Aus der Amazon.de-Redaktion
American Pie sorgt nun dafür, dass diese Form der Komödie ihre Würde zurückbekommt! Würde, werden Sie nun fragen? Wie kann ein Film über verfrühte Ejakulationen (die auch noch via Internet in die weite Welt übertragen werden), dessen Höhepunkt eine sexuelle Interaktion mit einem Apfelkuchen darstellt und der darüber hinaus noch vielen anderen Geschmacksverwirrungen frönt, auch nur ansatzweise mit Würde enden? American Pie gelingt dies, indem der Film stets einen Schritt weiter geht als andere "Gross-Out-Komödien", dabei aber seine Geschichte nie aus den Augen verliert, sehr viel Wert auf die Auflösung setzt und mit hervorragenden, überdurchschnittlich agierenden Jungschauspielern daher kommt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vier High-School-Freunde (Jason Biggs, Chris Klein, Thomas Ian Nicholas und Eddie Kaye Thomas), die alles dafür tun würden, um am Tag des Abschlussballs endlich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Die Mädchen, die sie dafür ausgewählt haben, sind die misstrauische Vicky (Tara Reid), die Chorsängerin Heather (Mena Suvari), die kindliche -- aber keinesfalls naive -- Michelle (Alyson Hannigan) -- na ja, und jede Menge anderer junger Frauen, die sich auf ein Abenteuer einlassen würden.
Was nun geschieht, kennt man aus vielen Filmen. Zuerst einmal ist es witzig, wobei die Gesprächsszenen zwischen Jim (Biggs) und seinem besorgten, stets verständnisvollen Vater (Eugene Levy) die absoluten Höhepunkte des Filmes darstellen und selbst die peinlichsten Momente in Jims Leben (wie eben die Live-Übertragung seiner Samenerguss-Probleme via Internet) in den Schatten stellen. Auch ist der Film in vielerlei Hinsicht absolut geschmacklos und lässt viele Charme-Grenzen hinter sich. Doch dann geschieht etwas Unvermutetes: Gegen Ende des Filmes wird American Pie etwas ruhiger und löst die Wünsche der Jungen ein. Doch nicht etwa in flüchtigen Abenteuern, mit denen sie vor ihren Freunden angeben können. Nein. American Pie überrascht in der Endphase aufgrund seiner Ernsthaftigkeit, in der Moral und Humor überraschend einander ergänzen. So ist American Pie kein Porky's für das Jahr 2000. Hinter der vermeintlich brachial witzigen Komödie verbirgt sich eine moralische Geschichte. Und diese ist es, die diesem Film und vielleicht dem gesamten Gross-Out-Genre seine Würde zurückgibt. --Jenny Brown
Amazon.de DVD-Bewertung
Disc 2 wartet mit Biografien und Filmografien der beteiligten Künstler auf und schildert in einer Making-Of-Doku, wie die deutsche Ausgabe der DVD produziert wurde. In einem amüsanten interaktiven Spiel namens "Flirt Chat" kann der User seine Charmeur-Fähigkeiten testen. In der Abteilung "Rated/Unrated" werden fünf frivole Sequenzen vorgestellt, die in der US-Fassung indiziert wurden. Damit nicht genug der reizvollen Special-Features: Unter der Überschrift "Goofs" hat man ein paar lustige Pannen versammelt, die beim Filmdreh passierten. Die Songs des Soundtracks können auszugsweise angehört werden. Und Produktionsnotizen, verworfene Szenen (Outtakes) und Interviews mit den Hauptdarstellern runden das Ganze ab. Eine randvolle Veröffentlichung, an der man viele Stunden seinen Spaß hat! --Jenny Brown
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Sauberes Bild, sauberer Ton, saubere Extras, was will man mehr?
Bild: Prinzipiell bietet das Bild einen sehr natürlichen Farbumfang, der nur hin und wieder etwas unterkühlt wirkt oder Hautfarben in Innenräumen leicht rötlich wirken lässt (Gesicht und Arme, 00:20:35). Überwiegend aber zeigen sich plastische Farbwerte, die sich in einer guten Schärfedarstellung spiegeln. Ab und an muss aber darauf hingewiesen werden, dass das milde aber doch wahrnehmbare Grundrauschen leichte Unruhen ins Bild einbringt. Gerade auf hellen Flächen setzt sich gerne mal ein bewegter Grauschleier fest, der nicht davor scheut, sich in kleinere Blöcke zusammen zu raufen (helle Decke über Kopf, 00:18:59). So kommt es dazu, dass auch Gesichter in dunkleren Einstellungen, die erfreulicherweise keinesfalls unter mangelndem Kontrastabstufungen leiden, hin und wieder etwas pixelig wirken oder Feinheiten in der Mimik minimal ins Stocken geraten (Jungengruppe, 00:21:06) Dies fällt aber nur bei haargenauer Beobachtung auf und vermag den Filmgenuss nicht wirklich zu stören.
Ton: Die DVD ermöglicht, dass viele unterschiedliche akustische Signale harmonisch nebeneinander existieren, ohne sich gegenseitig zu behindern. Ganz im Gegenteil ergibt sich durch das Zusammenspiel von Musik, Dialogen, Vogelzwitschern und Automotoren ein komplexes aber sehr authentisch wirkendes Klangbild, das Authentizität vermittelt und den Zuschauer mitten ins Geschehen befördert. Sogar Stimmen sind dabei aus den hinteren Kanälen zu vernehmen (Murmeln der Schüler in den Gängen, 00:04:25 oder Stimmen der Partygäste, 00:12:00). Ein kleines Stück präsenter wirkt dabei die DTS-Fassung, die den räumlichen Umfang der Dolby Digital 5.1-Mischung aber nur unwesentlich erweitert. Positiv fällt auf, dass vor allem die Musik den Raum sehr plastisch bespielt, da sie sämtliche Kanäle verwendet und nicht davor scheut, mit Richtungswechseln zu spielen (00:08:30). Diese verwenden aber auch Kulisse und die sich ab und an sanft einmischenden Effekte (elektrischer Fensterheber, 00:10:41), um den Raum zu erweitern. Was die Sprachanteile angeht, beweisen die englischen Originalstimmen ein wenig mehr Facettenreichtum. Außerdem sind sie etwas griffiger im Raum verankert, obwohl auch den deutschen Synchronstimmen zugestanden werden muss, dass sie sich - je nach Umgebung – sehr passend dem Raum angleichen.
Extras: Schön, dass das Bonusmaterial so umfangreich ausfällt. In einem Making Of (21:22 Min.) geht es um Charaktere und Story aber auch um die Motivation für die Produktion. Neben den Regisseuren und Produzenten werden auch die Darsteller in Form von Interviews vorgestellt. Nicht nur Filmausschnitte aus „American Pie“ selbst lockern das Programm optisch auf, auch Ausschnitte aus dem Film „Diner“, an dem sich die Filmemacher orientierten, kommen vor. Ein Sprecher führt das Publikum kommentierend durch die Welt von „American Pie“. In den folgenden Interviews kommen ganze zehn Mitwirkende zu Wort, und zwar die Darsteller Jason Biggs (0:52 Min.), Chris Klein (1:00 Min.), Natasha Lyonne (0:55 Min.), Thomas Ian Nicholas (0:29 Min.), Tara Reid (1:28 Min.), Mena Suvari (1:21 Min.), Sean W. Scott (1:07 Min.), Eddie Kaye Thomas (0:25 Min.), Alyson Hannigan (1:01 Min.) sowie Regisseur das Regie-Produktionsteam Paul und Chris Weitz (1:28 Min.). Zwar sind das viele Interviews, leider gestalten sie sich aber im Einzelnen sehr knapp. Wenn man das Making Of gesehen hat, dann kennt man die Interviews schon. Der folgende „Blick hinter die Kulissen“ (6:06 Min.) zeigt Ausschnitte aus Dreharbeiten der Abschlussparty, des Lacrosse-Trainings und der Diner-Szene, die aber leider nicht untertitelt oder kommentiert werden und ziemlich unvermittelt abbrechen. Es folgen Outtakes (2:08 Min.), ein sympathisches, Musik und Interviews enthaltendes Feature über die Band „Tonic“ (10:53 Min.) sowie einige hintereinander geschnittene Deleted Scenes (5:52 Min.). „Spot Light on Location“ (10:22 Min.) beschäftigt sich abermals mit dem Inhalt des Filmes und wirkt wie ein zweites Making Of, das neben Filmausschnitten und Interviews auch Szenen und Albereien vom Set einbindet und die Darsteller etwas persönlicher vorstellt. Im weiteren Verlauf gibt es noch Darstellerinfos zu Jason Biggs, Chris Klein, Natasha Lyonne, Thomas Ian Nichols, Tara Reid, Mena Suvari, Sean W. Scott, Eddie Kaye Thomas, Alyson Hannigan und Shannon Elizabeth. Ein nicht zu vergessenes Highlight der Extras stellt der Audiokommentar der Gebrüder Weitz dar. Neben Chris und Paul Weitz hören wir hier außerdem die Darsteller Sean William Scott, Eddie Kaye Thomas, Jason Biggs und den Drehbuchautor Adam Herz. Bedauerlicherweise ist der lebhafte Audiokommentar nicht untertitelt. Eine DVD-Empfehlung zum Film „Michael Clayton“ (2:01 Min.) schließt das sehr unterhaltsame Bonusprogramm ab. Im Hauptmenu ist außerdem eine extra anwählbare Trailershow (12:50 Min.) mit sieben weiteren Filmtipps vorhanden, die aber nicht den Trailer zum Hauptfilm enthält. --movieman.de