Orwell warnte vor den Gefahren einer umfassenden Überwachung in
Händen eines totalitären Regimes. Die Automatisierung der Überwachung
und deren bedenkenloser Einsatz samt Vernetzung der Datenbanken mit
allen persönlichen Informationen über uns hat Orwells kühnste Alpträume
übertroffen und droht, uns in die Zeit Metternichs zurückzubringen.
George Orwells Warnung an die Gesellschaft ist ein wesentlicher Aspekt
von Science Fiction. Durch bewusste Wahrnehmung eines Gefahrenpotenzials
hat die Gesellschaft die Möglichkeit zu reagieren.
Eine ganze Reihe Szenarien, die sich mit möglichen Konsequenzen von
Überwachung in der Zukunft beschäftigen finden sich in der Anthologie
"Am Ende der Leitung" von q/uintessenz, dem Verein zur
Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter.
Die Preisträger:
1. Platz: Florian Bayer
2. Platz: Reinhold Schrappeneder
3. Platz: Uwe Protsch
In seiner Geschichte EWE - Everybody watches Everybody thematisiert
Florian Bayer - seines Zeichens Dramaturg, Regisseur und Schauspieler
aus Berlin - die Frage, wer denn die Protokolle lesen soll, wenn jeder
jeden überwacht, und wovor man sich in einer solchen Gesellschaft noch
fürchten muss. Florian Bayer bekam für diese Geschichte von der Jury den
ersten Preis zuerkannt.
Reinhold Schrappeneder stellt in seiner vielschichtigen Geschichte auf
sprachlich hohem Niveau die Zunft der Schreibenden in den Vordergrund
und fragt sich, inwieweit Autoren manipuliert werden können. Er
unterrichtet am Wiener Theresianum und ist seit Jahren in der
österreichischen Literatur- und Dramaturgie-Szene aktiv.
Sind unauffällige Mitmenschen nicht eigentlich besonders gut getarnte
Terroristen? fragt Uwe Protsch in seiner Kurzgeschichte Null Punkte und
wurde damit der dritte Preisträger im Literaturwettbewerb.
In der Science Fiction Anthologie "Am Ende der Leitung" sind neben
diesen drei prämierten Kurzgeschichten 24 weitere Beiträge (Geschichten
und Lyrik) enthalten:
Matthias Beirau: Der Besucher
Muna Bering: Ohne Blutvergießen
Holger Dauer: Der kurze Sommer der Phantasie
Sascha Dickel: Panoptikum
Arno Endler: Meine Farbe ist Schwarz
Sarah Fiona Gahlen: Das Geheimnis
Reinhard Griebner: Dunkelmänner
Ulf Großmann: Verfahren
Katja Häuser: Kontrollierte Ahnungslosigkeit
Jürgen Hutschalik: Fünf
Mary Jirsak: Alles richtig
Carolin Keupp: Freie Meinungsäußerung
Michaela Kuich: Frau Mairand
Stephan Lack: Frittierte Belugas mit Ohren
Britta Martens: Sozialstaat 2200
Wendelin August Mayer: Digitale Blumen
Jochen Micknat: Pavels Hund
Markus Pausch: Sie sind nicht allein
Tobias Peterka: Tiamat 58A
Björn Schubert: Der Protokolleur
Achim Stößer: Der Imperativ von Brokkoli
Mirko Swatoch: Lauschangriff
Patricia Weidinger: Spiels noch einmal Sam
Felix Woitkowski: InEnerxy
q/uintessenz ist ein Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im
Informationszeitalter, mit Sitz in Wien. Seine Aktivitäten umfassen
unter anderem die Veranstaltung der Big Brother Awards Österreich, wo
alljährlich die schlimmsten Sünder wider den Datenschutz Negativpreise
bekommen.