beginn des Buches, im Vorwort von Dr. Fleig, wird darauf hingewiesen, dass "gewisse Haltungs- und Erziehungsmethoden, die krass unseren Vorstellungen von Tierschutz wie auch den modernen Erkenntnissen der Verhaltensforscher widersprechen, in diesem Buch gar nicht in die deutsche Sprache übersetzt wurden". Dennoch strotzt dieses Buch vor Ansichten und Aussagen zu Erziehung (Stachelhalsband) und Haltung (Kettenhaltung und wie man die Kette am besten befestigt - seeehr wichtig, ne?), die als grob tierquälerisch zu betrachten sind. Ausserdem sieht man auf jeder dritten Seite ein Foto eines angeketteten Hundes oder eines Hundes hinter Gitter. Gut, es sind auch einige Fotos von Hunden in guter Kondition und zu sehen, aber warum muss man dann ausgerechnet bei einem Hund, der offensichtlich unterernährt, ungepflegt und zu alledem mal wieder angekettet ist (Seite 52), als Beispiel für Topkondition anpreisen??? Ist dies ein Aufruf, seinen Hund verkommen zu lassen? Und es ist für den europäischen Leser auch sicherlich uninteressant, dass man die Kette am besten an einer alten Autoachse im Boden befestigt.
Alles in allem ist dieses Buch sicher nicht die Art von Werbung, die die Rasse Pitbull bekommen sollte. Hätte man wirklich alles, was nach amerikanischer, aber nicht nach europäischer Art eine gute Hundehaltung ausmacht, unübersetzt gelassen, wäre nicht viel übriggeblieben. Die Zeit wäre besser genutzt gewesen, hätte man sie einem Buch über artgerechte Hundehaltung, konsequente, gewaltfreie Erziehung und rassetypisches Verhalten gewidmet. Das, was für einen Anfänger informativ ist, findet er in jedem anderen Buch über Pitbulls auch.
Leute, es gibt gute Bücher, dieses gehört für mich nicht dazu.