Zunächst muss auf eine entscheidende Änderung gegenüber allen bisherigen Romanen der Drachenlanze hingewiesen werden: Die Götter greifen jetzt wesentlich offensiver in die Welt ein als je zuvor. Wer das Geheimnis um den Zauberer Fizban und die Auflösung genauso geliebt hat wie ich, wird enttäuscht sein, in der Dark Disciple"-Trilogie ein plastisches Götterpantheon anzutreffen, das an die Mythologie der griechischen oder römischen Götter erinnert.
Wieder steht Mina im Vordergrund, die dem Leser aus War of Souls" noch allzu gut bekannt ist. Wie schon in War of Souls" schafft Margaret Weis es, den Leser für Mina zu begeistern, obwohl sie eigentlich ein böser Charakter ist. Man fiebert mit ihr mit, bis man nach dem Erfolg des Abenteuers daran erinnert wird, dass nicht das Gute, sondern das Böse gesiegt hat.
Zu Beginn des ersten Buches hat man leider den Eindruck, die Story ist ein mühsames Wiederaufwärmen der War of Souls"-Trilogie mit anderen Darstellern neben Mina. Die überraschende Wende lässt auch bis zum Ende des zweiten Bandes auf sich warten. Aber auch danach bleibt die Geschichte über weite Teile vorhersehbar.
Dafür bringt das Trio um Rhys, Nightshade und Atta neuen Wind. Rhys´ Ringen darum, seinen Platz in der Welt und seine wahre Loyalität zu finden - auf der guten oder der bösen Seite - erinnert an den Halbelf Tanis aus den Dragonlance Chronicles". Den Kender Nightshade, der keine Schlösser knacken kann, und den treuen Hund Atta muss man einfach gern haben.
Ein Fan der Drachenlanze-Romane wird auch die Dark Disciple"-Trilogie mit Interesse lesen, obwohl sie im Niveau gegenüber den Vorgängern deutlich abfällt. Mir war die Handlung insgesamt zu unoriginell und zu vorhersehbar.