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Produktinformation
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American Gods spielt da schon in einer anderen Liga. Hauptfigur ist Shadow, eine eher zwiespältige Gestalt, die nach einer dreijährigen Gefängnisstrafe in die Freiheit entlassen wird, nur um sich mit dem Tod seiner Frau und seines besten Freundes konfrontiert zu sehen, die ein Verhältnis miteinander hatten. Notgedrungen nimmt er einen Job bei einem merkwürdigen alten Mann an, der sich "Wednesday" nennt. Wednesday entpuppt sich als Inkarnation des nordischen Gottes Odin und ist nur einer von zahlreichen übermächtigen Wesen, denen Shadow auf seiner Reise durch das Herz von Amerika begegnet.
Im Laufe des Romans stellt sich heraus, dass der nordamerikanische Kontinent nicht nur die Heimat von Menschen aus der ganzen Welt geworden ist, sondern auch von Güttern aus den unterschiedlichsten Mythologien und Religionen. Wie schon bei Sandman zaubert Neil Gaiman mit großer Virtuosität Figuren und Geschichten aus allen Kontinenten aufs Tableau und lässt seine Leser eine ihnen bekannte Welt mit völlig neuen Augen sehen.
American Gods überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite -- liebevoll gezeichnete Protagonisten, eine spannende und vielschichtige Handlung, unaufdringliche Kritik am Selbstbild der USA und ihrer Bewohner. Allerdings ist der Roman auch eindeutig das Werk eines Briten, der einen Blick auf die ehemalige Kolonie wirft, die sich längst zur Weltmacht aufgeschwungen hat. Entsprechend sind die Vergleiche mit Stephen King und anderen US-Bestsellerautoren zwar schmeichelhaft, aber unangemessen.
An der deutschen Ausgabe wiederum stört nicht nur die reißerische Aufmachung, sondern vor allem die Entscheidung von Verlag und Übersetzer, Titel und Namen im Original stehen zu lassen, eine Unsitte, die aus Filmsynchronisierungen nur allzu bekannt ist. Nichtsdestotrotz: American Gods erfüllt die hohen Erwartungen und dürfte bald zu jener kleinen Zahl fantastischer Romane gehören, die als Messlatte für das ganze Genre gelten. --Felix Darwin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Gaiman's protagonist Shadow has patiently done his time in prison. But as the moment of his release approaches, he begins to sense that some unnamed disaster is lying in wait for him. As he makes his way home, he encounters the mysterious Mr Wednesday, who appears to be both a refugee from a distant country at war and the King of America. And perhaps even a god. As Shadow and Mr Wednesday begin a bizarre odyssey across the United States, solving murders is only one of their accomplishments. With an epic storm of supernatural origin brewing, one questions whether they will be destroyed before Shadow pays the price for grim mistakes in his past.
The use of language here is impeccable, and it is wedded to a surreal narrative that brings out the most quirky and unsettling aspects of Gaiman's imagination. Forget Gaiman the Guru: just enjoy Gaiman the consummate writer:
He opened his mouth to catch the rain as it fell, moistening his cracked lips and his dry tongue, wetting the ropes that bound him to the trunk of the tree. There was a flash of lightning so bright it fell like a blow to his eyes, transforming the world into an intense panorama of image and after-image. The wind tugged at Shadow, trying to pull him from the tree, flaying him, cutting to the bone. Shadow knew in his soul that the real storm had truly begun...--Barry Forshaw -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Heiße keinen Menschen glücklich als bis er tot ist" Herodot,
Rezension bezieht sich auf: American gods (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich mich an "Niemalsland" erinnere, dann an ein unwahrscheinlich schnelles und spannendes Buch. An eine Geschichte die so rasend vorüberging. "Ich schulde dir einen Gefallen", war damals unser gängigster Spruch."American Gods" liest sich nicht so schnell. Es ist weitaus komplexer, gibt dem Leser mehr Stoff zu Grübeln und ist mehr, sagen wir, zum "Genuss-Lesen". Man hat Angst ein Wort bzw. eine Zeile zu verpassen. Shadow soll nach drei Jahren Haft wegen guter Führung entlassen werden. Er möchte zu seiner Frau, Laura, zurückkehren und bei seinem besten Freund, Robbie, arbeiten. Plötzlich erfährt er das Laura und Robbie bei einem Autounfall ums Leben kamen. Auf dem Weg zu Lauras Beerdigung begegnet er Wednesday welcher ihm ein lukratives Jobangebot macht. Und schon kommt die Geschichte ins Trudeln. Als die Menschen nach Amerika auswanderten nahmen sie ihren Glauben mit und so auch Ihre Götter, welche seither durch Amerika streifen. Die alten Götter wurden vergessen und durch neue ersetzt. Wer kennt heute noch Odin, Easter, Loki und Tschernibogg? Shadow soll auf seiner gemeinsamen Reise durch Amerika, auf der Suche nach Göttern die Wednesday bei seinem Kampf gegen die neuen Götter unterstützen, keine Fragen stellen. Und so tappt der Leser gemeinsam mit Shadow die meiste Zeit im Dunkeln (vielleicht daher der Name). Götter leben vom Glauben der Menschen, sie nähren sich von deren Opfergaben, von deren Hingabe. Doch was wenn die Menschen aufhören zu glauben? Neil Gaiman erweitert in diesem Buch unseren Horizont. Allein die Frage, glauben wir nun an neue Götter. Glauben wir an Internet, an Flugzeuge und Mr. World und Mr. Town? Haben sich die Opfergaben denn nicht nur verändert? Glauben wir nun an Technik und Fortschritt? Doch auch Zwischenmenschliches schildert Gaiman in faszinierenden Geschichten. Manchmal hat man das Gefühl, den roten Faden in der Geschichte zu verlieren. Doch am Ende ergibt alles einen Sinn. So wie Shadow plötzlich die versteckten Indianer sieht, erkennt der Leser was uns Gaiman mit diesem Buch sagen will. Ein wunderbares Buch. Nehmen Sie sich viel Zeit und lesen Sie nicht einfach nur drüber. Das wäre wirklich schade... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Shadow oder postmoderne Helden...,
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Neil Gaimans "American Gods" war einer dieser Zufallskäufe, die einem passieren, weil man an dem Cover irgendwie nicht vorbeikommt. Und nach der Lektüre kann ich sagen, dass man auch an Neil Gaiman nicht vorbeikommt. Viele Aspekte und Problematiken der amerikanischen Göttergeschichte erschienen mir aus Terry Pratchetts "Einfach göttlich" zwar bereits vage vertraut, aber ich werde mich hüten, einen Plagiatsverdacht auszusprechen. Dafür ist Gaiman zu trocken, zu nüchtern, zu postmodern im besten Sinne. Dies gilt auch für den Helden seiner vielschichtigen Geschichte, der dem Leser mit jeder Seite ein Stück näher rückt. Seine Beschreibungen bleiben immer so nah an der Realität, dass sich jedes fantastische Element schlüssig einfügt und niemals gewollt wirkt.Ich werde in jedem Fall den Nachfolger "Anansi Boys" lesen und hoffe, es lohnt sich ebenso sehr! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Traumwelten,
Von
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Das Besondere an Gaimans Werken ist, dass sie nicht wirklich von dieser Welt sind. Seine Geschichten spielen in einer Zwischenwelt - einem Traumzustand zwischen Mythos und Wirklichkeit, in dem Dinge möglich sind, die rational absurd erscheinen und die nicht auf ersten Blick in einer "logischen Reihenfolge" stehen.Deswegen, so bemerkte ich, wirken Gaimans Geschichten auf neue Leser oft verwirrend oder schlicht sinnlos. Eine Freund, der "American Gods" las, drückte es zu Anfang der Lektüre so aus, dass er überhaupt keinen "roten Faden" entdecken könne. Doch schließlich "packte" es auch ihn und er sagte dann, dies sei eins der Bücher, die ihn wirklich nachhaltig beeindruckt hätten. Ein bisschen zum Inhalt: Shadow (ein sprechender Name) wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, da seine Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Er fragt, wozu er jetzt überhaupt noch frei herumlaufen will, denn er hat nichts mehr: keine Frau, die er über alles liebte, keinen Job, kein Geld, keine Familie, keine engen Freunde. Er macht sich auf eine Reise ohne Ziel, dabei begegnet er dem Dumbledore-haften Wednesday, der von sich behauptet (zu Recht, wie man später weiß) der Gott Wodan zu sein und der ihn als Bodyguard anstellt. Shadow prügelt sich für Wednesday u.a. mit irischen Kobolden und Streetkids-Gottheiten. Zugleich steigt Shadows Frau aus dem Grab und macht sich auf die Suche nach ihm, denn sie muss ihm etwas Wichtiges sagen (eine bizarre Cathy/Heathcliff Variante, die aber funktioniert). Shadow lernt noch andere Gottheiten kennen, zum Beispiel Thot = Mr Ibis, der als Bestatter arbeitet und einen rustikalen Slavengott, der sich als Schlachter durchschlägt. Zwischen den Abschnitten dieser Haupthandlung streut Gaiman Rückblicke ein, in denen er beschreibt, wie die alten Götter nach Amerika kamen: der Glaube und die überlieferten Mythen der Einwanderer brachten sie mit. Auch hier kann man fragen, was soll das? Was das soll: Gaiman zeigt, wie unsere Vorstellung Gestalten hervorbringt, die so real werden, dass man am Ende "weiß", wie sie in bestimmten Situationen agieren, wie ihr Charakter ist - weil sie ein Teil von uns selbst sind. Am Ende des Romans muss sich daher Wodans Mythos vollziehen, wobei Shadow die zentrale Rolle übernimmt und sich selbst zu einer Art Gott macht. Natürlich bleibt das Buch am Ende doch irgendwie rätselhaft, aber gerade das sollte gute phantastische Literatur ausmachen: dass nicht alles unbedingt "geklärt" werden muss. Denn auch ein Traum ist zwar deutbar, kann aber nicht mit realen Ereignissen gleichgesetzt werden. Etwas Hilfe gibt Gaiman schließlich in der Novelle "Monarch of the Glen" in seiner Geschichtensammlung "Fragile Things": hier erklärt er das sich Wiederholende des Mythos (das "Ungeheuer" wird immer wieder besiegt und lebt doch immer wieder, um wieder besiegt zu werden) und gibt einen Hinweis darauf, wer Shadow wirklich ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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