"Am Busen der Natur " ist der fünfte Band der legendären Stadtgeschichten von Armistead Maupin, eine Serie, die immer griffbereit steht. Wenn ich mal nicht weiß, was ich lesen soll, krank bin oder einfach was Schönes zum Entspannen brauche, bieten diese Bücher auch beim achten Lesen noch genug Stoff, sich königlich zu amüsieren. Es ist wie die Lieblingssoap. Band Fünf, da sind wir uns unter den Fans in meinem Freundeskreis absolut einig, ist der Beste der ganzen Reihe, obwohl sich andeutet, was dann im letzten Band zum völligen Zerbrechen der alten Clique führt: Mary Ann und Brian sind aus der Barbary Lane ausgezogen und leben in einem Penthouse der gehobenen Klasse, was vor allem Mary Ann und ihrem neuen Lebensstil zu verdanken ist. Brian, mit Tochter Shawna immer wieder mal allein zu Hause, erliegt den Reizen der umwerfenden Wren Douglas, der schönsten dicken Frau der Welt ( alleine schon diese Figur muss man einfach lieben!). Und nicht nur er...... Es ergeben sich also einige sehr abenteuerliche Szenen um die diversen Flirts mit Wren und die Tatsache, dass einige altbekannte Protagonisten wie DÓr und Dede, Michael, Brian und eine Südstaatenschönheit namens Thack sich zu einem Wochenende in der Wildnis zurückziehen: Die Herren der Schöpfung in ein richtiges John- Wayne - Lager uramerikanischer und republikanischer Prägung oder in eine Hütte am Fluß , die Damen, teilweise in ein Chalet am Fluß ( sic!), teilsweise in ein radikalfeministisches Camp namens "Wimminwood". Was sich dann abspielt, wie die diversen Lager sich beim Zelten in die Quere kommen , bekämpfen und teilweise verbünden, das ist zum Schreien komisch und doch keine Spur billig oder unter der Gürtellinie, das hat nicht nur Charme, sondern Lebensweisheit und Tiefgang. Absolut lesenswert, immer wieder.