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Dabei zeichnet sich Marshall auf dieser CD noch kaum als Songwriterin aus, und die einzigen zwei Titel ("Sitting On The Top Of The World", "Let's Get Lost") die sie allein komponiert hat sind -- wenn auch ordentlicher -- Mainstream. Ihre wahre Klasse liegt in der Stimme und dem Gefühl ihres Gesangs.
Die Inbrunst, mit der Amanda Marshall den Opener "Let It Rain" (ihr erster Hit) singt, läßt Gutes erahnen. Im folgenden, piano-getragenen und mit schönen Sax-Einsprengsel veredelten "Birmingham" klingt sie noch etwas nach Sheryl Crow. Doch ihre jugendliche, manchmal zart-angerauchte Stimme ist geradezu prädestiniert für Stücke wie "Dark Horse" und "Trust Me", die entfernt an Fleetwood Mac und an "The Long Run" der Eagles erinnern. Ihre wirkliche Extraklasse beweist sie in den traumhaften Balladen der CD, die sie ohne jeden Schmalz meistert. Hervorzuheben ist dabei das leicht soulige "Beautiful Goodbye", dessen Finale sie so herausschreit, daß es unter die Haut geht.
So kann sich Amanda Marshall gegenüber der Konkurrenz ihrer Kolleginnen leicht behaupten. --Johannes Minnich
Die Songs im Einzelnen: Der Aufmacher Let It Rain ist eine intelligent arrangierte Rockballade, die auch nach mehrmaligem Anhören nicht langweilig wird. Mit Birmingham folgt eine absolut geniale Mid-Tempo Nummer mit einem sehr eingängigen Rhythmus, die perfekt arrangiert ist (z.B. das grandios eingesetzte Sopran Saxophon). Fall From Grace ist wie auch Trust Me (This Is Love) und Promises eine typische Rockballade. Der nächste Song, Dark Horse, stellt eine wunderschöne Ballade und einen Höhepunkt auf dem Album dar: Tolle Melodie, perfekte Mischung aus Piano und Gitarre und Amanda Marshall's Stimme kommt sehr gut heraus. Beautiful Goodbye ist eine pianolastige verträumte Powerballade; Sitting On Top Of The World ist wie auch Let's Get Lost eine Mid-Tempo Nummer. Und Last Exit To Eden ist schließlich eine erstklassige, überwiegend mit Akustik-Gitarre begleitete, Ballade.
Insgesamt ist Amanda Marshall (das Album) für ein Debütalbum erstaunlich gut. Etwas weniger Mainstream würde teilweise gut tun - daher auch nur vier Sterne. Die Frau hat definitiv eine großartige Stimme, die dieses Album hörenswert macht.
Anspieltipps: Birmingham, Last Exit To Eden, Dark Horse, Beautiful Goodbye, Let It Rain, Promises
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