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Gekonnt verbinden die beiden in den elf Tracks, darunter auch der Titel-Song des letzten James-Bond-Films, "Die Another Day", akustische und elektronische Sounds. Mehr noch als auf Music gelingt es dem Duo aus diesen beiden gegensätzlichen Polen eine ebenso tanzbare wie fortschrittliche Mixtur herzustellen, die an Anspruch und Ausdruckskraft das sonstige Geschehen in den Hit-Paraden mühelos deklassiert.
Madonna bewegt sich auch diesmal wieder in einer ganz eigenen Liga. Das stellt sie gleich am Anfang des Albums mit drei außergewöhnlichen Songs klar. Als Einstieg in die faszinierende Welt von Frau Ciccone dient die aktuelle Single "American Life". Danach folgt mit "Hollywood" auch gleich einer der besten Tracks des Albums, eine mit Akustikgitarren-Sounds unterlegte Nummer, die sich dank großzügig eingestreuter Breaks und einem unwiderstehlichen Groove nach und nach in eine hochgradig dancefloortaugliche Nummer verwandelt.
Doch Madonna legt auch diesmal sehr viel Wert auf Abwechslung, und so reduziert sie mit "I'm So Stupid", das Mirwais mit seinen inzwischen oft kopierten, aber nie erreichten Elektronik-Sounds prägt, deutlich das Tempo. Besonders erwähnenswert ist zudem noch die zum Abschluss platzierte Ballade "Easy Ride", deren mit Streicher-Sounds verziertes Intro einen leicht irreführenden Vorgeschmack auf das liefert, was dann folgt. Ein Song, eingebettet zwischen sanften Gitarrenklängen und diesen einzigartigen Beat-Konstruktionen, bei dem Madonna noch einmal eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass sie auch in diesem Jahrzehnt noch in der Lage ist, den Takt in der Musikwelt vorzugeben. --Norbert Schiegl
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Es gibt Songs auf diesem Album, die erreichen einen erst nach mehrmaligem Hören, aber auch Songs, die sofort fesseln und die man immer wieder hören muss, was für ein Album das kommerziell erfolgreich sein will, auch notwendig.
Hier eine chronologische Bewertung der einzelnen Lieder in Worten und Sternen (von *****=sehr gut bis *=für die Tonne):
American Life: ****
Das Album beginnt mit dem Titeltrack und der ist thematisch wegweisend für was noch folgen soll: Madonna drückt ihre ambivalenten Gefühle über den "American Dream" aus, besingt ihre Ängste, ihre Liebe und ihre Hoffnung.
Musikalisch ist der Song sehr elektronisch, abgehackte Beats, die unüberhörbar an "Music" oder den James-Bond-Titeltrack "Die Another Day" erinnern, der später folgt. Fazit: "American Life" bietet nichts wirklich neues, birgt aber trotzdem einige Überraschungen, was den Einsatz und die Abwechslung des Arrangements betrifft.
Hollywood: ***
Der zweite Song ist, wie das ganze Album, sehr elektronisch, doch die Elektronik rückt ab diesem Stück sehr in den Hintergrund und wird, bis auf wenige Ausnahmen, nur noch sparsam und gezielt eingesetzt, so dass das Album eher einen "handgemachten" Eindruck hinterlässt.
Inhaltlich geht es um den Traum vom schnellen Erfolg in Hollywood und dessen Tücken.
I'm So Stupid: ***
Madonna singt über die frühere, materielle Einstellung zum Leben und kritisiert sich sozusagen selbst. Passend dazu ist die etwas verzerrte Melodie, die das verzerrte Weltbild wiederspiegelt.
Love Profusion: ****
Wie die Vorgänger ein Midtempo-Lied. Sehr schön eingesetzte Gitarre in einem schönen Liebeslied mit einem wunderschönen Chorus, der sofort ins Ohr geht.
Nobody Knows Me: *****
Dieses Lied ist einfach geil! Beim ersten Hören weiss man es zwar nicht zu würdigen, aber spätestens beim zweiten Mal hat auch diese Melodie ihren Weg ganz tief ins Ohr gefunden.
Nothing Fails: *****
Nach den Midtempo-Songs wird das Album ab hier etwas ruhiger. Vom Text her ist es eine Liebeserklärung, die man, aufgrund des Chores der am Ende aus dem Nichts auftaucht und einer bestimmten Textpassage, nicht unbedingt auf einen Menschen, sondern auch auch auf Gott beziehen kann.
Intervention: ****
Ein sehr folkiges Liebeslied mit zuckersüsser Melodie und einer energiegeladenen Bridge, die eine willkommene Abwechslung bringt. Sehr schön.
X-Static Process: *****(*)
Das simpelste, aber allerbeste Lied des Albums. Madonna singt mehrstimmig zu einem ruhigen Gitarrensound und die Melodie hat etwas Hymnenartiges. Muss man gehört haben!!!
Mother And Father: *****
Ein weiteres Highlight, wieder etwas Uptempo. Der Song wird zum definitiven Ohrwurm, den man sofort nochmal hören will.
Die Another Day: *****
Wie anfangs erwähnt, ist dieser bestens bekannte Song aus dem letzten "James Bond", ähnlich den Titeltracks dieses, und des letztens Albums "Music".
Easy Ride: *****
Und noch ein Highlight zum Schluss. Untypisch für ein Madonna-Album, das oft mit unkonventionellen, unzugänglichen Liedern endet, die dazu verdammt sind, Konzeptlieder des jeweiligen Albums zu sein. Nein, hier kommt zum Schluss noch mal ein wunderschönes, schwermütiges Lied, das definitiv Hitpotential besitzt und trotzdem etwas Besonderes ist.
Fazit: Ein wunderbar abwechslungsreiches Album der ruhigen Art, das den Begriff des Mainstream ausweiten und aufwerten wird.
In dieser Situation zeigt sich, wer ein wahrer "Star" ist und wem die Popwelt huldigt, auch wenn Vorboten anderes erwarten lassen. Madonna takes the world by storm ! Mehr accoustic, mehr ruhigere Abschnitte, anspruchsvollere Texte, ein Album in einem Guss ... Beim ersten Hören "verknallte" ich mich in "Nobody knows me", eine De-Luxe Ausgabe von "Music", ein Dancesong des neuen Jahrtausends eben. Nur um wenig später mit "Nothing fails" in einem Balladen"traum" hineingezogen zu werden. Und so ziehen sich STIMMUNGEN durch dieses Album, und welche heutigen Acts können schon von sich behaupten, den Zuhörer auf eine "Reise mitzunehmen" durch Klangwelten. Ob nun danceable-aggressive oder accoustic-nachdenklich-romantic. Madonna steht im Jahr 2003 und sie steht auf dem Pop-Olymp fester denn je. Wer mäkelt, die Stilentwicklungen seien gegenüber "Music" minimal, erwartet in meinen Augen zu viel. Dafür hat sie eben mit Mirwais erneut ein Meisterwerk SEINER ART herausgebracht. NEUE Richtungen verlangen auch konsequente Brüche mit der Vergangenheit, dieses Album ist aber, in MEINEN AUGEN, eine konsequente Fortentwicklung des Vorgängers. Und wer, wie ich, etwas die DanceHYMNEN a la "Express yourself" vermisst und sich in den Breakbeats heutiger Dancetracks von Madonna nicht 1:1 wiederfindet, wird im nächsten Moment mit Balladen in pures Wohlfühlgefühl gerissen+schwelgt nur noch. Respekt für dieses Album, ich find's spitze.
Was mich ein wenig stört+daher nur 4 Sterne, ist der wiederholte Verzicht auf Songtexte, der Schritt auf die Homepage ist zwar nur ein kleiner, aber das Booklet zu "Ray of Light" hatte noch Texte, warum Music+American Life nicht mehr !??! Und daher muss "Strafe" sein, Madonna, das könntest Du mal wieder ändern ...
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