Je besser der Wein, desto länger ist er lagerfähig. Und er verliert dabei keineswegs an Qualität.
So geht es mir mit manchen Filmen. The River Wild gehört dazu. Seine Premiere in Deutschland war der 26. Januar 1995.
Der kleine Sohn der Familie Hartman, Roarke (Joseph Mazzello, Radio Flyer, Jurassic Park, Mississippi, Fluss der Hoffnung u.A.) bekommt ein besonders Geburtstagsgeschenk: Seine Mutter, Gail (Meryl Streep) war früher mal Führerin auf dem nicht ungefährlichen großen Fluss. Der Vater Tom (David Strathairn) kann aus beruflichen Gründen wieder mal nicht teilnehmen. Roarke reagier darauf recht sauer: Schon im letzten Jahr hatte der Papa keine Zeit für seinen Sohn. Auch in der Ehe der Eltern kriselt es.
Gail und der kleine Roarke bereiten am Fluss ihr Boot vor und freuen sich, dass Tom doch noch erscheint. Roarke darf noch schnell die erforderlichen Plaketten für die Flussfahrt holen. Dabei kommt er mit einem freundlichen jungen Mann, Wade (Kevin Bacon) ins Gespräch, der zusammen mit zwei Freunden ebenfalls den Fluss befahren will. Wade erfährt dabei, dass Gail früher Führerin auf dem Fluss war.
So kann das Wildwasser-Rafting beginnen. Es machen sich zwei Boote auf den Weg. Gail, Roarke, Tom und die Hündin Meggy auf dem einen, Wade, Frank und Terry auf dem anderen.
Zwischendurch begegnen sie sich und fahren streckenweise gemeinsam, aber es zeigt sich immer mehr, dass die drei jungen Männer keineswegs die friedlichen, harmlosen Freizeitbootfahrer sind, als die sie sich ausgeben. Die Spannung zwischen den beiden Gruppen steigt und wird schließlich fast unerträglich. Auf der einen Seite erlebt der Zuschauer eine wunderschöne Flusslandschaft in herrlichen Aufnahmen, auf der anderen Seite wird er immer mehr in die Problematik dieses Nebeneinander der beiden Gruppen hineingezogen, bis diese brutale und buchstäblich mörderische Formen annimmt.
Ab hier schweigt mal wieder 'des Sängers Höflichkeit', ich will ja nicht spoilern.
Ganz erstaunlich ist, dass sich Meryl Streep in keiner der gefährlichen Szenen doubeln lässt. Sie legt Wert darauf, alle Stunts selbst zu spielen und kommt dabei auch mal in arge Bedrängnis, was allerdings im Film nicht zu sehen ist.
Die Darsteller zeigen ein gekonntes Spiel. Selbst der kleine Roarke spielt absolut professionell. Die Regie führt gradlinig und ohne störende Umwege durch die spannende Handlung. Die Spannung nimmt immer mehr zu und steigert sich bis zu einem gewaltigen Finale.
Ein sehr sehenswerter Film, der mit zu den Besten meiner Sammlung gehört.
Meine Wertung: uneingeschränkt 5 Sterne
eboku