Als ich das erste Mal von Alvin und Dexter gelesen habe dachte ich schon, jetzt sei die 'Zug um Zug'-Serie ins Alberne abgerutscht. Doch so kann man sich täuschen. Alvin und Dexter bringen neue taktische Überlegungen ins Spiel.
Die beiden Spieler, die in der Spielerreihenfolge hinten liegen, dürfen zu Beginn des Spiels die beiden Figuren in beliebige Städte setzen. Diese Städte sind nun im Chaos, was bedeutet, dass kein Spieler eine Strecke belegen darf, die in einer dieser beiden Städte endet.
Zusätzlich zu seiner Aktion kann ein Spieler mit einer oder zwei Lokomotiven eines der Monster um drei oder sechs Städte weiterbewegen. Somit ist die alte Stadt vom Chaos befreit, die Zielstadt des Monsters jedoch fällt in jenes. Der Spieler nimmt sich noch eine Alvin- oder Dexterkarte, je nachdem welches Monster er bewegt hat, legt diese offen vor sich hin und beendet seinen Zug. Am Ende seines nächsten Zuges dreht er die Karte um. In der Zwischenzeit darf dieses Monster nicht bewegt werden.
Am Ende des Spiels gibt es eine weitere Besonderheit im Spielablauf:
Die Tickets, die in den Städten beginnen oder enden, in den die Monster am Ende des Spiels stehen, sind nur noch die Hälfte ihrer Punkte wert. Dadurch kann man
a) die Mitspieler ärgern, indem man ihre punkteträchtigen Tickets weniger wertvoll macht.
b) sich selbst helfen, wenn man ein Ticket nicht erfüllt hat.
Die Spieler decken nun auch ihre Alvin- und Dexterkarten wieder auf. Wer von einem Monster die meisten Karten besitzt, es demnach also am häufigsten bewegt hat, bekommt 15 Punkte gutgeschrieben. Dadurch lässt sich gelegentlich das Spiel auch noch entscheiden.
In der ersten Partie mit Alvin und Dexter waren die beiden nur Randfiguren. Sie standen in Städten, die selten durchfahren werden und störten kaum. Zum Schluss des Spiels bewegte ein Spieler eines der beiden Monster ein einziges Mal und sackte dadurch dessen 15 Punkte ein. Es war ein großer Fehler unsererseits, dass es so einfach für diesen Spieler war.
Seitdem nutzen wir Alvin und Dexter wesentlich mehr. Zum blockieren von Streckenabschnitten sind sie wirklich gut zu gebrauchen. Vor allem auf den Spielplänen Europa, Schweiz und Skandinavien (und sicherlich auch der neuen Asienkarte), wo man die Lokomotiven für Tunnel und Fähren benötigt, ist das Dilemma besonders groß, da die Lokomotiven sehr knapp sind. Nun werden auch häufiger welche aus der offenen Auslage genommen, die sonst nur rumliegen, bis drei von ihnen ein Abräumen erzwingen. In der Endphase des Spiels bewegen sich die Monster besonders viel zwischen den Städten, die auf vielen Tickets stehen.
Wir nutzen Alvin und Dexter zwar nicht immer, aber immer wieder gerne. Diese zusätzliche destruktive Möglichkeit begeistert uns, da wir normalerweise eher weniger durch Streckenbau blockieren. Natürlich kann ein Spiel mit den beiden auch mal ziemlich frustrierend sein, wenn sie fast ausschließlich auf dem eigenen Weg rumlungern, doch Frusttraining ist, zumindest in meinen Augen, sehr wichtig. Deshalb vergebe ich auch die volle Punktzahl bei 'Pädagogisch wertvoll'. Kinder müssen lernen, dass es nicht immer alles toll und gut und schön ist. Überall lauern Monster und nicht immer kommt eine Lokomotive, die einen davor rettet. <- schöne Metapher :D )