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Am Rand der Welt: Novelle
 
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Am Rand der Welt: Novelle [Gebundene Ausgabe]

Raymond Kennedy , Isabel Klett , Hans-Ulrich Möhring
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 91 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608937293
  • ISBN-13: 978-3608937299
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 155.344 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Willkommen in den verschneiten Wäldern Nordamerikas, wo die Sätze kurz sind und so knorrig wie ihre Protagonisten. In einer windschiefen Hütte treffen zwei Männer aufeinander - ein alter, der dem Tode nahe ist, und ein jüngerer, kraftstrotzender, der verstrickt ist in ein nicht näher erklärtes Verbrechen. Die beiden reden, dann gehen sie hinaus in den Schnee, dann ist die schmale Novelle zu Ende. Es gibt wenig offensichtliche Handlung, doch umso mehr gewichtige Themen sind zwischen den Zeilen verborgen: der Gegensatz von Natur und Zivilisation, die Frage nach der eigenen Identität und danach, wie man sich aufs Sterben vorbereitet. Kennedys Kunst ist es, inmitten dieser verknappten Prosa Momente karger Schönheit aufblitzen zu lassen: "Die mächtigen Stämme der nächsten Bäume verbargen ihre Brüder dahinter und verschwammen im allgemeinen Dunkel. Sie standen da wie tausend Wächter." (arm)

Kurzbeschreibung

Die Begegnung zweier Männer in den verschneiten Wäldern Nordamerikas. Eine bewegende, große Erzählung, die an Texte von Beckett oder Camus denken läßt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einzigartige Novelle, 22. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Am Rand der Welt: Novelle (Gebundene Ausgabe)
Raymond Kennedy Am Rand der Welt Klett-Cotta


Eine kleine Novelle nur beinhaltet dieses Buch.

Wir befinden uns in einer abgelegenen Ecke einer kargen, leeren, weißen Schneelandschaft im Norden Amerikas.
Hier lebt Jack in einer armseligen Hütte und in vollkommener Abgeschiedenheit zusammen mit einem alten und bedürftigen Hund, der ihm wohl einstmals zugelaufen ist.
Jack ist alt, und er liebt das einfache Leben und die weiße Stille, die seinem Leben Ruhe zu geben scheint.
Eines Morgens findet er Dick blutüberströmt vor seinem Haus.
Er zieht ihn ins Haus und versorgt ihn notdürftig.
Die beiden bilden ein merkwürdiges Gespann; Dick ist ein Angeber und Großmaul, der Jack einschüchtern und ihm etwas vormachen will.

Schließlich zieht letzterer von dannen und lässt Jack, der ihn noch eine Weile auf seinem Weg begleitet hat, zurück.

Wenig, ja fast nichts ereignet sich in dieser Geschichte.
Und dennoch liegt eine atemlose Spannung über der Erzählung. Es wird kaum gesprochen; es gibt verhaltene Aggressionen von Seiten Dicks. Jack aber ist von einer stoischen Ruhe und Unantastbarkeit. Die stille der Landschaft teilt sich dem Leser unmerklich mit.
Dass es Menschen gab im Leben beider Männer: man ahnt es zwischen den Zeilen. Alles bleibt ungesagt, geheimnisvoll und der Phantasie des Lesers überlassen.

Kennedy erinnert in seiner sparsamen Darstellung an den Dramatiker und Schriftsteller Jon Fosse.


Am Rand der Welt ist ein wunderbar aufgemachtes kleines Büchlein, das sich hervorragend als Geschenk zu passender Gelegenheit und für entsprechende Liebhaber dieser Art Lektüre eignet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Dokument erzählerischer Meisterschaft, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Am Rand der Welt: Novelle (Gebundene Ausgabe)
Die Hütte in den Wäldern, in den Bergen, am See, ist einer der Urschauplätze der US-amerikanischen Kultur. Sie verspricht dem unter den Unbilden der modernen Zivilisation leidenden Mann (denn von Frauen wird so etwas nicht erzählt) ein Leben fernab der Städte mit ihren schädlichen Reizen, den Rückzug auf sich selbst in Zeiten der Krise und Verstrickung, eine Alternative zu den alltäglichen kleinen Abhängigkeiten von Frau, Familie und Firma. Thoreau erträumte sich ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben in seiner kleinen Hütte in "Walden", sie ist der heimliche Protagonist in Fernsehserien wie "Ein Mann aus den Bergen" und noch bei Philip Roth oder zuletzt Tim Parks verstecken sich die Helden in ihrem "Hideaway", um über Literatur, Liebe und Leben nachzudenken.

Auch in der Novelle "Am Rand der Welt" des US-amerikanischen Schriftstellers Raymond Kennedy nimmt die Handlung ihren Ausgang in einer eingeschneiten Hütte. Jack, ein Witwer von 72 Jahren, hat sich in die Wälder zurückgezogen und lebt dort ohne Uhr und Telefon, dafür mit seinem Hund und einer zerlesenen Zeitschrift. Kennedy verrät uns nicht den Namen der Region, in der die Novelle spielt, man stellt sich die Rocky Mountains, vielleicht in Idaho oder Montana, vor. Doch bald merkt der Leser, dass es auf eine genauere Lokalisierung nicht ankommt. Denn nach einem noch realistisch anmutenden Beginn driftet die Geschichte langsam ins Fantastische ab.

Jack hört ein Geräusch und verlässt seine Hütte. Draußen findet er einen nackten Mann im Schnee, bewusstlos, blutend, nur einen Schuh tragend. Was geschehen ist, ist unklar. Als der Fremde, der sich Dick nennt, wieder zu sich gekommen ist, entspinnt sich bald eine recht eigenartige Beziehung zwischen den beiden. Des öfteren kommt es dem Leser so vor, als kennen sich beide schon seit langer Zeit, aus einem früheren Leben in den Städten etwa - so unverschämt, so herablassend reagiert Dick, nachdem er sich Jacks Kleidung geliehen hat, auf dessen Hilfe. Dick scheint es gewohnt zu sein, dass man ihn hofiert und dass er die Befehle erteilt.

Nach dem Frühstück verlassen die beiden Männer die Hütte und machen sich auf einen Marsch durch den schneebedeckten Wald. Dicks Verhalten wird immer bizarrer, doch auch Jack offenbart Züge, die erraten lassen, warum er das Leben in der Hütte gewählt hat. Die Unterhaltung wird heftiger, Dick beschimpft Jack als Waldschrat, als verstockten alten Spinner ohne Freunde. Schließlich wird die Situation verfahren und dreht sich im wahrsten Sinne des Wortes im Kreis - bis zu einem mehr als rätselhaften Ende im Schnee, an dem sich noch einmal alles wendet. Man kann das Ende (man kennt Gleiches aus einschlägigen Filmen und Büchern) ab einem bestimmten Punkt vorhersehen. Es gelingt Kennedy dennoch, den Umschlag der Handlung so subtil zu erzählen, dass man trotz der "Ent-Täuschung" nicht enttäuscht ist.

Es geht hier nicht um die normale Begegnung zweier Fremder in einer Notsituation. Worum es indes wirklich geht, überlässt Kennedy dem Leser. Man kann diese von Isabel Klett etwas zu realistisch und kinderbuchhaft illustrierte Geschichte als eine philosophische Abhandlung über die Einsamkeit, über Identität, über das Altern oder über den Tod - oder alles zugleich - lesen. Und man kann sich vom Archaischen, Urtypischen der Szenerie, von der Beckett'schen Absurdität der Figuren, von der Klarheit und Kargheit der Sprache für einige Stunden ins Fantastische hinübertragen lassen. Dass sich in "Am Rand der Welt" beides nicht - wie sonst oft - ausschließt, darin zeigt sich Kennedys erzählerische Meisterschaft.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine großartige Novelle, 24. November 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Am Rand der Welt: Novelle (Gebundene Ausgabe)
Der in New York lebende Schriftsteller und Literaturprofessor Raymond Kennedy ist ein wahrer Meistererzähler. Das stellt er auch in dieser kleinen Novelle unter Beweis, die wieder ungemein kraftvoll geschrieben ist.

In den verschneiten Wäldern Nordamerikas, in einer alten abbruchreifen, windschiefen Hütte lebt der alte Jack, der sich, um allein zu sein, hierhin zurückgezogen hat. Er ist krank und dem Tode nahe. Eines Tages findet er vor seiner Haustür einen brutal zusammengeschlagenen Mann. Er schleppt ihn in seine Hütte, versorgt ihn. Und dann stellt sich heraus, dass dieser junge, grässliche, vor Kraft trotzende Mann ein nicht näher erklärtes Verbrechen begangen hat. Die beiden Männer reden in der Folge über wichtige Themen der Zeit, über Natur, Identität, Zivilisation, über die Linie zwischen Leben und Tod.

Und was anfangs sehr realistisch begann wird im weiteren Verlauf des Buches immer verblüffender, immer rätselhafter. Man weiß nicht mehr, ist das jetzt erzählte Handlung oder Traum? Gibt es diesen Eindringling wirklich, oder existiert er nur in den Träumen von Jack? Hat dieser Kerl einst Jack aus der Welt vertrieben und lässt ihn jetzt im Sterben sein Leben noch einmal Revue passieren? Relativ wenig Handlung wird dem Leser geboten, dafür bleiben umso mehr offene Fragen. Denn die beiden Männer gehen schließlich hinaus in den Schnee und dann ist diese ungewöhnliche, faszinierende, bewegende kleine Novelle zu Ende
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