Aus der Amazon.de-Redaktion
Einerseits bestimmen eher nachdenkliche und subtil kritische Lieder über die Kindheit und die Kinder dieser Welt die Themen, wie etwa "Flaschenpost" und "Wiegenlied" über zerstörte Kindheit in aktuellen Kriegs- und Armutsgebieten. Aber auch die eigene mit dem nostalgischen "Das ganze schrecklich schöne Leben", das er selbst "ein Liebeslied ans Leben" nennt. Andererseits kommt der Satiriker zum Vorschein, dieses Mal schwarzhumorig und verschmitzt. Mit "Namen abgelehnt", "Statistisch erwiesen" oder "Praeposthum" erzählt Wecker moderne Fabeln über bürokratischen Unsinn - und fragt ganz hinterlistig - ja wo ist da "Der Sinn"? Auch auf "Däumlingsgesetze" bewegen sich seine Possen zwischen Ringelnatz und Dada. Doch was wäre ein Wecker-Album ohne wehmütig-romantischen Liebeslieder - "Was immer mir der Wind erzählt", "Lass mich einfach nicht mehr los" oder "Dem Mond entgegen" schildern den Drahtseilakt zwischen Lebenslust und Liebesleid.
Ein Novum für den Münchner war es, mit allen Musikern das Album gänzlich live im Studio einzuspielen, was dem präsenten Gesang zugute kam. Und den Arrangements, die oft wie hingehaucht klingen, stilistisch zwischen französischem Chanson, New-Orleans-Blues, Klezmer-Jazz und schrägen Jazz & Poetry-Improvisationen, leichtfüßig dahin geschlendert. -- Ingeborg Schober