Hier ist das nächste Buch der Bruderkriegs Reihe, dass anders als der Text auf der Rückseite vermuten lässt, nicht eine Schlacht zwischen den Word Beares und den Ultramarines auf dessen Heimatplaneten beschreibt.
Stattdessen untersucht eine recht bunt zusammengewürfelte Gruppe aus World Eaters, Space Wolves, Thousend Sons geführt von Ultramarines das Verschwinden eines Schiffes und trifft dabei auf das neue Schlachtschiff der Word Bearers. Soweit die Ausgangssituation.
Das Buch wurde von Ben Counter geschrieben, der schon das 3. Buch der Reihe, "Brennende Galaxie", geschrieben hatte. Und wieder entfesselt er ein wahres Action-Feuerwerk. Das Buch besteht zu 80 - 90 % aus Kämpfen, die kurzen Pausen lassen kaum Zeit zum Luft schnappen. Das Tempo ist sehr hoch und die Kämpfe gut beschrieben. Gut ein Viertel des Buches widmet sich einer Raumschlacht, die neue Standards setzt. Danach wirken die "einfachen" Kämpfe mit Bolter und Kettenschwert fast schon langweilig.
Und daran liegt auch die Schwäche des Buches. Vor lauter Kämpfen bekommt man kaum etwas mit. Die Story ist zwar gut, die einzelnen Charaktere lassen aber sämtliche Tiefe vermissen. Sie benehmen sich ihrer Legion entsprechend typisch, doch haben kaum eigene Eigenarten. Klar hebt sich der Space Wolf von den Ultramarines ab, aber er benimmt sich eben nur wie ein Space Wolf. Besonders die Ultramarines bleiben sehr blass. Kein Charakter entwickelt sich, auch nicht im Angesicht des Verrats, obwohl sicher mit den Söhnen Angrons Potential für einen Seitenwechsel da war.
Einige Entwicklung im Zusammenhang mit den Thousend Sons werden angeschnitten, besonders die Beschlüsse von Nikea, allerdings nicht genau erklärt. Nach dem Lesen hat man mehr Fragen als vorher. Ein- oder zweihundert Seiten hätten dem Buch sicher gut getan, um die Hintergründe zu erklären oder die Charaktere besser darzustellen.
Man erfährt etwas Hintergrund sämtlicher vertretener Legionen, allerdings immer nur in sehr kleinen Häppchen. Besonders die Ultramarines gehen recht leer aus. Am Ende hat man mehr über Fenris, die Heimat der Space Wolves, erfahren, als über Macragge.
Das Buch spielt ebenfalls zur Zeit des 3. Buches, man erfährt, dass Horus gerade auf dem Weg nach Istvaan III ist, von seinem kommenden Verrat ahnt noch niemand. Allerdings gibt es keine weiteren Überschneidungen mit den ersten Büchern der Reihe. Vermutlich werden in "Prospero Burns", dass vor kurzen erst auf englisch erschienen ist, die Rätsel um die Thousend Sons gelüftet.
Von mir erhält das Buch 3,5 Sterne.
3 Sterne sind zu wenig, da das Lesen ziemlichen Spaß macht und besonders die Raumschlacht einfach genial ist. Für 4 reicht es allerdings nicht, da außerhalb der Kämpfe alles zu flach wirkt. Besonders die Rituale der Word Bearers hätten mich interessiert, aber auch diese werden nur kurz und ungenügend angeschnitten.
Ein schnelles, kurzweiliges Buch, das jeden glücklich machen wird, der kämpfende Astartes mag. Wer Beschreibungen wie in "Fulgrim" oder Wendungen wie in "Legion" erwartet, wird sicher enttäuscht werden.