Nelsons neue Platte... American Classic! Wer denkt da nicht an Johnny Cash, der vor 15 Jahren mit American Recordings anfing. Anders als Cash sitzt aber Willie (diesmal) nicht alleine mit seiner Gitarre da, sondern wird von einem sehr routinierten und präzise musizierenden Jazz-Orchester begleitet und singt Jazz-Standards. Damit knüpft Nelson nicht an "Stardust" an, sondern vielmehr nahtlos an das, was er auf "Healing Hands Of Time" vor 15 Jahren begonnen hatte. Nelsons Jazz-Ausflüge sind meistens Sternstunden, so auch diesmal. Es gibt kaum eine Musikrichtung, zu der Nelsons eigenwilliger Gesangsstil besser paßt, als Jazz. Daß mit dieser Produktion, die auch Streicher und Bläser verwendet, ein interessanter Kontrapunkt zum gerade erst erschienen "Naked Willie" gesetzt wird, auf der die Aufnahmen gerade von diesen Zutaten (und den Frauenchören) befreit werden, erhöht den Genuß, weil man sich jetzt vorstellen kann, wie das alles ohne Orchester klingt. Wer es nicht kann, gehe in das nächste Nelson-Konzert. :)