Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme, es ist ein gesellschaftliches und auch kulturelles Ereignis. Der gedeckte Tisch bringt Menschen zusammen. Diesem Motiv folgend, führt Autorin Susanne Kippenberger Pioniere der Küche zusammen. Die in Dortmund geborene und bezeichnender Weise in Essen aufgewachsene hat mit «Am Tisch. Die kulinarische Bohème oder die Entdeckung der Lebenslust» eine Hommage an Kochen und Speisen vorgelegt, bei der sie auf ihre Erfahrung als Food-Redakteurin beim Berliner Tagesspiel, aber auch auf bereits dort erschienene Artikel zurückgreift. In 20 Kapiteln porträtiert sie nicht nur die Menschen, sondern auch deren Einstellungen zum Kochen. Die Mischung bekannter, wie beispielsweise Jamie Oliver, und unbekannter Küchenexperten führt unweigerlich dazu, was die ebenfalls porträtierte Elizabeth David einst über ihresgleichen sagte: «Der ideale Kochbuchautor ist einer, der den Leser dazu bringt, kochen zu wollen.» Kippenberger schafft das, auch wenn bei ihr weniger die Rezepte, als vielmehr die Menschen im Vordergrund stehen.