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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ohne Wenn und Aber !!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Amadigi di Gaula (Audio CD)
Um es mal gleich vorweg zu sagen: Für mich ist dieser "Amadigi" kaum noch zu toppen. Eine graniose Einspielung ohne wenn und aber!Schon die Ouvertüre läßt einen zusammenzucken und aufhörchen ob der ungewohnten Klangebung. Das liegt an der reich besetzten Continuo-Gruppe und dem ungemein ausgewogenen Klangbild, welches sich bis zum Schluss der Oper fortsetzt. Das Orchester ist präsent und klar akzentuiert, mitunter wohl ein wenig rüde. In einigen wenigen Arien überdeckt es sogar die Stimmen der Solisten. In den Rezitativen geht die Post an. Lebendiger können barocke Rezitative wohl kaum noch zu gestalten sein. Hier entwickelt sich die Dramatik und im Prinzip könnten die Arien entfallen. Könnten sie, wären sie nicht so ungemein packend! Problematisch ist das an der ein oder anderen Stelle bei den schnellen Arien, deren Tempo so halsbrecherisch ist, dass Kritiker genau dieses bemängeln werden. Die Tempi wirken leicht gehetzt und aufgrund der packenden Rezitative bleibt dem Hörer kaum Zeit sich zu erholen und das gehörte zu verarbeiten. Andererseits gibt es da noch langsame Arien, die wunderbar dahingleiten und eben doch ein Durchatmen ermöglichen. Mir gefällt so etwas, aus meiner Sicht sind die Tempi immer genau richtig getroffen. Die Sänger sind allesamt hervorragend disponiert. Selbst der Counter-Tenor gefällt mir (im Gegensatz zu meinem Vorredener), die Eröffnungsarie ist ,für eine hohe Männerlage, fumlinant vorgetragen. Und so brennen die Solisten ein barockes Feuerwerk ab, stimmlich ohne Makel und reich an Verzierungen. Möge ihnen manche Übermütigkeit in den Kadenzen verziehen sein. Die Oper endet mit einem Schlußchor, der die spanischen Wurzel der Einspielung nun endgültig nicht mehr verleugnen kann. Schellen und Schlagwerk beschließen die Oper mit einer grandiosen "Tarantella". Banzo geht mit diesem "Amadigi" ungewöhnliche Wege (wie schon René Jacobs mit seinem "Rinaldo"). Er übertrifft aus meiner Sicht mit seiner Interpretation die Aufnahme unter Marc Minkowski um Längen und setzt in Bezug auf Händel-Interpretation Maßstäbe. Mir gefällt diese Herangehensweise sehr gut, endlich keine verstaubte Barockoper, sondern lebendiges Musiktheater, das verdeutlicht, wie mordern und richtungsweisend Händels Opernwerk war. Bleibt zu hoffen, dass das so bleibt und man darf gespannt auf weitere Einspielungen unter Lópes Banzo sein - angekündigt ist ja bereits Händels Frühwerk "Rodrigo"! Kleines Manko ist das Booklet: Hier fehlen, wie so oft bei französischen Labels, das Libretto und die Erklärungen zur Oper in deutscher Sprache! Man kennt das ja schon! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Händel wie er sein sollte...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Amadigi di Gaula (Audio CD)
Für mich handelt es sich bei der vorliegenden CD um eine der besten Händel-Aufnahmen der letzten Jahre. Edoardo Lopez Banzo geht mit jenem spanischen Temperament an die Sache heran, das Barockopern erst lebendig macht, ohne dabei aber in Tempo- und Klangexzesse wie Spinosi zu verfallen: Hier wird gelitten, gelacht, geflucht, geliebt, dass es eine wahre Freude ist. Insbesondere die Rezitative sprühen nur so vor Leben! Die überwiegend jungen Sänger bewältigen ihre Sache allesamt hervorragend. So sieht die Besetzugsliste aus:Amadigi: Maria Riccarda Wesseling Oriana: Elena de la Merced Melissa & Orgando: Sharon Rostorf-Zamir Dardano: Jordi Domènech Es ist toll, mit welcher Leidenschaft und welcher Glut sie ihre Rollen angehen. Ich habe die Bravourarie der Melissa, "Desterò dall'empia dite", noch nie zornerfüllter (und dazu noch mit zusätzlichen Kadenzen!) gehört als von Rostdorf-Zamir. Toll! Nur der Countertenor, Jordi Domènech, schert - mal wieder - nach unten aus, aber der muss glücklicherweise nicht so viel singen. Hinzu kommt, dass es sich bei dem "Amadigi" auch noch um eine der musikalisch inspiriertesten Kompositionen von Händel handelt, die m.E. weitaus gelungener ausfällt als beispielsweise ein "Floridante". Auch die Konkurrenzaufnahme von Minkowski reicht nicht annähernd an diese Produktion heran, was vor allem mit den sängerischen Leistungen zusammenhängt, denn abgesehen von N. Stutzmann in der Titelrolle waren diese ziemlich desolat. Insgesamt hebt sich die Aufnahme auch wohltuend von den doch sehr akademisch-trockenen Curtis-Produktionen ab, da Banzo die affektgeladene Dramatik der Musik viel besser zum Ausdruck bringt. Hier wird Händel wahrlich entstaubt und lebendig. Nur Jacobs hat mit seinem "Rinaldo" einen ähnlich revolutionären Weg eingeschlagen. Fazit: Einfach ein Händel, wie er sein sollte (bzw. wie er mir am besten gefällt). Demnächst erscheint unter Banzo auch der "Rodrigo" und ich freue mich schon sehr darauf. Ich hoffe auf einen ähnlich großen Wurf, denn die bisherigen Rodrigos sind alles andere als überzeugend... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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