Die Veröffentlichung dieses Buches war exakt zum Zeitpunkt des ebenso unerwarteten wie tragischen Todes seines Sohnes geplant. Dass "Blacky" den Erscheinungstermin verschob, da er mit dem persönlichen Leid keinen finanziellen Gewinn verbinden wollte, ehrt den Autor ebenso, wie es Grundzüge seines Charakters offenbart.
Dessen ungeachtet gelingt Joachim Fuchsberger ein Buch, das aufräumt mit der Mär vom ach so uneingeschränkt schönen Altwerden. Und es gleichzeitig aber auch nicht glorifiziert, indem er schlicht den gängigen, zu beiden Extremen neigenden Klischees eine Absage erteilt. Ungeschönt und aus dem eigenen Erleben geschöpft schildert er die Mühen der Veränderung, der nachlassenden Kräfte, der stets stärker ins Bewusstsein rückenden Endlichkeit des Seins. Es ist in der Tat nichts für Feiglinge, sich mit dem Ende der physischen Existens auseinandersetzen zu müssen, gleichwohl es auch keiner Selbstbeweihräucherung a la "Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren" bedarf, wie es ein Uraltschlager einst kollektiv einforderte. Derlei Klippen unschifft Fuchsberger mühelos, indem er ein ungeschminkt klares, aber eben auch NICHT desillusionierendes Bild der letzten Lebensdekade zeichnet, die nun einmal auf jeden zukommt, der nicht zuvor abberufen wird.
Hierin liegt das Verdienst: Die Realität fern der Lebensmitte aufzuzeigen, die trotz aller Subjektivität dazu ermuntert, sich offen und bejahend, keineswegs aber jammernd in ständiger Glorifizierung der Vergangenheit dem Jetzt des Alters zu stellen und es auch anzunehmen. Und das in all seinen Facetten: Den mühsamen, beschwerlichen, aber auch den schönen. Kein Feigling, dieser Blacky Fuchsberger!