Wer auch immer sich hinter dem Pseudonym Tim Davys versteckt, er hat mit "Amberville" in jedem Fall ein einzigartiges Buch abgeliefert. Zwar sind einem in der Literatur schon häufiger ermittelnde Tiere begegnet, wie z.B. Miss Maple in "Glennkill" oder Felidae, der kluge Kater, aber gegen Eric Bär und seine Gang kommen sie nicht an.
Eigentlich lauschen wir hier einem klassischen Krimi: Der gefährliche Gangster Taube schickt den Helden Eric Bär auf die Suche, der sich nur darauf einlässt, um seine große Liebe zu retten. Schräge Weggefährten und der unheimliche Verfasser der Todesliste runden das Ensemble ab. Gleichzeitig wird durch Rückblenden in Erics Vergangenheit seine Familiengeschichte aus der Sicht seines Zwillingsbruders Teddy Bär erzählt, was der Story eine gewisse Tiefe verleiht.
Die Idee, die Hauptrollen in diesem Buch mit Stofftieren zu besetzen klingt sicher skurril und etwas abgedreht, doch wer sich darauf einlässt und es zulässt, sich gedanklich vom "Normalen" zu lösen, der wird mit "Amberville" sehr viel Spaß haben und spannende Stunden erleben.
Dem Sprecher Oliver Rohrbeck gelingt es mal wieder hervorragend, den Stofftieren Leben einzuhauchen, sodass man Eric und seine Freunde stets vor Augen hat, wie sie durch die bunten Strassen von Amberville streifen.
Ein großer Spaß für alle Fans des Außergewöhnlichen.