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Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut]

F. Murray Abraham , Tom Hulce , Milos Forman    Freigegeben ab 12 Jahren   Blu-ray
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (102 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,97 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: F. Murray Abraham, Tom Hulce, Elizabeth Berridge, Roy Dotrice, Simon Callow
  • Regisseur(e): Milos Forman
  • Format: Director's Cut, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby TrueHD 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 24. März 2009
  • Produktionsjahr: 1984
  • Spieldauer: 180 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (102 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001MW32QY
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.961 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Amazon.de

Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II -- dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) -- perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual -- obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.

All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. --Jim Emerson

Produktbeschreibungen

In einer Novembernacht des Jahres 1823 schreit ein verwirrter alter Mann von seinem Fenster aus ein grausiges Geständnis über die Stadt Wien: "Vergib mir, Mozart, vergib deinem Mörder." Sekunden später versucht er sich das Leben zu nehmen; durch die verschneiten Straßen bringt man ihn eilends ins Krankenhaus, ein abweisendes Gemäuer, das jede Menge siecher und verzweifelter Patienten birgt. Einige Wochen später bekommt er in seinem Einzelzimmer Besuch vom Kaplan der Anstalt, Pater Vogler. Ganz offensichtlich verachtet der alte Mann den Priester, aber dennoch drängt es ihn zu beichten. Eine Nacht lang erzählt er aus seinem Leben, und seine Geschichte stellt die Handlung des Films dar.

Bei dem Alten handelt es sich um ANTONIO SALIERI, einst der berühmteste Musiker Wiens. Er stammt aus der italienischen Kleinstadt Legnago und brachte es zum Hofkomponisten KAISER JOSEPHS II., des Bruders von Marie Antoinette, der auf seine beschränkte Art ein großer Musikliebhaber war. In seinen jungen Jahren wurde Salieri nur von einem Gedanken getrieben: Gott mit seiner Musik zu dienen. Dies bekräftigte er als Knabe mit einem kirchlichen Gelöbnis, er schwor keusch zu leben, all seine Kraft einzusetzen und Gott in tiefster Demut zu dienen, falls Gott ihm seinerseits die hervorragenden Fähigkeiten eines großen Komponisten und unsterblichen Ruhm für die Durchsetzung seiner Bemühungen gewähren würde.

Zunächst scheint Salieris Wunsch gnädig angenommen zu werden. In Wien, der Stadt der Musik, steigt er schnell zum führenden Musiker auf. Doch 1781 erscheint dort ein junger Mann, der all dies in Frage stellt: WOLFGANG AMADEUS MOZART. Schon als

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Kundenrezensionen

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195 von 215 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Blu-ray
FILM:
Der 1984 in der Originalfassung und 2002 im "Director's Cut" erschienene "Amadeus" zeigt Wolfgang Amadeus Mozart in seinen letzten Lebensjahren am Wiener Hof; er ist infantil und über alle Maßen arrogant und zieht dadurch fast automatisch die Abneigung der kleingeistigen Hofkamarilla auf sich. Als einer der wenigen erkennt Hofkompositeur Antonio Salieri Mozarts Genius, fühlt sich aber gleichzeitig durch Gott verhöhnt, da er selbst, ein strebsamer musikalischer Handwerker, durch Mozart seiner eigenen Mittelmäßigkeit gewahr wird. An diesem Konflikt wird Salieri innerlich zugrunde gehen.

Völlig zurecht wurde "Amadeus" seinerzeit mit acht Oscars ausgezeichnet und gehört nicht nur deswegen zu den größten Filmen aller Zeiten; Milos Forman und Peter Shaffer haben eine zeitlose Parabel über künstlerische Hingabe, zerfressenden Ehrgeiz und moralischen Verfall erschaffen. Musik ist hier kein Stimmungsgedüdel im Hintergrund, sondern so etwas wie die "dritte Hauptperson" neben Salieri und Mozart. Unabhängig von der Haupthandlung portaitiert der Film wunderbar das Lebensgefühl in einer Zeit, in der Vernunftdenken und schöne Künste sich übergangslos mit einer schrillen Vergnügungssucht aller Schichten vermengten.
Die Schauspieler sind durch die Bank fantastisch gecastet; Tom Hulce (Mozart) und Jeffrey Jones (Joseph II.) liefern die besten Leistungen ihre Filmkarriere ab. Abrahams subtile und vielschichtige Verkörperung des Antonio Salieri ist schlichtweg meisterhaft, vor allem in den Szenen, die ihn als alten Mann im Irrenhaus zeigen - unterstützt vom grandiosen Makeup. Der Moment, in dem er dem Pfarrer zum ersten Mal von seinen Mordplänen erzählt und von Mozarts Begräbnismesse fantasiert, gehört zu den hochklassigsten Darstellungen der gesamten Filmgeschichte. Kraftvoll und variantenreich, und gleichzeitig unaufdringlich und zu hundert Prozent glaubhaft - man kann einen Greis einfach nicht besser spielen als F. Murray Abraham, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst knapp über vierzig Jahre alt war.

BLU-RAY-QUALITÄT:
Ich bin sehr froh, dass der Film jetzt endlich auf dem neuen Medium erhältlich ist. Der Qualitätsunterschied zu meiner fast zehn Jahre alten DVD ist gigantisch. Das Bild ist nicht mehr matschig und dunkel, sondern gut ausgeleuchtet, farbenfroh und sehr scharf. Bis auf eine Sequenz in der Mitte des Films, in der Salieris dunkler Rock wegen der Musterung des Kleidungsstücks mächtig flimmert, sind mir keine nennenswerten Bildmängel aufgefallen. Der Ton ist m.E. kristallklar und sehr kraftvoll. Wenn der Komtur bei der Aufführung von "Don Giovanni" mit mächtigem Tritt die Stufen hinabschreitet, bringt das Orchester mit donnerndem Paukenschlag den Subwoofer zum Arbeiten. Ich muss aber dazusagen, dass ich kein Experte für Tonabmischung bin und auch keiner, der sich mit der Lupe zehn Zentimeter vor den Fernseher setzt, um nach irgendwelchen Bildfehlern zu suchen.

DIRECTOR'S CUT:
Alle die, die nur die Originalversion von 1984 kennen, fragen sich vielleicht, was sich in der neuen Version, die um etwa eine halbe Stunde länger ist, geändert hat. Deshalb eine kurze Information dazu: Die zusätzlichen Szenen befinden sich fast alle in der ersten Hälfte des Films (im Schlussteil wäre es auch fast gar nicht möglich gewesen, neue Elemente einzubauen, da sonst die ganze Struktur zerstört worden wäre - oder frei nach Mozart selbst: Man kann nicht umschreiben, was schon perfekt ist). Die meisten hinzugekommenen Szenen beziehen sich auf Mozarts finanziellen Nöte, die in der Originalfassung nur angedeutet wurden. Dadurch werden in der Geschichte durchaus neue Schwerpunkte gesetzt; bisher bildete der Moment, in dem Salieri als Greis die Kerze ausspuckt, den Wendepunkt vom Heiteren zum Tragisch-Düsteren. Jetzt sehen wir, dass die Familie Mozart schon vorher mächtig in der Klemme steckt.

Es ist glaube ich normal, dass jemand, der wie ich den Originalfilm schon zwanzig- oder dreißigmal gesehen hatte, bevor der Director's Cut in die Kinos kam, sich mit der Neufassung etwas schwerer tut als jemand, der die Version von 1984 nicht kennt. Meine Meinung zum Neuschnitt ist sehr gemischt. Positiv ist zu vermerken, dass die zusätzlichen Szenen manche Lücke in der Handlung schließen. Zum Beispiel hatte ich nie ganz verstanden, worauf sich Konstanzes tiefe Abneigung gegen Salieri gründet, die in den Schlussszenen deutlich wird. Jetzt sieht man, dass Salieri ihr zuvor sexuelle Dienste abgepresst hat, um ihrem Gatten die Stelle als Lehrer der kaiserlichen Nichte zu verschaffen. Gleichzeitig hat mir diese Szene nicht besonders gefallen, da sie wie ein Fremdkörper wirkt; der Restfilm besitzt zwar eine gewisse derbe Erotik, die aber letztlich davon lebt, dass alles nur bis zu einer gewissen Grenze angedeutet wird. Wenn die Kamera dann plötzlich Frau Mozarts blanke Brüste zeigt, ist das ein platter Voyeurismus, der einfach nicht passt.
Eine weitere Sache, die mich an der hinzugefügten Affäre zwischen Konstanze und Salieri stört, ist, dass sie die Handlung in meinen Augen verwässert. In der ursprünglichen Schnittfassung blickt Salieri auf die Originalmanuskripte seines Kontrahenten und lässt sie fassungslos zu Boden fallen; wortlos geht er daraufhin in sein Zimmer und verbrennt sein Kruzifix ("Von nun an sind wir Feinde, du und ich ..."). Ich hielt das immer für eine der stärksten Sequenzen im ganzen Film, die jetzt leider unnötig in die Länge gezogen wurde und dadurch an Wirkung eingebüßt hat. Auch einige andere Szenen, beispielsweise jene in der Garderobe der Sängerin Katarina Cavalieri, sind dramaturgisch überflüssig und wurden seinerzeit zurecht weggelassen. Ein "Director's Cut" ist eben nur in begrenztem Maße wirklich jene Version, die der Regisseur ursprünglich im Sinn hatte und die ihm das böse Studio einst zerschnippelte. Meistens ist es nur eine Marketing-Masche, um einen Film ein zweites Mal in die Kinos zu bringen. Das war um das Jahr 2000 herum gerade groß in Mode - George Lucas kam mit "Star Wars" als erster auf die Idee, und alle anderen Studios zogen dann mit ihren Klassikern nach.

SYNCHRONFASSUNG:
Es hat ja hier eine heiße Diskussion gegeben, welche deutsche Synchronfassung bei dieser Edition dabei sein wird. Eigentlich bevorzuge ich persönlich auch die Originalsprache, aber bei diesem Film ist es etwas anders. Der Wiener Dialekt ("So, Herr Professor, Zeit auf's Topferl zu gehen") klingt doch wirklich netter und authentischer als ein amerikanisches "Wuulfgäng Ämädeus Moudsaat". Eine Ausnahme ist der Diener von Salieri, der im Neuschnitt wesentlich häufiger zu sehen ist und in der englischen Originalversion eine herrlich lätschige Stimme hat, was im Deutschen leider nicht übernommen wurde.
Da es sich um den "Director's Cut" handelt, ist die deutsche Tonspur zwangsläufig nicht die originale, sondern die Neusynchronisation von 2002. Alles andere wäre gar nicht möglich, da dieser Film wie gesagt fast eine halbe Stunde länger ist als die ursprüngliche Kinoversion von 1984. Viele Sprecher von damals sind mittlerweile gestorben (vor allem Gottfried Kramer, die Stimme von F. Murray Abraham) oder standen aus anderen Gründen nicht zur Verfügung.
Ich persönlich finde das nicht besonders schlimm. Erstens spricht Joachim Höppner den Part von Salieri streckenweise viel besser als Kramer seinerzeit, zweitens ähnelt die Stimme ein wenig mehr der von Abraham. Abgesehen von der Rolle des Salieri sind außerdem nur Nebencharaktere von Neubesetzungen betroffen, z.B. Graf Orsini-Rosenberg, Leopold Mozart und Emanuel Schikaneder. Erleichtert war vor allem darüber, dass Tom Hulce (Amadeus) und Jeffrey Jones (Kaiser Joseph II.) "ihre" Synchronsprecher behalten konnten.

ZUSATZMATERIAL:
Abgesehen vom üblichen Werbe-Schnickschnack (Trailer, Online-Content usw.) ist die Zusatzausstattung nicht üppig, aber in meinen Augen sehr gut. Auf der alten DVD befanden sich die englische, deutsche und spanische Tonspur, jetzt ist auch noch Französisch und Italienisch dabei (plus English True HD). Der Originalkommentar mit Milos Forman und Peter Shaffer (Regisseur bzw. Autor) ist ebenso informativ wie das einstündige Making-Of. Die meisten Making-Ofs sind bekanntlich inhaltsleere Marketing-Konserven, in denen sich alle Beteiligten gegenseitig belobhudeln. Erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand wird es lohnend, sich diese Zusatzinfos zu Gemüte zu führen, und das ist hier der Fall. Die Erzählungen, wie es war, hinter dem "Eisernen Vorhang" ein solches Monumentalwerk zu drehen, ist gerade für Jüngere sehr lehrreich. Anderes ist einfach amüsant - zum Beispiel kann man in Originalaufnahmen von damals sehen, wie der "Don Giovanni"-Darsteller während eines Takes mit seiner Hutfeder in eine Kerze gerät und die ganze Kopfbedeckung zu brennen anfängt - wohlgemerkt in einem Opernhaus, dessen Saal komplett aus trockenem Holz bestand und der den Verantwortlichen wegen Tausender brennender Kerzen Kopfschmerzen bereitete.

So, das wär's jetzt ... sorry, dass die Rezension etwas lang geworden ist, aber ich hoffe, dass sie Euch bei einer eventuellen Kaufentscheidung hilft. :-)
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wäre die Wahrheit nicht dramatisch genug gewesen? 3. August 2010
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Blu-ray|Von Amazon bestätigter Kauf
Der 1932 geborene Tscheche Jan Tomáš Forman nahm erst 1975 die US-Staatsbürgerschaft an. Vielleicht hat ihn die Leidensgeschichte seiner in Konzentrationslagern umgekommenen Eltern antieuropäisch geprägt, vielleicht ist er aber auch nur einer dieser 150%igen Einwanderer, jedenfalls hat er in seinem Amadeus das lebensfrohe Genie Mozart in einen psychotischen Clown umgestaltet, wofür nichts, was über Mozart belegt ist, einen Anlass gäbe - aber sonst wäre die Figur des Film-Salieri eben auch nicht erklärbar gewesen.

Eigentlich müsste "Amadeus" nämlich - zumindest in der 1979er Bühneninszenierung von Peter Shaffer und im darauf basierenden 1984er Spielfilm von Milos Forman - immer noch "Antonio und Amadeus" heißen. Der dramaturgische Dreh des Buchs besteht nämlich darin, das von der Bewunderung Mozarts dominierte Leben Salieris aus dessen Sicht zu erzählen und auf diese Weise den Zuschauer Werk und Leben Mozarts durch die Augen des zeitgenössischen Komponisten sehen zu lassen.

Leider setzten Shaffer und Forman den von Alexander Puschkin 1831 begonnenen Rufmord Salieris fort. Schon die Oper Rimski-Korsakows von 1987 hatte dies aufgenommen. Salieri wird in diesen Inszenierungen wahrheitswidrig als mäßig talentierter, ältlicher Intrigant dargestellt, dem sogar vorgeworfen wird, er habe Mozart vergiftet. In Wirklichkeit lagen die beiden Musiker altersmäßig nur 6 Jahre auseinander, und über Mozarts Tod streiten die Ärzte - eine Verdächtigung Salieris ist reine Spekulation.

"Amadeus" beginnt damit, dass in einer Rahmenhandlung der alte Salieri in einer albtraumhaften Anstalt einsitzt - da konnte Milos Forman noch mal so richtig im "Kuckucksnest" baden. Nach einem gescheiterten Versuch, sich das Leben zu nehmen, "beichtet" Salieri - meist aus dem "Off" - einem Priester seinen Konflikt mit Gott, der aus seiner Sicht mit Mozarts Hilfe einen Handel um sein Talent gebrochen hatte. Dabei tritt auch sein gleichermaßen von Bewunderung und Abscheu bestimmtes Verhältnis zu Mozart zu Tage.

Die rückschauende Erzählung beginnt 1781. Der 31-jähriger Hof-Kompositeur Salieri hört, dass der 25-jährige Mozart vom Kaiser mit einer komischen Oper in deutscher Sprache beauftragt worden ist. F. Murray Abraham, der Darsteller Salieris, war seinerzeit übrigens bereits 45 Jahre alt - und auch mit Make-Up ging er damals wohl kaum als 31 durch.

Mozart (Tom Hulce, 31) soll Kaiser Josef II (Jeffrey Jones, 38) vorgestellt werden. Salieri hat zu diesem Anlass einen Willkommensmarsch komponiert - und wird prompt von Mozart vorgeführt, indem dieser den Marsch nicht nur zum Erstaunen aller aus dem Gedächtnis nachspielt (was jeder talentierte Musikschüler könnte ...), sondern auch eine harmonische Schwäche korrigiert und das Thema scheinbar mühelos zu etwas Präsentablem ausarbeitet - zu dem später in "Die Hochzeit des Figaro" verwendeten "Non più andrai". Salieri fühlt sich zu Recht vorgeführt.

Besonders macht Salieri zu schaffen, dass das von ihm erkannte Genie in Gestalt eines primitiven und obszönen Menschen erscheint - für ihn kein Zweifel: damit will Gott ihn, Salieri, peinigen. Er glaubt, über Mozarts schrilles Gelächter wolle Gott Salieris künstlerisches Mittelmaß verspotten.

Obwohl Salieri am Hof die Fäden zieht, läuft es zunächst bestens für Mozart. Nach dem Erfolg "Die Entführung aus dem Serail" heiratet Wolferl das Stanzerl (Elizabeth Berridge, 22) und etabliert sich in Wien. Ein dunkler Schatten fällt allerdings durch den Tod seines Vaters Leopold auf das genussvolle Leben des jungen Paares. Mozart versucht, dieses Trauma in seiner düsteren Oper "Don Giovanni" zu verarbeiten. Doch das Werk floppt. Die fetten Jahre sind vorüber. Die Natur verlangt ihren Preis. Mozart trinkt und nimmt Drogen. Geld und Kredit werden knapp.

In dieser Situation wird Salieri aktiv. In der Maske des Vaters Leopold beauftragt er den schon verwirrten Mozart mit einer Totenmesse. Mozart ist finanziell nicht in der Lage, den Auftrag abzulehnen. Gleichzeitig muss er aber sein Meisterwerk, die Zauberflöte, fertigstellen. Mozart fühlt sich überlastet. Bald spürt er, dass er faktisch "sein eigenes" Requiem in Arbeit hat: Mit der Fertigstellung der Totenmesse würde sein Leben enden. Mozart beginnt, sich in Bordellen herumzutreiben. Constanze verlässt ihn. Salieris perfide Kalkulation scheint aufzugehen: Er würde das Requiem zu Mozarts Beerdigung aufführen lassen und als eigenes Werk ausgeben.

Da der "Directors Cut" erst 2002 erschien - ich selbst sah diese Version erstmals jetzt von Blu-ray auf großer Leinwand - hatte ich den Film zunächst mehrfach in der ursprünglichen Kinoversion erlebt und war - wie so viele - begeistert. Nach wie vor schätze ich die Interpretation Marriners sehr. Endlich mal wurde, wie Marriner betonte, "ein Film um die Musik herum erzählt und nicht umgekehrt".

Erst im Directors Cut fiel mir auf, dass völlig unmotiviert englisch gesungen wurde - es hat mich belästigt. Wie man liest, geht das vielen so.

Vielleicht hätte ich mir die etwas arroganten Kommentare des deftigen Milos Forman in den "Extras" nicht anhören sollen. Man schaut genauer hin. Scheinwerferkegel und Kunst-Nebelschwaden stoßen in dem historischen Theater übel auf. Dass man "Constanze" ohne dramaturgisch zwingende Gründe veranlasst hat, ihre Brüste zu entblößen - diese Szene "fehlte" bekanntlich in der Kinoversion - wirkt billig-spekulativ. Obschon "vor Ort" gedreht, sehen viele Szenerien aus wie Papp-Kulissen. Wer glaubt an ein blitzsauberes Irrenhaus zu dieser Zeit?

Schade, dass man auf der BD nicht einfach die Erweiterungen "abschalten" kann - noch besser wäre in Kombination damit auch die freie Wahl zwischen "alter" und "neuer" Tonspur gewesen.

Aber das sind Nebensächlichkeiten: je mehr man über die Hintergründe erfährt, desto mehr sehnt man sich nach einer europäischen, geschichtlich und kulturell authentischen Umsetzung von Mozarts Leben. Vielleicht müsste man sich dann auch nicht fragen, warum eigentlich ein feinsinniger Mensch wie Wolfgang Mozart im Film wie ein hysterischer Gaul wiehern musste, bloß, damit die Salieri-Figur des Films ihn als "primitiven Menschen" einschätzen konnte. Eine solche Herabsetzung hat dieses Genie nicht verdient, sie passt auch überhaupt nicht zu einer solchen Künstlerpersönlichkeit. Aber wenn man sich halt erst einmal darauf einlässt, auf übliche Hollywood-Manier Geschichte und Persönlichkeiten zu fälschen, gerät man schnell vom Hundertsten ins Tausendste und fährt früher oder später unweigerlich auch die Logik an die Wand.

Unabhängig von all dem wird "Amadeus" Menschen, die Mozarts Musik lieben, immer unter die Haut gehen - in jeder Version. Erstbesuchern würde ich empfehlen, den klassischen Schnitt anzuschauen.

film-jury 3* A0247 4.7.2011eg Genre: Biographie | Drama | Musik

Eine Kuriosität am Rande: Für die Rolle des Wolfgang Mozart hatte sich seinerzeit der Rolling Stone Mick Jagger ins Gespräch gebracht ...
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin
Format:DVD
Wunderbarer Film mit toller Musik...aber leider wurde für den 25 min längeren Director's Cut die deutsche Synchronisation komplett neu gemacht. So haben die Schauspieler nicht mehr die bekannten guten Stimmen.
Insbesondere die alte misteriöse jedem Filmkenner vertraute Stimme des Antonio Salieri aus der deutschen Originalversion von 1984 ist nicht mehr dabei !!

Sehr schade... im TV läuft meist die bessere alte Version mit dem ursprünglichen Original-Ton !
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Yes maybe it is a lie...
...a lot of this story is made up of course. Pure invention, but...it is so superbly made and so enthralling and the music, art, costumes, everything is super, super wonderful.
Vor 19 Tagen von Julius veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Guter Film in guter Qualität
Guter Film in guter Qualität, schon mal gesehen aber nach dem Buch "Herr Mozart wacht auf" - absolut nette Lektüre - musste ich mir den Film halt nochmal... Lesen Sie weiter...
Vor 29 Tagen von Kurt58 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Meisterwerk mit Rufmord
"In Ergänzung zu dem Mordvorwurf wird Salieri in diesem Film fälschlicherweise als mittelmäßiger Komponist, Intrigant und ältlicher Gotteslästerer... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Volker Hiller veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Besser geht es (fast) nicht
denn natürlich wird irgendwann einmal eine 'Special Edition' herausgegeben werden, in der sich sowohl die Originalfassung als auch der Directors Cut befindet, dazu noch der... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von algi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen super
der film ist immer noch ein hammer und würde sicher wieder einen oscar oder mehrer gewinnen.
sehr schöne bilder, super schauspieler, schöne musik.
Vor 2 Monaten von spock2311 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen super Film
Die Directors cut fassung ist richtig schön und mitergreifend und nebenbei noch super Musik von Mozart
alles in allen ist der Film grandios super 1a
Vor 3 Monaten von Michael veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen alles in Ordnung
so wie erwartet, gute DVD, den Kindern eine Wissenslücke ersparend und vielleicht ein bisschen Freude am Lernen gebend - habe ich die DVD erworben
Vor 3 Monaten von kasopaja veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Dieser Directors Cut war die richtige Wahl
Dieser Directors Cut ist im Vergleich zur älteren und kürzeren Version noch einmal deutlich besser. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Tanja S. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Amadeus - Directors Cut (2DVD)
Diesen Film habe ich in den 80-ern im Kino gesehen, - und, im eigendlichen Sinne immer mit Mozart in Zusammenhang gebracht. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von B.Kowalski veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Über die Musik hinaus
Ich habe den Film nach vielen Jahren erneut, in der 'Director's Cut' Version, gesehen. Es ist natürlich ein Hollywood Film, ein Unterhaltungsfilm, aber er vermittelt auch... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Walter Stechel veröffentlicht
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