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Am Strand Broschiert – November 2008

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Produktinformation

  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325723788X
  • ISBN-13: 978-3257237887
  • Originaltitel: On Chesil Beach
  • Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 1,5 x 17,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (68 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.844 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot, wurde als Literaturstudent von Angus Wilson und Malcolm Bradbury gefördert, von Philip Roth für ein Schriftsteller-Stipendium nominiert und für den ersten Erzählungsband mit dem Somerset-Maugham-Preis ausgezeichnet. Der Autor lebt und arbeitet in London.

Produktbeschreibungen

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Ian McEwan aus London ist ein Erzählmeister der alten Schule, dem selbst für das Alltägliche noch Bilder gelingen, die überraschen. Das stellt ihn in eine Reihe mit Julien Green, der ein ebenso stringenter wie knapper, metaphorisch frischer Erzähler und -- wie McEwan -- schon zu Lebzeiten ein Klassiker war.

Für alle, die es nicht glauben wollen (oder es erst noch entdecken müssen), sei beispielhaft eine kurze Passage aus McEwans Roman Am Strand zitiert. Er handelt von dem frisch verheirateten Traumpaar Edward und Florence, die in den Flitterwochen 1962 an den Strand von Chesil Beach gekommen sind, um die Ehe zu vollziehen. Es ist jene Stelle, in der Edward seiner von Ekel geschüttelte Florence einen Zungenkuss abzuringen sucht -- und letztendlich klar wird, dass der körperliche Widerwillen der jungen Frau gegenüber ihrem Mann die Beziehung auf eine harte Probe stellt.

„Kaum küssten sie sich, spürte sie seine pralle, harte Zunge, die sich forsch zwischen ihre Zähne schob. In sie eindrang“, heißt es dort. „Die Lippen fest auf ihre gepresst, tastete er sich über den fleischigen Boden ihrer Mundhöhle und fuhr die Zahninnenseite ihres Unterkiefers entlang bis zu jenem Loch, in dem vor drei Jahren noch ein schiefer Weisheitszahn gewachsen war. (...) Jetzt war er unter ihrer Zunge, presste sie ans Gaumendach, dann war er darüber, presste sie nach unten, gleich darauf umspielte er die Ränder und wanderte rundherum, als schürze er einen Knoten.“ Das Ende der Ehe ist in dieser klinischen Beschreibung einer oralen Vergewaltigung schon mit eingeschrieben.

Dann macht Florence Edward ein unmoralisches Angebot. Noch in den Flitterwochen trennt sich der Mann daraufhin von seiner großen Liebe. In einem kurzen, desillusionierenden Nachspann macht McEwan klar, dass dies aus mehreren Gründen die falsche Entscheidung war. Am Strand braucht nicht mal zehn abschließende Seiten, um anhand von Edwards weiterem Lebenslauf das ganze tragische Ausmaß dieser banalen Katastrophe aufzuzeigen. Auch das ist meisterlich gemacht, mit keinem Wort zu viel. Besser, klüger und schöner kann man wohl nicht erzählen. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Danny B. TOP 1000 REZENSENT am 19. Januar 2010
Format: Broschiert
...unterbreitet Florence ihrem frisch angetrauten Ehemann noch in der Hochzeitsnacht, die für beide der Höhepunkt in ihrem bisherigen Leben ist, aber auf Grund der Unerfahrenheit ihrer jungen Liebe scheitert.

Doch der Reihe nach: Nach der Trauungszeremonie finden sich Edward und Florence in einer romantischen Hotel-Suite am Strand des Ärmelkanals wieder, doch beiden ist es nicht möglich auszusprechen, was sie sich längst hätten sagen müssen: Edward, dass ihm die Erfüllung der Liebe in dieser Hochzeitsnacht überaus wichtig ist, und Florence, dass sie sich in Wahrheit vor jeder Form der körperlichen Liebe ekelt. Nach dem Dinner kommt es im Schlafgemach zum unausweichlichen Streit, denn die Erwartungen, die Edward an seine frisch angetraute Liebste stellt, kann Florence nicht erfüllen und ihm die Liebe, nach der er sich sehnt, nicht schenken.

Nach einem heftigen Streit läuft Florence einige Kilometer den Strand entlang. Edward, in seinem Stolz als Mann zutiefst gekränkt, wartet zunächst eine Zeitlang ab, besinnt sich aber dennoch, ihr an den Strand zu folgen. Er macht ihr Vorhaltungen und Vorwürfe, was Florence nach einem heftigen Wortgefecht schließlich dazu bewegt, das - in Edwards Augen - unmögliche und "unmoralische" Angebot zu unterbreiten (wie das Angebot aussieht, kann hier nicht verraten werden, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen).

Die ganze Geschichte spielt in der Hochzeitsnacht, doch gibt es immer wieder ausführliche (manchmal für meinen Geschmack vielleicht etwas zu weit ausschweifende) Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Protagonisten.
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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Matka Hagen am 14. Januar 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Freie Liebe, heißer Sex, Ekstase - davon sind Edward und Florence im Sommer 1962 weit entfernt, als sie in einem Hotelzimmer am Meer der Hochzeitsnacht entgegen fiebern. Obwohl schon über ein Jahr zusammen, sind beide eigentlich unerfahren im Umgang mit dem anderen Geschlecht. So verschieden ihre Lebenswelten und ihre Herkünfte sind, so quälen jeden auch unterschiedliche Gedanken an das bevorstehende "Ereignis".
Während Edward alles richtig machen möchte, aber nur Angst hat zu versagen oder zu früh zu kommen - immerhin hat er sich eine Woche enthalten, verspürt Florence einfach nur Widerwillen und Ekel vor dem, was auf sie zukommt. Für sie würde es reichen, sich zu lieben und zu ehren und glücklich zusammen zu leben.
In fünf Kapiteln lässt McEwan den Leser teilhaben, wie sich Florence und Edward kennenlernen, gibt uns Einblicke in die jeweiligen, doch so unterschiedlichen Familienverhältnisse der beiden, und beschreibt gemeinsame glückliche Momente des verliebten Paares.
Sprachlosigkeit, das Klammern an Konventionen, das gegenseitige höfliche Verschweigen ihrer Unterschiede, und die Angst vor den eigenen Gefühlen macht beide blind füreinander, und lassen beide in einer Scheinwelt wandeln. Die Hochzeitsnacht mündet unweigerlich in ein Fiasko. Aber keiner von Beiden ist in der Lage, einen Schritt auf den anderen zuzugehen, keiner sieht einen Ausweg aus der Situation.
Am Ende des Buches blickt Edward zurück und denkt daran, wie entschieden anders sein Leben zusammen mit Florence gelaufen wäre, hätte er sich am Strand anders verhalten: "So kann sich der Lauf eines Lebens ändern - durch Nichtstun". Wobei beide Protagonisten sicherlich aus ihrer Situation und Zeit heraus sich einfach nicht anders verhalten konnten.
Ein toller Roman, eine traurige Liebesgeschichte, ein Stück Zeitgeschichte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Esther TOP 1000 REZENSENT am 30. Dezember 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Mit äußerst einfühlsamer Psychologie nähert sich Ian McEwan einem heiklen Thema, einer Zeit, die der freien Liebe nur knapp voraus ging - 1962 - am britischen Checil Beach acht Stunden nach der Eheschließung zwischen Eduard und Florence.

Sie beide lernten sich kennen bei einer Demonstration - zufällig in London, beide verliebten sich und lebten schon bald das Leben eines verlobten Pärchens - übten sich in Zurückhaltung und Rücksicht, um dem anderen nicht zu nahe zurücken, um den Unmut des anderen nicht herauszufordern - verkniffen sich beide die eine oder andere Bemerkung, um die Harmonie zu wahren - und dann wurde ungeachtet der gegensätzlichen Herkunft geheiratet:

Beide sexuell unerfahren, haben sie auch nie darüber gesprochen - ihn quält die übergroße Sorge des Versagens in der Hochzeitsnacht, der enttäuschten Erwartung seiner über alles geliebten frisch angetrauten Ehefrau - und sie hat im Leben niemandem verraten, dass sie eigentliche kein sexueller Mensch ist und allein das Wort "Penetration" ihre schlimmsten Horrorvorstellungen wahr werden lässt. Dennoch, das Eheversprechen hieß: "Mit meinem Leib verehre ich dich!"

Sprachlich knapp ohne üppig auszuschmücken, wird hier die Situation abwechselnd aus der Sicht der beiden Ehepartner geschildert. Dadurch schafft Ian McEwan die absolute Bindung zwischen Leser und der gescheiterten Beziehung/Ehe. Einerseits erzählt er ausreichend detailliert und nicht ohne Situationskomik von den Versäumnissen der Hochzeitsnacht, andererseits beschreibt er überaus einfühlsam die Ausweglosigkeit danach - die verletzten Gefühle, der gekränkte Stolz und was dieser verabsäumen kann.
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