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Am liebsten nach Süden: Unterwegs in Europa
 
 
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Am liebsten nach Süden: Unterwegs in Europa [Gebundene Ausgabe]

Sybille Bedford , Matthias Fienbork
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
  • Verlag: Schirmergraf; Auflage: 1., Aufl. (13. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865550509
  • ISBN-13: 978-3865550507
  • Originaltitel: Pleasures and Landscapes. A Traveller' Tales from Europe
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 381.874 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sybille Bedford
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Erstmals auf deutsch: Sybille Bedfords erfrischend subjektive, kenntnisreiche Reisereportagen führen uns nach Venedig und Capri, in die Normandie und ins Bordelais. Als exzellente Weinkennerin und frühe Anhängerin von Slow Food zeigt sie, wo man in Europa wirklich genießen kann.

Der Verlag über das Buch

Was will das reisende Ich? "Es will sicher und pünktlich ankommen. Es will Vergnügen, Abwechslung, Ruhe, starken Kaffee, starke Drinks, funktionierende Streichhölzer und mit einem großen Geldschein bezahlen können. Es will ein bezugsfertiges Zimmer vorfinden, nicht überheizt und nicht zu kalt, mit Kleiderbügeln, der richtigen Stromspannung, einem Aschenbecher und reichlich frischen Handtüchern. Es will mal um halb sieben, mal um halb elf zu Abend essen. Es will alles wie erwartet vorfinden, nur besser." Auf dem Höhepunkt ihres literarischen Erfolgs reiste Sybille Bedford im Auftrag von Zeitschriften wie Vogue oder Esquire quer durch Europa: Sie verkostete Bordeaux-Weine, hausgemachte Pasta in Rom oder Turin, probierte ländliche Hotels in der Normandie aus und Venedig im Winter. Sie testete fachmännisch die Straßen in Jugoslawien und fuhr mit einem Blick, als käme sie von einem anderen Stern, durch Dänemark. Ihre Entdeckungen und Erkenntnisse sind von zeitlosem Charme und von erstaunlicher Aktualität.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
" Am liebsten im Süden " enthält Reiseerinnerungen der Schriftstellerin Sybille Bedford, die vor zwei Jahren im Alter von 94 Jahren in London verstorben ist.
Sofern Leser die hervorragenden Romane Bedfords noch nicht kennen, es handelt sich hierbei um Milieustudien der Upperclass, werden sie dennoch bei der Lektüre dieses Buches sehr rasch feststellen, dass es sich bei dieser Schriftstellerin um eine hochgebildete, sehr kultivierte Intellektuelle handelte, die das " Savoir-vivre " zu schätzen wusste und als Weinkennerin wie auch Liebhaberin feiner Gaumengenüsse gerne im Kreise von Freunden das Leben genoss.
Bedford scheint den Dichter Arthur Rimbaud geschätzt zu haben, denn sie stellt ihren Reisereportagen ein Gedicht dieses Poeten voran.
Ihre Erinnerungen beginnen mit einer Reportage aus dem Jahre 1948 und enden mit einem Reisebericht aus dem Jahre 1978. Interessant ist es auszuloten wie sich der Blickwinkel beim Reisen seitens dieser Dame im Laufe der Jahre verändert.
1948 auf Capri berichtet sie von ihrer Begegnung mit der Kriegsreporterin Martha Gellhorn. Von ihr ist sie begeistert, weil sie alle Eigenschaften einer Frau besitzt, die bei einem Betrachter das Gefühl hinterlassen unter einem " Tausendfünfhundert-Watt-Kronleuchter " ( Zitat Bedford ) zu stehen. Ihr Capri-Bericht steht letztlich noch unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges.
Auch ihre Reise, die sie 1953 in die Schweiz unternimmt, zeigt nur verhaltene Lebenslust. Dies ändert sich allerdings einige Jahre später deutlich.
Sehr bemerkenswert sind ihre Reiseschilderungen aus dem Jahre 1961. Sie reist nach Frankreich sowie Italien und gibt der Reportage nicht grundlos den Titel " Die Kunst des Reisens " . Für Bedford bedeutet Reisen zunächst einmal eine Auseinandersetzung des Ichs mit der Welt. Sie erläutert dezidiert, woraus diese Welt für sie besteht und was das Ich möchte. Die Schriftstellerin hat demnach eine konkrete Vorstellung von dem, was sie will, gleichwohl räumt sie ein, dass sie auch das Unerwartete finden möchte, das allerdings nicht irritieren darf.
Reisen soll ein harmonischer und damit ein angenehmer Zustand sein. Sie reflektiert das Reisen in vorangegangen Zeiten und befasst sich mit dem Begriff des Komfort, der ihr nicht unwichtig ist, um in der Folge über die Hotels, Restaurants, das Essen und den Wein zu schreiben, den Dingen, denen bei ihrer damaligen Reise das Hauptaugenmerk galt.
Ihre lukullischen Betrachtungen in der Normandie habe ich mit großem Interesse gelesen, nicht zuletzt, weil ich Ende der 70er Jahre als Studentin durch die Normandie trampte und teilweise - obschon zwei Jahrzehnte vergangen waren - ähnliche Erfahrungen sammeln konnte. Sie schreibt über den Cidre und meint er begünstige eine grüblerische, mürrische, suizidale Form von Trunkenheit und ist skeptisch im Hinblick auf den normannischen Hang zur Butter und Sahne. Ihre Bedenken gipfeln in der These, dass Gefräßigkeit und Habgier oft an in Hand in Hand gehen. Eine wahrlich subtile Spitzzüngigkeit gegenüber den Bewohnern der Normandie!
Sie reist vom Norden Frankreichs in den Süden, fährt weiter nach Italien, schreibt vom Wein und den landestypischen Speisen, um schließlich Rom und Florenz zu besingen.
Die Portraitskizze Dänemarks im Jahre 1962 thematisiert Eigentümlichkeiten dieses Landes, hat die Architektur im Auge und geht der Frage nach, ob die Dänen schon immer ein friedliebendes Volk gewesen sind. Haben die Dänen religiöse Toleranz praktiziert?
Es ist unmöglich all die im Buch beschriebenen Reisen hier kurz zu skizzieren, allerdings möchte ich noch einige Worte zu der Reportage " La Vie de Chateau " sagen. Diese Reportage ist übrigens auch als Einzelband im Handel erhältlich. 1978 reist Sybille Bedford nach Bordeaux, um dort an einer Weinverkostung teilzunehmen. Sie verkostet bei Lafite und bei Chevalier : Latour, Margaux, Mouton..., die Premier Grand Crues der Region. Nicht unerwähnt lässt sie dabei, dass ihre wahre Liebe, dem Medoc, dem Graves, dem Pomerol und dem Sauterne gehört. Bedford hatte einen ausgereiften Weingeschmack, das lässt sich nicht bezweifeln.
Das Buch ist ein Lese-Highlight für Menschen, die das schöne Leben lieben.
Einen Satz der Grande Dame möchte ich zum Schluss zitieren, der mir besonders gut gefallen hat: " Venedig ist eine Stadt für das Auge, ein Ort ekstatischer Streifzüge, ein Ort des Begehrens."

Empfehlenswert.

PS: Die Übersetzung der Reisereportagen aus dem Englischen von Matthias Fienbork ist stilistisch ein Hochgenuss. Überzeugen Sie sich bitte selbst.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wer träumt nicht davon, der Kälte und dem ewigen Regen zu entfliehen und im warmen Süden, ohne Stress und Sorgen das Leben zu genießen, sich die immer strahlende Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen?

In den fünfziger und sechziger Jahren war dies für die meisten jedoch nur eine schöne Illusion. Nur eine Minderheit konnte sich derartige Auslandsreisen leisten. Zu dieser gehörte die Schriftstellerin Sybille Bedford, die 1911 in Berlin geborene Tochter einer schönen Engländerin aus der Upperclass und des exzentrischen deutschen Barons Maximilian von Schoenbeck. Die Grand Old Lady der Literatur, die mit Klaus und Erika Mann befreundet war und deren schillernde Romane oft als "Champagner in Buchform" gepriesen wurden, ist jedoch hierzulande beinahe unbekannt. 2006 starb sie 94jährig in London.

Nun hat SchirmerGraf acht ihrer eleganten Reiseerinnerungen (geschrieben zwischen 1948 und 1978) herausgebracht: stilistisch voller Eleganz, klug, hoch amüsant und von erstaunlich zeitloser Tiefenschärfe. Stünden nicht die Jahreszahlen über den einzelnen Essays, man würde es kaum glauben, dass mittlerweile mehrere Jahrzehnte vergangen sind.

Haben sich "Land und Leute" derart wenig gewandelt?
Wohl kaum. Aber allgemeine Wahrnehmungsempfindlichkeiten bzw. Ursachen für Ärgernis und Zufriedenheit eines Reisenden scheinen dem Wandel der Zeit getrotzt zu haben und sind immer noch so aktuell wie ehedem.

"Am liebsten nach Süden" führt den Leser nach Frankreich und Italien, in die Schweiz, nach Dänemark (was zugegebenermaßen im Norden liegt, aber man bedenke, Sybille Bedford lebte zu dieser Zeit bereits in London), Portugal und durch Jugoslawien.
In prachtvollen Beschreibungen - Bildern gleich - lässt Bedford Land und Leute erleben. Sei es eine Nacht am offenen Fenster auf Capri, in der sie - gemeinsam mit ihrer Freundin Martha Gellhorn, der Ex-Frau Ernest Hemingways - den Duft nach Jasmin, Zitrusfrüchten, Oleander, warmen Steinen und dem Meer genießt oder aber den Zauber am "Ort ewigen Begehrens" - Venedig - auch oder gerade im Winter erlebt.

Dabei erweist sich die Autorin als exzellente Beobachterin, benötigt jedoch kaum ausschweifende und opulente Schilderungen, sondern meist genügen nur wenige Worte und Sätze, um die besondere Atmosphäre oder Stimmung eines Landes einzufangen.

Sie beschreibt lukullische Gaumenfreuden derart real, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft oder treibt Tränen in die Augen, wenn sie mit unglaublich charmantem Humor von Zeit zu Zeit über landestypische Affinitäten berichtet: sei es nun über den motorisierten "Balztanz" der Italiener oder aber diverser Sprachbarrieren und der "sehr, sehr, sehr langsamen" Lebensart der Portugiesen.

Hervorgehoben werden muss ebenso die großartige Übersetzung von Matthias Fienbork aus dem Englischen, die den Charme und den Witz Sybille Bedfords grandios getroffen hat.

Fazit:
"Am liebsten nach Süden" entpuppt sich als vergnüglich zu lesende Milieuschilderung und Reiseimpression der besonderen Art, ist aber gleichzeitig ein exzellentes Zeitdokument, gepaart mit vielen präzisen Beobachtungen, die versteckt in scheinbar nebensächlichen Details liegen.

Ein Satz aus den "Sommerlichen Wochen zwischen Genf und Luzern" kann stellvertretend für das gesamte Diktion des Buches stehen: "Manchmal schluckten schweigende Wälder das grelle Mittagslicht; manchmal war alles Raum und Form."
Ein großartiges Buch mit acht ebenso großartigen Reise-Essays.
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