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Am Ende des Winters
 
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Am Ende des Winters [Gebundene Ausgabe]

Olivier Adam , Carina von Enzenberg
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Schirmergraf; Auflage: 1., Aufl. (September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865550096
  • ISBN-13: 978-3865550095
  • Originaltitel: Passer l'hiver.
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 718.826 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Olivier Adam
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Geschrieben mit einem Zartgefühl, so sanft wie fallender Schnee. Nicht ein Wort ist zuviel." (Le Nouvel Observateur)

"Olivier Adam besitzt die wichtigste Eigenschaft eines wahren Schriftstellers: ein feines, untrügliches Gehör. Diese neun Geschichten bestätigen sein Talent und plazieren ihn auf Anhieb in den Rang der ganz großen Erzähler. Seine Helden sind eher Besiegte als Sieger. Aber sie rufen kein Mitleid hervor, sondern das Gefühl, man sei einer von ihnen." (Le Monde)

"Geschichten von großer Präzision und Schärfe und atmosphärischer Dichte. Adam gelingt es die stärksten Bilder aus dem Alltäglichen zu schaffen. Er hat die Vision eines Schriftstellers ... Er hält eine beträchtliche Anzahl von Trümpfen in der Hand, und wir warten bereits mit Ungeduld darauf, wie er sie in der Zukunft ausspielen wird." (L'Humanité)

"In diesem Buch steckt eine Zärtlichkeit, die einem das Herz zusammenzieht. Man muß sie lieben, seine müden, melancholischen, besiegten Helden. Besiegt? Das ist gar nicht so sicher ... Hier ist ein Autor, der nicht nur am Ende des Winters steht, sondern im Begriff ist, ein Werk zu schaffen, das mit jedem neuen Buch mehr begeisterte Leser finden wird." (Le Figaro)

"Wäre Olivier Adam Amerikaner, würde man sagen, was hat Amerika doch für ein Glück, einen solch großen neuen Erzähler hervorgebracht zu haben." (Journal du Dimanche)

"Adams Figuren sind wie mit der Pinzette gehaltene Schmetterlinge, deren Flügel noch vibrieren und die davon träumen, sich zu befreien und wieder davonzufliegen." (L'Express)

Kurzbeschreibung

Ein junger Vater, der in namenlose Traurigkeit versinkt, weil er zufällig am Bildschirm vom Tod eines Fernsehstars seiner Kindheit erfährt; ein Taxifahrer, der eine einsame Japanerin durch eine Pariser Winternacht fährt; eine Säuglingsschwester, die zusammen mit ihrem Freund über den Verlust des eigenen Kindes hinwegzukommen versucht; die Verkäuferin in einer Tankstelle, die in der Neujahrsnacht mit einem Unbekannten bis zum Meer fährt und dort einen Hauch von Liebe erlebt.

Es ist der zarte Lichtstreif am Horizont, das Streicheln über den Kopf eines schlafenden Kindes, der vage Traum vom Familienglück, der diesen Geschichten ihre einzigartige Emotionalität und Wehmut und Wärme verleiht. Ihre Helden stehen nicht am Rande der Gesellschaft, sondern mittendrin, sie ahnen, daß es so etwas wie Glück gibt, aber auch, wie flüchtig und zerbrechlich es ist.

Ohne jeden Zynismus, aber auch ohne jedes falsche Mitgefühl beobachtet Olivier Adam Menschen, die in einer nächtlichen Stadt unterwegs sind und an das Ende des Winters glauben. Jedem einzelnen von ihnen verleiht er eine zarte, unüberhörbare Stimme.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pepe4711
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Mann (in Paris) hält seinen Job im Supermarkt nicht mehr aus, und eines Tages -- der Psychologe hält ihn für einen Simulanten, und seine Frau hat gerade alle Bierflaschen weggeworfen -- beschliesst er unterzutauchen. Er beschafft sich mit seiner EC-Karte so viel Geld wie möglich und reist nach Portugal, mietet sich in einer Pension ein und trifft eine junge Frau. -- Eine alleinerziehende Mutter arbeitet am 24. Dez. bis nach Mitternacht (zu Hause warten die beiden Töchter auf sie und auf das Christkind), und bei der Heimkehr fährt sie mit ihrem Wagen in den Graben und bekommt von einem Lastwagenfahrer eine warmen Kaffee zu trinken. -- Ein Vater stirbt, ein Lehrer kann nicht mehr arbeiten, eine Krankenschwester kaut schwer am Tod ihres Kindes, einer kommt aus dem Gefängniss und sieht einen fremden Kerl an der Seite seiner Freundin ...

Olivier Adam schreibt sehr gefühlvoll, sein Stil ist zeitlos modern und wohltuend knapp, und er bringt seinen Figuren viel Verständnis entgegen. Seine Geschichten sind alle in der Ichform erzählt, und er scheut sich nicht davor, in die Rolle einer Frau zu schlüpfen. Adam ist erst 30 (Jahrgang 1974), sein Ton lässt aber auf eine sehr reife, abgeklärte Person schliessen. Von diesem Autor werden wir (hoffentlich) noch viele eindrückliche Bücher zu lesen bekommen -- ich freue mich darauf.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Glück und Leid liegen nahe beieinander, sagt man oft lapidar.

Was aber der Franzose Olivier Adam in seinen neun Geschichten an innerer Bewegung, Melancholie, Verlorenheit und dennoch kleinen, zarten Glücksstreifen der Hoffnung vor Augen führt, zeigt die Innensicht der Sehnsucht nach Glücks und die Zerbrechlichkeit all dessen, was wir unter Glück verstehen in ganz alltäglicher und dennoch wunderbarer Weise.
Eine Zerbrechlichkeit, der er teils schleichend auf die Spur kommt, die er aber ebenso in ungebremster Massivität verloren in den Raum zu stellen versteht.

Der Lehrer, der nur mehr müde und verloren seinen entgleitenden Alltag betrachtet, ob verschiedener Vorkommnisse bereits länger vom Dienst freigestellt wie ein unbeteiligter Beobachter die Abläufe des alltäglichen Lebens um sich herum betrachtet und in Melancholie versinkt. Als der Filmstar seiner Kindheit und Jugend verstirbt, gibt es kein Halten mehr, wären da nicht seine beiden Töchter, deren schlafende Schönheit ihn berührt und zu guter Letzt doch wieder seiner Frau entgegen zum Leben führt.

Bereits gefundenes Glück kann verloren gehen im alltäglichen Ablauf eines genormten Lebens in einem austauschbaren Reihenhaus und findet doch seine Quelle in der Familie. Eine Quelle, die nicht selbstverständlich sprudelt, die immer wieder im Sand des Lebens zu versiegen droht.

Ein Versiegen, das in einer anderen Geschichte unrettbar geschehen ist. Der Tod des eigenen Kindes, welcher Satz könnte das Verlorene besser beschreiben als jener der Mutter: "Alle Leben, nur Jeff und ich nicht".
Ohne in Plattitüden abzufallen, mit einer sensiblen, treffend kurz gehaltenen Sprache beschreibt Olivier Adam die rettungslose Verlorenheit der Mutter. Wie in allen Geschichten des Buches in der Ich-Form erzählt. Wie nebenbei lässt er präzise treffende Bilder einfließen, das Haus des Paares ist ein solches Bild des inneren Seelenzustandes. Geschlossene Fensterläden, ein überwuchernder, fernhaltender Garten, subtil wird so verdeutlicht, dass nicht nur in der äußeren Hülle des Hauses höchstens noch vegetatives Leben anzutreffen ist.

Eine beständig mitschwingende Verdeutlichung der Verflechtung von Zuwendung und melancholischem Abschied, die sich bei Olivier Adam nicht nur auf das Bild der Familie mit kleinen Kindern reduziert. Auch den Abschied von der Mutter aus erwachsener Kindessicht zeigt er im Leben einer Frau und das kleine Glück am Rande in der Silvesternacht, nur für den Augenblick, schnell wieder ohne Worte verschwunden und dennoch ein beruhigendes Moment.

Alle Geschichten besitzen die gleiche hohe sprachliche Qualität.
Ohne Weitschweifigkeit, immer auf den Punkt gebracht, mit großem Wortschatz versehen versteht es Olivier Adam, einen emotionalen Unterstrom in seine Erzählweise zu setzen, der die Verlorenheit seiner Personen in ihren alltäglichen Erledigungen und Begebenheiten verdeutlicht.
Dem Innenleben der jeweiligen Erzählperson entsprechen die äußeren Räume, in denen Adam seine Geschichten ansiedelt. Das verrammelte Haus, das Neon hell, kalt erstrahlende Geschäft der Silvesternacht, der Innenraum eines Taxis, das austauschbare Reihenhaus eines austauschbaren Lebens, das den Alltag nicht mehr erträgt oder auch das im wahrsten Sinne des Wortes überschwemmte Haus, das in den Strömen des Wassers die Ströme der Trauer des kleinen Jungen symbolisiert.

Beständig schwingt die Sehnsucht nach gemeinsamem Glück mit, gerade an den eindrücklichen Stellen des Buches, an denen der Verlust der unbelasteten, familiären Gemeinschaft bedrückend in den Raum tritt.
Wunderbar geschrieben die zarten Möglichkeiten neuer Zuwendung in der Geschichte über die Annäherung des neuen Freundes der Mutter an den kleinen Sohn einige Jahre nach dem Unfalltod des leiblichen Vaters und nach dem kürzlich Tod des geliebten Hundes. Eine Annäherung so, wie der Mann die Wasserzuleitungen abdreht und somit der Überschwemmung des Hauses Einhalt gebietet.

Olivier Adam gelingt es, aus dem alltäglichen Leben heraus in dichter Atmosphäre die Sehnsucht nach Glück und die Gefährdung gefundenen Glückes durch Verlust oder einfaches versickern im Alltag präzise und in wunderbarer Sprache zu schildern. Müde und melancholisch, dennoch aber den Horizont noch im Blick, so werden in diesem Buch die Träume von erfülltem, familiären Leben wachgehalten oder wieder wachgerufen.

Wunderbar.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es bleibt der Winter 13. November 2010
Von Sch_B
Format:Taschenbuch
Der Shooting-Star der französischen Gegenwartsliteratur hebt in seinen neun Erzählungen im vorliegenden Band mit sprachlicher Schlichtheit und Eleganz seine einsamen Protagonisten für einige kaleidoskopierende Momente in die Gegenwart.
Mit einer sehr reifen, aber nicht abgeklärten Art zeigt Adam die Innensichten der nach Glück, Vergebung oder Vergessen suchenden Personen. Da ist der müde Lehrer und Vater zweier Kinder, der nunmehr als unbeteiligter Beobachter seinen Alltag passieren lässt ' die Säuglingsschwester, die ihr Kind verlor und fernab der Realität das Vergessen sucht. Dezent kreirt Adam Metaphern wie das Haus als Ausdruck des Seelenzustands für das kinderlose Paar, das nicht mehr zu sich selbst findet und das lediglich die äußere Form wahrt. Dabei zeigt er den Figuren immer Verständnis, stellt nichts in Frage: ihre Fluchten, die Suche nach temporärer Nähe, das Vergessen-Wollen, sie sprechen für sich: in Ich-Form.
Olivier Adam gelingt es, in wunderbarer Sprache aus dem alltäglichen Leben heraus in athmosphärischer Dichte die Sehnsucht nach Glück und die Gefährdung des Glücks präzise zu erzählen.
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