Althalus hatte für mich den Reiz, dass es sich um einen abgeschlossenen Roman handelte - zu oft findet man auf der Suche nach einem neuen Fantasy-Roman nur Band soundso einer bestimmten mehrbändigen Saga.
Nun, ein 800 Seiten starker Schinken, dies schien mir sehr vielversprechend. Leider kommt meiner Ansicht nach die eigentliche Handlung zu kurz, wogegen mehr oder minder unwichtige Dialoge etwas zu sehr ausgewälzt werden.
Der klassischen Fantasy-Thematik folgend, geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse, um die Rettung der Welt.
Auf der einen Seite Althalus nebst einer Gruppe von Gefährten, geleitet und beschirmt von der Göttin Dweia,(die wie alle Edding'schen Gottheiten sehr menschliche Züge trägt), die Guten, auf der anderen Seite der finstere Ghend und seine Schergen - eigentlich geführt/beherrscht von Daeva, Dweias bösem Bruder.
Während Dweia ihren Schützlingen nun alle Hilfe zuteil werden lässt, ihre Gegenspieler mittels magischer, Raum und Zeit überwindender Türen auszutricksen (z.B. können die Bösen desöfteren belauscht werden), lässt Daeva seine Diener eher allein mit ihren Problemen. Die Bösen erscheinen fast nie als echte Bedrohung, Althalus und die Seinen überwinden nahezu jede Hürde ohne grosse Anstrengung.Ja, und wenn es für die Protagonisten mal düster aussieht, etwa da ihre List in der Stadt Osthos durch eine Gegenlist des Feindes zu vereiteln bedroht wird, reicht eine halbe Seite, die Situation zu retten, nachdem man zuvor seitenlang dem Smalltalk bestimmter Krieger lauschen durfte.
Fazit: Die Handlung hätte in die Hälfte des Buches gepasst, und es mangelt an echter Dramatik. So wäre am Schluss des Buches eine Auseinandersetzung Dweias mit Daeva sicher sehr gut gekommen, oder eine ausführlichere Auseinandersetzung, was denn genau mit der Welt passierte, als alle drei Bücher zusammen kamen.