WOW - dachte ich nur... Und dabei waren gerade mal gut 20 Sekunden verstrichen, seit ich den eben erst erworbenen Silberling in den CD-Player gelegt hatte!
Allgemeines: Dass die American-Recordings Kritiker wie Fans restlos überzeugen konnten (freilich mit persönlichen Geschmacksabschweifungen) ist heute, im Jahr 2012, nichts Neues. Nicht umsonst gilt die Reihe, die Mr. Cashs Lebensabend des Musikmachens darbietet, bereits heute als Klassiker und Fixbestandteil der neueren Pop/Rock-Historie.
Dass es noch möglich war nach dem meines Erachtens sehr gelungenen Vorgänger (ich spreche hier konkret von Nr. II der Reihe, nämlich UNCHAINED) quasi noch einen draufzusetzen, ist tatsächlich verblüffend. Und mit welch unbeschwerter Leichtigkeit das einem Johnny Cash gelungen ist, noch verblüffender. Schon der Opener (am Beginn meiner Rezi kurz angesprochen) - eine fantastische Coverversion von Tom Pettys "I Won't Back Down" - lässt das Original (Herr Petty darf übrigens selbst mitwirken, auch bei den anderen Werken der American-Reihe) binnen Sekunden fast vergessen. So deutlich, so authentisch hat dieser Song in meinen Ohren (und ich höre durchaus viel und gerne Musik) noch nie geklungen. Nicht zuletzt mag das auch an der tollen Produktion der Platte liegen. Rick Rubin, den ich jedesmal, wenn ich zu Alben dieser Reihe eine Rezi verfasse, in den Himmel lobe (aber zurecht!), ist ein weiteres Meisterstück gelungen. Sein technisches Knowhow und Johnny Cashs Gespür für Musik machen SOLITARY MAN zu einem absoluten, unverzichtbaren Klassiker und sticht für meine Begriffe sogar aus der sehr üppig bestückten American-Reihe heraus!
Gründe dafür gibt es konkret am Album 14! Wirklich kein Song ist überflüssig. All Killer, no Filler (wie es ein gewisser Jerry L. Lewis einmal so passend formuliert hat). Die Spannbreite oder nennen wir's das Emotionsspektrum von SOLITARY MAN ist schier unfassbar. Neben zuvor extra gelobtem Eröffnungstrack würde ich persönlich noch Neil Diamonds "Solitary Man", "One" (U2), "The Mercy Seat" und "Would You Lay With Me" nochmal herausheben. Einfach "perfekte" Songs - super eingespielt, gänsehauterregend interpretiert und - nicht zuletzt - fabelhaft abgemischt und produziert.
Keine Frage: Auf SOLITARY MAN treffen sehr viele, sehr günstige Faktoren zusammen!
Fazit: Für mich persönlich ist SOLITARY MAN tatsächlich das Überhighlight der American-Recordings, lediglich der Nachfolger (Nr. IV der Reihe) THE MAN COMES AROUND und der dirkete Vorgänger (Nr. II, UNCHAINED) können fast mithalten (und werden meinerseits ähnlich oft in den CD-Player eingelegt).
Diese Scheibe ist zurecht vielseits gelobt worden! Hier passt einfach alles. Im Übrigen ist SOLITARY MAN (wenn auch verspätet nachgekauft) eine der besten Scheiben, die ich mir in den letzten Jahren zugelegt habe. Ehrlich: So begeistert und verblüfft hat mich schon seit längerem kein Musikalbum mehr (und ich konsumiere durchaus regelmäßig Neues, Altes uvm.).
Vielleicht sollte ich abschließend noch hinzufügen, dass ich weder ein waschechter Country-Fan, noch der größte Johnny-Cash-Fan auf Erden bin. Ja, ich besitze nicht einmal die komplette American-Serie!
Aber wie gesagt: Hiervon bin ich schlichtweg überwältigt!!
Weitere Kauftipps (Summary, auch für Nicht-Fans):
- AR II: UNCHAINED
- AR IV: THE MAN COMES AROUND
sowie (um auch Ausschnitte der früheren Cash-Phase zu haben)
- RING OF FIRE/THE LEGEND OF JOHNNY CASH (vielleicht eine der größten BestOf-Platten aller Zeiten)
Sonst gibt's eigentlich nichts mehr zu sagen. Lassen Sie sich bezaubern und verzaubern! Ein mehr als beachtlicher Appetithappen, der garantiert Lust auf mehr macht - MUSTHAVE!!