... ist zwar sehr ungewöhnlich, viele würden sogar sagen unmöglich, aber wenn man die Trauerrede als Geständnis anlegt und auch eine Reaktion der Zuhörer erwartet, dann erscheint es sogar sinnvoll. Dies ist sozusagen die Grundidee des Films und reicht eigentlich kaum für einen abendfüllenden Spielfilm, wenn da nicht eine geschickte Erzählweise (die einen sehr langsam hineinführt), eine liebevolle wenngleich recht konventionelle Inszenierung und vor allem glänzende Schauspieler wären, die einen die ganzen knapp 100 Minuten genießen lassen, ohne dass die Spannung kontinuierlich gehalten werden kann.
Felix Bush (wunderbar knorrig: Robert Duvall) lebt schon seit 40 Jahren einsam und zurückgezogen in einem Haus im Wald. Eine Todesnachricht bringt ihn auf die Idee nun auch seine Beerdigungsfeier auszurichten, mit dem Ausnahmefall: Er möchte noch lebend daran teilnehmen. Eingeladen werden alle, die eine Geschichte über ihn erzählen können. Nachdem er beim örtlichen Pfarrer mit diesem Vorschlag kein Glück hat, ist der Beerdigungsunternehmer Frank Quinn (herrlich lakonisch: Bill Murray) bereit, ihn zu unterstützen, weil seine Geschäfte schlecht gehen und er einen großen Gewinn wittert. Der menschenscheue und misstrauische Bush lässt sich aber nur auf einen Kontakt mit dem Assistenten des Beerdigungsinstitutes, Buddy (unschuldig und bodenständig: Lucas Black), ein, der fortan als Beobachter für den Zuschauer die Augen offen hält. Als dann Mattie Darrow (warmherzig: Sissy Spassek) auftaucht, die einmal in Felix Bush verliebt war, spitzt sich die Frage nach dem Geheimnis, welches der alte Mann auf der Feier wohl offenbaren will, zu.
Der Film zieht seine Faszination aus der Frage nach dem, was alles im Leben dieser Menschen wohl vorgefallen sein könnte, dass sie so geworden sind. Diese Frage nach den Windungen eines Lebensweges gilt nicht nur für Felix Bush, sondern auch für Mattie und Quinn. Alle sind in ihrer Suche nach Liebe und Bindung einmal enttäuscht worden und suchen gleichwohl nach Anerkennung und Glück. Buddy hingegen steht für die Neugier auf diese Lebenswege und repräsentiert durch seine kleine Familie einen Anfang im Leben.
Das Drehbuch beruht auf der wahren Geschichte eines gewissen Felix Breazeale aus Tennessee, der in den 1930er-Jahren bei bester Gesundheit selbst an seiner Grabfeier teilnahm und dazu mehr als 10.000 Gäste lud, spinnt diese Begebenheit aber in der Frage nach dem Sinn eines langen Lebens fort. Obwohl die Spannungskurve zum Ende etwas lahmt, ist es immer noch ein kleiner, unterhaltsamer Film geworden, der Dank der tollen Darsteller auch nachdenklich stimmt.