HÖRBUCH-Bewertung: AM SEIDENEN FADEN, von Joy Fielding, gelesen von Simone Thomalla (aus der "BRIGITTE Hörbuch-Edition - Starke Stimmen - Die Krimis")
Gekürzte Lesung | 4 Audio-CD's im aufklappbaren Pappcase, mit Kunststofftrays | 42 Tracks | 245 Minuten Laufzeit | erschienen bei Random House Audio
- Das Hörbuch habe ich letztes Jahr zu einem so unverschämt günstigen Preis erstanden, dass ich quasi zuschlagen musste.
- Von Joy Fielding kenne ich schon so einige Thriller, doch als großer Fan ihrer meist einen Tick zu amerikanisch-gesellschaftskritischen Lady-Thriller würde ich mich nicht bezeichnen.
- Simone Thomalla kenne ich nur aus dem TATORT (Krimi/ ARD) und ich war sehr gespannt, ob sie es schafft einem Hörbuch Leben einzuhauchen.
Wie in der Überschrift und anhand der Bewertung schnell erkennbar hat mich dieses Hörbuch wahrlich nicht vom Hocker gerissen.
Joy Fieldings Story fängt schon wenig vielversprechend an und weil Frau Thomalla so grottenlangweilig liest, verging mir gleich nach den ersten paar Tracks schon die Lust den Kram zu Ende zu hören. Es war keine regelrechte Qual das Hörbuch zu Ende zu hören, aber spannend war es nun einmal nicht...
Kate Sinclair, die Protagonistin von AM SEIDENEN FADEN, ist Therapeutin und hat ein perfektes Leben. Welches allerdings nach und nach aus den Fugen gerät, als ihre Schwester sich in einen (höchstvermutlichen) Serienmörder verliebt. Erschwerend kommt hinzu, dass ihre ältere Tochter eine schwierige Phase durchmacht und ihre Mutter an Demenz erkrankt. Dass sie dann noch die Chance auf eine spannende Affäre mit einem supertoll aussehenden Jugendfreund wie auf dem Silbertablett dargeboten bekommt, schlägt für meinen Geschmack dem Fass den Boden aus. Na, sei's drum. Es dauert ohnehin viel zu lange ehe man dem Sinn der Handlung so ganz auf die Schliche kommt.
Kate Sinclair versucht weder ihrer Schwester ernsthaft die Hirngespinste auszutreiben (die "dumme Kuh" will ja einen vermutlichen Serienkiller heiraten!), noch hat sie begriffen, an welcher Krankheit ihre Mutter leidet.
Während ich mir beim Anhören noch wahnsinnig ernsthafte Gedanken mache, ob es wirklich Menschen gibt, die so dämlich sind wie Kate Sinclairs Schwester, vergeht (glücklicher Weise) CD um CD und schließlich schnippelt Joy Fielding der dickköpfigen Zweitprotagonistin dann doch noch eine - und was für eine! - Erklärung für die Unfähigkeit eine normale Beziehungen zu führen, in ihre Lebensgeschichte. Klischee, quasi Hilfsausdruck!
Oh weh... und dann das Ende! Heidewitzka! Beinah hab ich ein schlechtes Gewissen zu behaupten: Es kam so wie es kommen musste --- unerfreulicher Weise mit so einigen Toten noch dazu.
Das Doofe dabei ist nämlich: Man sieht das Ende herannahen, wie auf Schienen. Nur diese Kate Sinclair rafft nichts. Und das hat 'se nun davon... Therapeutin, also will die Dame sein? Na, gute Nacht Marie...
Zur Hörbuch-Lesung:
Von Simone Thomalla werde ich mir definitiv nie wieder ein Hörbuch vorlesen lassen. Auch wenn die Frau ordentlich und sauber liest, die Stimme ist blass, uncharakteristisch und gnadenlos unauffällig. Lustlosigkeit oder Gelangweiltheit möchte ich ihr nicht unterstellen, doch großes Talent für das Einlesen von Hörbüchern besitzt sie einfach nicht.
Fazit:
Ein unterdurchschnittliches Hörvergnügen. Ein vorhersehbarer Thriller, langweilig eingelesen noch dazu. Nicht mein Fall.
Tipp: Dieses Hörbuch ist Bestandteil der
BRIGITTE Hörbuch-Edition - DIE KRIMIS