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Am Ufer Gebundene Ausgabe – 15. Januar 2014


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Antje Kunstmann Verlag; Auflage: 1. (15. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 388897867X
  • ISBN-13: 978-3888978678
  • Originaltitel: En la orilla
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 4,2 x 21,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 31.544 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Der weitaus beste spanische Roman über die Krise. Das wichtigste Buch der letzten Jahre. (El País)

'Am Ufer' heißt der bittere und in seiner Bitterkeit großartige neue Roman von Rafael Chirbes. (…) Es sieht so aus als hätte er den Roman zur spanischen Krise geschrieben. Aber zum Glück enthält das Buch sehr viel mehr. Chirbes verhandelt darin seine großen, von Roman zu Roman enger geschnürten Themen von Tod und Vergänglichkeit. (Ralph Hammerthaler, Süddeutsche Zeitung)

'Am Ufer' ist ein wuchtiger Roman über eine spanische Provinzgesellschaft im Zustand des Bankrotts, niederschmetternd in seiner brutalen Scharfsichtigkeit. Und natürlich zugleich die ziemlich hoffnungsfreie Beschreibung des Krisenlands Spanien überhaupt. (Wolfgang Höbel, DER SPIEGEL)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Rafael Chirbes, geboren 1949 in Tabernes de Valldigna bei Valencia, studierte in Madrid und lebt in Beniarbeig bei Alicante. Er arbeitete als Literatur- und Filmkritiker für verschiedene Zeitschriften, u.a. für das Reise- und Gourmetmagazin Sobremesa. Rafael Chirbes gehört zu den international bekanntesten spanischen Autoren, seine Romane, u.a. "Der lange Marsch", "Der Fall von Madrid", "Alte Freunde", wurden in viele Sprachen übersetzt, für seinen letzten Roman "Krematorium" erhielt er 2008 den Spanischen Nationalpreis der Kritik.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Marius TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 17. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Nach dem Roman „Krematorium“ kehrt Rafael Chirbes erneut zurück nach Spanien, dem Land der Krise, in dem jeder dritte Jugendliche keinen Job hat. Dramatische Zustände, die Chirbes dem Leser in „Am Ufer“ auf meisterhafte Weise vor Augen führt.

Für seinen Roman wählt der den Stream of Consciousness, der seit Dos Passos‘ „Manhattan Transfer“ und Joyce‘ „Ulysses“ als Stilmittel manch großen Romanen zur Vollendung verholfen hat. Rein äußerlich passiert eigentlich nichts, der Roman spielt an einem Tag und die Charaktere meistens Karten.
Der siebzigjährige Esteban sinniert über sich, seine Welt, seinen alten Vater und Spanien – und die Gedanken wandern ohne Ende. Leicht zu lesen ist das keineswegs – wörtliche Rede wird nicht immer als solche gekennzeichnet, Tagebucheinschübe unterbrechen die Handlung und auf einer Seite wechseln Estebans Monologe gerne auch dreimal die Richtung.

Man muss höchst konzentriert lesen um wenigstens halbwegs einen Überblick über das Treiben und die Charaktere zu behalten. Man liest und wird immer mehr in die Weltsicht Estebans gezogen und staunt ob des ästhetischen Sensorium Rafael Chirbes.
Er wechselt die Tonarten genauso geschmeidig wie glaubhaft und erschafft mit Esteban eine der tiefgründigsten Figuren, die mir in der letzten Zeit begegnet sind. Er zeigt den Kunsttischler als symptomatisch für eine Generation, nicht richtig versöhnt mit der Vergangenheit und auch nicht so richtig bereit für eine wie immer geartete Zukunft. So wird aus „Am Ufer“ ein Sittenbild eines Landes in der Krise. Ein spanischer Stream of Consciousness, der sich gewaschen hat.

Wer eine leichte Lektüre sucht oder von einem Roman in erster Linie Unterhaltung erwartet, dem sei nachdrücklich von „Am Ufer“ abgeraten. Alle Freunde anspruchsvoller literarischer Feinkost sei der Roman aber wärmstens ans Herz gelegt!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von H. Mewes am 2. März 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Wer nicht nur alt ist, sondern auch einsehen muss, dass sein Leben weder im Stolz des Erreichten noch in der Hoffnung auf irgendeine Zufriedenheit enden wird, hat guten Grund, keine Kamingeschichte zu erzählen. Chirbes lässt keine Illusion zu, das Leben ist schlimm, gemein, ungerecht und wird böse enden. Ein Rezensent im Deutschlandfunk antwortete auf die Frage, ob denn im Buch etwas Tröstliches zu finden sei: "eigentlich nicht". Im Sumpf nahe eines katalonischen fiktiven Städtchens drehen die Verlorenen des Rennens um die besten Plätze ihre Runden, dort werden Leichen versenkt, das Aas und der giftige Müll sind Nahrung für Fische und Wild, die Esteban, der Schreiner, kunstvoll und artgerecht erlegt. Die Seerosen Monets stinken, die Windeln des von Esteban, dem 70jährigen gepflegten Vaters, der besoffene Mann der Pflegerin Liliana.

Das Buch ist eine Geschichte, nur keine Handlung. Man muss nicht die Personen in einem Netzwerk ordnen, mehr die Zeit, in der sie geboren wurden. Die letzten 120 Jahre der Geschichte Spaniens sind für die meisten von uns leider nur schwer zu verstehen. Geschichte ist nicht die Historie der Historiker, die versuchen, dem Vergangenen eine Logik zu geben. Chirbes führt uns durch die Vergangenheit eines Lebens, die ganz natürlich mit der Distanz, diffuser wird, aber dann beschrieben wird, wenn sie die Realität prägt. Dazu gehört der Bürgerkrieg (lesen Sie "Blood of Spain"!), die Zeit des Wachstums, des kleinen Wohlstands und des Versuchs, beim großen Spiel dabei zu sein und die Bilder der Zerstörung zu zeigen. Tatsächlich kommt der Blick aus der Sicht der jetzt arbeitslosen Generation der 20-30 jährigen nicht vor.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gwyn am 29. April 2014
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Der siebzigjährige Tischler Esteban hat seine Ersparnisse und eine aufgenommenen Hypothek auf Haus und Betrieb in ein windiges Immobilienprojekt seines Freundes Pedrós gesteckt. Das Projekt ist pleite, Pedro abgehauen. Die Zwangsvollstreckung steht bevor, die Angestellten sind gekündigt. In einem Rückblick berichtet Esteban über seine Familie in den fiktiven Orten Olba und Misent, bis hin zur Francozeit. Die Landschaft erinnert in der Beschreibung an die Dénia bei Alicante (Residenz des Autors).
Er beschreibt eine zerrissene Landschaft voll von Bauruinen zwischen Meer und Sumpf, beschreibt arbeitslose Menschen, osteuropäische Nutten, schwelender Hass auf Migranten. Die Köpfe der Spekulanten haben mit dem Platzen der Immobilienblase das Land verlassen, nicht vergessen, ihr Vermögen mitzunehmen. Chirbes analysiert die Entwicklung Spaniens in den letzten Jahrzehnten. Ein Bauernstaat, der ganze Landstriche verkaufte, bebaute, selbst die spanische Seele verhökerte. Er beschreibt den Traum vom Häuschen für Jedermann, vom Leben im Luxus, ein Traum, der einer ganzen Generation verkauft wurde. Ein Protagonist berichtet, früher war man froh, eine Arbeit als Orangenpflücker zu haben, das war eine anständige Arbeit. Das würde heute keinem Jugendlichen genügen. Dafür gibt es die Marokkaner. Er selbst habe auch seinen Job verloren, aber er sei froh, wenigstens als Straßenkehrer etwas gefunden zu haben.

Rohbauten im Höhenrausch, eine verbaute Küste und in der Hinterhand der morastige Sumpf. Der Sumpf steht für die Gesellschaft, die im Morast erstickt.
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